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Wurzen Kulturausschuss favorisiert Neubau der Sternwarte-Grundschule in Wurzen
Region Wurzen Kulturausschuss favorisiert Neubau der Sternwarte-Grundschule in Wurzen
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09:26 28.09.2016
Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Auch in Zukunft soll es in der Muldestadt drei Grundschulstandorte geben. Dafür sprachen sich die Parlamentarier des Kulturausschusses zu ihrer jüngsten Sitzung in der Vorwoche aus. Zuvor hatte die Stadtverwaltung mehrere Varianten erarbeitet, die das Büro für Hochplanung Hagen Weidemüller aus Wurzen unter die Lupe nahm und den Mandatsträgern vorstellte. Jedoch warteten nicht nur die Ausschussmitglieder gespannt auf das Ergebnis, sondern mit ihnen zahlreiche Besucher – vor allem Lehrer und Elternvertreter der Grundschule „An der Sternwarte“.

Schließlich ist jene Bildungsstätte der eigentliche Grund des umfangreichen Gutachtens. Denn bereits im September 2014 sorgte eine lange Liste an Baumängeln des Gebäudes in Segmentbauweise für dringenden Handlungsbedarf. So zeigten sich über zwei Jahrzehnten nach der Einweihung der Immobilie als Außenstelle des Gymnasiums tiefe Risse zwischen den Einzelteilen aus Fertigbeton, eine desolate Fassade, verschlissene PVC-Bodenbeläge sowie Hohlräume unter den Fliesen. Die Kosten einer Sanierung schätzten Experten damals auf 1,6 Millionen Euro. Seither hat die Stadtverwaltung mehrere Gedankenmodelle entwickelt. Da sich aber nichts tat, drückte der Elternrat zuletzt auf die Tube und lud Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) sowie die Fraktionschefs im Juni dieses Jahres zum Gespräch ein.

Dem Kulturausschuss präsentierte Röglin nunmehr drei Varianten:

Teilneubau am Standort Sternwarte,

Bildungszentrum Süd mit der Diesterweg-Grundschule in der Eduard-Schulze-Straße als Mittelpunkt und

Bildungszentrum Nord mit der Ringelnatz-Grundschule in der Querstraße.

Dabei wurde die Variante eins noch einmal in 1 a „Sanierung im Bestand“, 1 b „Teilneubau“ und 1 c „Neubau am Standort“ aufgesplittet. Wie Röglin betonte, ginge es „heute nicht darum eine Entscheidung zu treffen“. Sondern vielmehr, sich auf eine Variante festzulegen, damit die Planungen vorangetrieben werden können. Orientierungshilfe vor der Debatte gab Hagen Weidemüller, der im Auftrag der Stadt alle drei Projekte auf Vor- und Nachteile untersuchte. Bis hin zu den Kosten. Demnach rechnet das Büro bei der Variante 1 b (Teilneubau Sternwarte) mit 9,8 Millionen, für 1 c (Neubau Sternwarte) mit 9,3 Millionen. Um ein Bildungszentrum Süd mit Diesterweg-Grundschule, Hort und der DRK-Kindereinrichtung „Sonnenschein“ zu etablieren, wären 6,3 Millionen notwendig und sogar über elf Millionen für die Ringelnatz-Grundschule inklusive neuer Turnhalle.

Von Beginn an präferierte die Linksfraktion mit Jens Kretzschmar und Petra Röber die Variante Neubau der Sternwarte und sprach sich folglich für den Erhalt dreier Grundschulstandorte aus. Aus Sicht von Fraktionschef Kretzschmar würden damit keine „überlangen Wege für die Kinder entstehen“. Ferner schaffe der Neubau die Voraussetzungen, in der Kernstadt sechszügig zu unterrichten, wenn künftig die Schülerzahlen steigen. Darüber hinaus blieben die „gewachsenen Pädagogenteams erhalten“. Schon daher sei der Neubau eine Art „Qualitätssicherung“. CDU-Stadtrat Wolf-Rüdiger Jacoby liebäugelte hingegen mit der Variante zwei, währenddessen Sabrina Ryborsch, Vorsitzende der Fraktion „Bürger für Wurzen“, bei zwei Bildungszentren in Süd und Nord die Entwicklung von „Monsterschulen“ befürchtete.

Letztlich sprach sich das Gremium klar und deutlich dafür aus, dass die Fachabteilung des Stadthauses jetzt weiter an der Variante 1 c arbeitet sowie alternativ an Variante 1 b. Auf die Frage von Ryborsch, wann die Stadt mit Fördergeldern für das Projekt Grundschule Sternwarte rechnen könne, antwortete Oberbürgermeister Röglin: „Das weiß ich nicht.“ Jedenfalls müsse Wurzen tief in die eigene Tasche greifen und gegebenenfalls einen Kredit aufnehmen, fügt das Stadtoberhaupt an.

Von Kai-Uwe Brandt

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