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Wurzen Kulturraum fördert Ausstellung zur Geschichte der Reformation
Region Wurzen Kulturraum fördert Ausstellung zur Geschichte der Reformation
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00:19 13.10.2017
Das historische Ensemble Schloss und Dom: In der einstigen Residenz der Meißner Bischöfe soll ab 2018 eine Dauerausstellung über die besondere Geschichte Wurzens während der Reformation die Besucher aufklären. Quelle: Foto: Archiv
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Wurzen

Wann genau die Dauerausstellung zur Reformationsgeschichte eröffnet wird, weiß Stadtsprecherin Cornelia Hanspach im Moment nicht zu sagen. Doch eine gute Nachricht gibt es schon: Erst kürzlich erhielt die Verwaltung einen Förderbescheid vom Zweckverband Kulturraum Leipziger Raum über 62 000 Euro. Jenes Geld, so Hanspach, fließe in eine Schau, die Besucher ab 2018 ins Obergeschoss des Schlosses Wurzen locken soll. Und das aus gutem Grund.

Immerhin war Wurzen seit dem späten 15. Jahrhundert eine wichtige Residenz der Bischöfe von Meißen und damit ein bedeutendes politisches und geistliches Zentrum, heißt es im Grobkonzept, an dem gleich mehrere Fachleute wirken. Unter anderem Stadtchronist Wolfgang Ebert und Kirchenmusikdirektor Johannes Dickert. Darüber hinaus gewannen die Organisatoren zwei Kirchenhistoriker – Matthias Donath, der als freiberuflicher Bauforscher und Buchautor arbeitet, sowie Heiko Jadatz, Pfarrer in Roßwein.

„Gleichwohl Reformator Martin Luther einst einen Bogen um Wurzen machte, liegen wir heute am Lutherweg und wollen mit der Ausstellung den Blick auf die besondere Historie des Herrschaftsgebietes Wurzener Land lenken“, so Hanspach.

Im Mittelpunkt der geplanten Exposition stehe die Wurzener Fehde – der Fladenkrieg – von 1542 in Form eines Animationsfilmes. Bei diesem Konflikt ging es um die Durchsetzung der Reformation im Wurzener Stiftsland, der letztlich friedlich endete. Ein zweiter Schwerpunkt werde Hanspach zufolge die Rolle der Bischöfe und Domherren sein. Dabei findet vor allem das Leben und Wirken des Bischofs Johann VI. von Salhausen (1444 in Thammenhain – 1518 in Stolpen) seinen Niederschlag, da sich gerade sein Todestag 2018 zum 500. Mal jährt. Salhausen ließ von 1491 bis 1497 das Schloss Wurzen errichten und die damalige Kollegiatsstiftskirche St. Marien, der heutige Dom, ausbauen.

Die drei Ausstellungsräume liegen übrigens im ersten Obergeschoss gleich neben dem Trauzimmer und können über den Wendelstein sowie über einen behindertengerechten Aufzug erreicht werden. Im ersten Raum widmen sich die Exponate den Meißener Bischöfen, dem Stiftsland, dem Wurzener Domkapitel und Dom sowie dem Schloss Wurzen. Die Wurzener Fehde dominiert im Raum zwei, und der dritte Raum umreißt die Themen Reformation, das evangelische Wurzener Land sowie das kirchliche Leben heute. Hanspach zufolge seien die Inhalte für Besucher aller Altersstufen aufbereitet, insbesondere „leicht verständlich“ für Kinder und Jugendliche. Noch aber gebe es einiges zu tun, merkt die Stadtsprecherin an. So zum Beispiel die Renovierung der Ausstellungsräume. Diese Arbeiten gehörten jedoch nicht zur Förderung, betont Hanspach.

Wie berichtet, stimmte bereits Ende August das Wurzener Parlament den benötigten Finanzen zu. Der Großteil der Gesamtsumme von 113 900 Euro fließt über Zuschüsse, darunter vom Kulturraum, der Sparkassenstiftung und vom Landkreis Leipzig. 11 400 Euro bringt der kommunale Haushalt auf. Daher bleiben alle Exponate im Eigentum der Stadt. Sämtliche Modalitäten regelt außerdem ein Vertrag zwischen dem Stadthaus und der Schloss Wurzen Betriebsgesellschaft mbH.

Von Kai-Uwe Brandt

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