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Wurzen Kunst auf dem Biohof: Genüsse für alle Sinne in Röcknitz
Region Wurzen Kunst auf dem Biohof: Genüsse für alle Sinne in Röcknitz
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15:00 24.08.2016
Gemütliches Vorbereitungsgespräch am Herrenhaus in Röcknitz mit der Leipziger Künstlerin Diana Wesser (mit Sonnenbrille), Ralph Schubert (r.), Vorsitzender des Heimatvereins Röcknitz-Treben, und einigen Mitgliedern. Quelle: Anja-Christin Winkler
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Thallwitz/Röcknitz

Wie schmeckt, klingt und riecht das Porphyrland? Antwort auf diese Frage soll eine Veranstaltung geben, die am Sonnabend in Röcknitz ihre Premiere erlebt. „Erstmals laden wir Naturliebhaber und Biofreaks aus Leipzig sowie Bewohner des malerischen Porphyrlands um Röcknitz zu einem eintägigen Kulturfestival ein“, erklärt Anja-Christin Winkler vom Verein Flügelschlag aus Leipzig. „Und zwar dorthin, wo das Essen von Hunderten Leipzigern wächst: auf die Felder des Biohofs Hartmut Müller in Röcknitz.“ Immer mehr Messestädter finden offenbar Gefallen daran, gesunde Bio-Erzeugnisse aus erster Hand zu beziehen. Um die Region noch mehr in den Fokus zu rücken, neue Denkansätze zu geben, steigt nun das Festival „Foodtour & Art – Die Hundert Morgen Landpartie“.

Idealer Ort für das Festival

Röcknitz sei wie geschaffen für so ein Ereignis, finden die Festivalmacher. „Gelegen inmitten von Wäldern, verlassenen Steinbrüchen und überwucherten Industrieruinen, Seen, Wiesen, Feldern, Flüssen und besonderen Biotopen ist dies ein geeigneter Ort für ein Festival, das sich mit dem Verhältnis Mensch und Natur sowie der Geschichte dieser Landschaft auseinandersetzt“, erklärt die Leipzigerin Winkler, die die Angebote mit vielen Akteuren vor Ort konzipiert hat.

In Biobauer Hartmut Müller aus Röcknitz hat der Verein den idealen Partner gefunden. Sein erklärtes Ziel ist es, Kunden, die sich ökologisch ernähren wollen zu informieren. Auch darüber, wie viel Mühe es macht, wenn man sich dafür entschließt, im Landbau auf die chemische Keule zu verzichten. Traktor-Feldrundfahrten mit dem Biobauern stehen am Sonnabend auf dem Festivalprogramm. Wer will, kann selbst Hand anlegen und das, was gerade wächst, eigenhändig pflücken, zupfen, auflesen oder aus dem Boden ziehen.

Mit dem MP3-Player durch Röcknitz

„Stadt sucht Land“ heißt es, wenn Leipziger Künstler ihr Atelier verlassen und bewusst den Kontrast zwischen urbanen Projektionen und der Natur auskosten. Röcknitz zum Hören bietet ein weiteres Projekt: „Wir haben Einwohner nach interessanten Geschichten über ihr Dorf gefragt, wohin sie gehen, wenn sie entspannen wollen, was eine junge Frau bewegt hat, in die Enge des Dorfes zurückzukehren“, schildert Koordinatorin Anja-Christin Winkler. Entstanden ist ein Hörspiel-Spaziergang, der dank ausleihbarer MP3-Player zu einem besonderen Rundgang durch das Dorf mit seiner historischen Wasserburg einlädt. Hier, im heutigen Geoportal Herrenhaus Röcknitz, ist die Ausstellung der Vulkanmalerin Aurélie Staiger zu sehen. Am Herrenhaus starten auch Exkursionen zum nahen Gaudlitzberg. Der bildet später die atemberaubende Kulisse des 18. Bergfilm-Festivals – am 3. und 4. September.

Musiker bringen Erdgeschichte zum Klingen

Welche gewaltigen Kräfte unter anderem für diese eindrucksvolle Film- und Kletterbühne sorgten, ist am 27. August auch musikalisch Thema. Im „geologischen Konzert“ empfinden Musiker verschiedene Entstehungsphasen der Landschaft nach, die vor 300 Millionen Jahren bei Vulkanausbrüche geschaffen wurde. Zu geologischen Wanderungen lädt Kerstin Fiedler, Managerin vom Geopark Porphyrland, ein, die sich von solchen Aktionen einen höheren Bekanntheitsgrad für die Region verspricht. Ortschronist Ralph Schubert führt Besucher durch das Herrenhaus und berichtet von der bewegten Geschichte der Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert. Die Jüngsten, aber auch Erwachsene dürfen sich auf das Theaterstück „Zwerg Nase“ der Cammerspiele Leipzig, freuen. Die biokulinarische Verköstigung der Besucher versteht sich beim Festivaltitel „Foodtour“ von selbst. Der Eintritt ist generell frei.

Das Programm wurde vom Verein Flügelschlag in Zusammenarbeit mit dem Biohof Hartmut Müller, dem Heimatverein Röcknitz-Treben sowie dem Geopark Porphyrland auf die Beine gestellt.

Von Simone Prenzel

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