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Wurzen Kunstgeschenk für Wurzener Ringelnatzhaus soll Vereinskasse füllen
Region Wurzen Kunstgeschenk für Wurzener Ringelnatzhaus soll Vereinskasse füllen
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17:02 12.02.2017
Neue Ausstellung im Ringelnatzhaus in Wurzen. Künstlerin Kerstin Globig übergibt an Viola Heß ein Bild. Quelle: Bert Endruszeit
Wurzen

Gute Nachrichten für das Wurzener Ringelnatzhaus: Am Sonnabend wurde dort nicht nur die erste Kunstausstellung seit längerer Zeit eröffnet, sondern es gab gleich noch einen gewichtigen Neuzugang für die Kasse des federführenden Joachim-Ringelnatz-Vereins. Kerstin Globig, die mit ihren Arbeiten rund um das Material Filz jetzt im Haus präsent ist, hatte ein gut verpacktes Präsent mit der Aufschrift „Vorsicht Kunst!“ mitgebracht.

„Bitte versteigern sie es zu Gunsten des Ringelnatzhauses“, sagte die Naunhofer Künstlerin bei der Übergabe ihres Bildes mit dem Titel „Schwarzes Schaf“. Bezugspunkte zum Werk von Joachim Ringelnatz musste man nicht lange suchen. „Ein schwarzes Schaf auf bunter Wiese zeigt doch, das einer immer anders ist“, sagte sie. Ringelnatz darf man ganz sicher in die Reihe von Künstlern stellen, die ihre Umwelt immer wieder aufs neue verblüfft und auch mal verschreckt haben.

Die Vereinsvorsitzende Viola Heß nahm das Bild dankbar entgegen. „Offene Baustellen“ hat ihr Verein noch einige. Derzeit beteilige man sich am bundesweiten Wettbewerb der Vereine mit dem Titel „Call for members“. Was steckt dahinter? Wer bis zum 30. Juni 2017 dem Ringelnatz-Verein beitritt, ermöglicht diesem, pro Neumitglied 50 Euro von der Kulturstiftung des Bundes zu erhalten. „Wir würden bei unserer Mitgliederzahl gern die 100er-Grenze knacken“, so Viola Heß. „Da gibt es noch viel zu tun.“ Ein Blick in die Innenräume des Ringelnatz-Hauses mache das deutlich. Warm seien die Zimmer schon, doch wirklich ansehnlich sei nur der jetzt mit Kunstwerken ausgestattete Raum.

Apropos Kunst: Die Naunhoferin Kerstin Globig knüpfte schon vor Jahren erste Fäden nach Wurzen. „Sie ist mir quasi in der Jurte begegnet“, berichtete Heß. Die Jurte hatte Globig 2007 nach Wurzen geholt und zur zweiten Wurzener Spätschicht auf dem Gelände der Filzfabrik aufgestellt. „Zu dieser Zeit war Kerstin Globig schon fast zehn Jahre dem Material Filz auf der Spur.“

Globig ist mit allen Formaten vertraut - sie experimentiert mit großflächigen Teppichen, aber auch mit filigranen Arbeiten im Mix aus Fotografie, Acrylmalerei, Stramin und Stickerei. „Sie führt wie beim Filzen alte Techniken zu einem modernen, überraschenden Werk zusammen, vor dem man staunend und analysierend verharrt“, so Heß.

Den nüchtern-industriellen, aber nicht weniger eindrucksvollen Blick auf das Material Filz verdeutlichte Helmut Lachmann, früher Geschäftsführer der Wurzener Filzfabrik. Das Material komme nicht nur beim Klassiker, den Klavierfilzen, zum Einsatz. Die Vielfalt sei viel größer. Selbst für die immer noch verwendeten Rohrpostsysteme komme Filz zum Einsatz. „Selbst zur Formung von Plastebechern und für Förderbänder an Bäckereimaschinen wird Filz verwendet. Es betrifft fast alle Industriebereiche. Durch die Kunst werden wir jetzt ganz neu inspiriert“, so Lachmann mit Blick auf die im Ringelnatz-Haus gezeigten Werke.

Die Ausstellung im Ringelnatzhaus ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Bert Endruszeit

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