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Kunsthaus in Grimma kämpft um Legitimation

Kunsthaus in Grimma kämpft um Legitimation

Die Stadt greift dem Besitzer der Grundmühle in Hohnstädt unter die Arme. Mit einem Bebauungsplan wird die Verwaltung die Voraussetzung schaffen, dass der Unternehmer Axel Gerull auf dem Gelände sein grafisches Gewerbe weiterbetreiben darf.

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In der ehemaligen Gaststätte Grundmühle will der Hamburger Unternehmer Axell Gerull einen grafischen Betrieb führen.

Quelle: Klaus Peschel

Grimma. „Ich bin sehr erleichtert", sagte Gerull gestern nach der Stadtratssitzung im Grimmaer Rathaussaal.

„Wir müssen über einen Bebauungsplan für ein Gelände reden, das es schon über 500 Jahre gibt", skizzierte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) die Skurrilität der Situation. Aber ohne das Dokument drohe das Landratsamt mit der Räumung der Grundmühle. Wie berichtet, hatte die Behörde dem aus Hamburg stammenden Unternehmen die Gewerbeerlaubnis verwehrt. Dafür gebe es in diesem Wohngebiet kein Baurecht, so die Argumentation der Experten.

„Unser Ziel ist es, die Grundmühle zu erhalten", sagte Berger und warb bei den Abgeordneten um Zustimmung zu dem Planungsvorhaben, das die Stadt rund 15 000 Euro kosten wird. „Wir sprechen immer von Wirtschaftsförderung, in diesem Fall müssen wir es auch tun", gab Ute Kniesche, für die Freie Wählervereinigung (FW) im Stadtrat, ihre Zustimmung. Damit traf sie den Tenor, den auch die Abgeordneten anderer Fraktionen anstimmten.

Die Übernahme der Kosten durch die doch klamme Verwaltung sorgte dann aber doch für eine emotionale Debatte. Jörg Diecke, Fraktionsvorsitzender der Linken, unterstellte dem Unternehmer „erstaunliche Naivität", das Areal gekauft, ohne die baurechtlichen Belange vorab geprüft zu haben. Es dürfe nicht zur gängigen Praxis werden, dass über später nachgereichte Bebauungspläne Fehler im Vorfeld ausgemerzt werden, kritisierte Diecke. CDU-Abgeordneter Hubertus von Below hakte da ein. Auch er sei ursprünglich der Auffassung gewesen, dass die Stadt die Kosten nicht komplett schultern dürfe. „Aber ich habe meine Meinung geändert", sagte von Below. Er sehe die Stadt in der Pflicht.

Denn als Gerull vor rund zwei Jahren die Verhandlungen um die Grundmühle in Grimma aufnahm, hatte er deutlich gemacht, dass er die damals bereits geschlossene Gaststätte nicht wieder öffnen wird. Seitens der Kommune war ihm signalisiert worden, dass der Standort für ein grafisches Gewerbe geeignet ist. Unter diesen Umständen hatte er sich eigenen Angabe zufolge entschlossen, sein Gewerbe aus Spanien und Hamburg nach Grimma zu verlegen. Nach einen Einbruch und Schäden durch Vandalismus investierte er erhebliches Kapital in den Erhalt der Grundmühle. Im Gebäude der ehemaligen Gaststätte baute er für seine Familie eine Wohnung aus. Im Erdgeschoss richtete er den grafischen Betrieb ein, der sich auf den Nachdruck von Gemälden aus mehreren Zeitepochen spezialisiert hat. Wie viel Geld der Unternehmer inzwischen am Standort investiert hat, lässt er offen. Jedoch räumte er gestern ein, dass die vom Landratsamt geforderten Brandschutzvorkehrungen weiter an der wirtschaftlichen Substanz des Unternehmens zehren würden.

Nachdem Thomas Reinhardt (Wählervereinigung Grimma Stadt und Land) deutlich gefordert hatte, dass diese Entscheidung ein Einzelfall bleiben müsse, stimmten die Abgeordneten mehrheitlich der Kostenübernahme für den Bebauungsplan zu.

Birgit Schöppenthau

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