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Wurzen Kunstmäzen schenkt Wurzener Museum Zeichnungen aus dem Nachlass von Püttner
Region Wurzen Kunstmäzen schenkt Wurzener Museum Zeichnungen aus dem Nachlass von Püttner
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13:16 22.09.2016
Sabine Jung, Chefin im Wurzener Museum, bereitet Ausstellung mit Zeichnungen von Richard Püttner vor. Quelle: Frank Schmidt
Wurzen

Aller guten Dinge sind drei, dachte sich wohl Privatsammler Peter Zimmermann aus Ahrensburg (Schleswig-Holstein) und machte dem Kulturhistorischen Museum Wurzen vor wenigen Tagen zum nunmehr dritten Mal ein außergewöhnliches Geschenk. Das wertvolle Konvolut, so Museumsleiterin Sabine Jung, enthält erneut zahlreiche Exponate zu Richard Püttner. Der Maler und Illustrator wurde 1842 in Schmölen geboren und starb 1913 im Alter von 71 Jahren in München. Püttner war Schwiegersohn des Malers Heinrich Gotthold Arnold (1785 – 1854) und Vater des Malers Walter Püttner (1871 –1953), arbeitete für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen, unter anderem für „Die Gartenlaube“, „Daheim“, „Illustrirte Zeitung“ und „Über Land und Meer“.

Bereits im Dezember des Vorjahres hatte Zimmermann, ein Nachfahre der weit verzweigten Familie des Fabeldichters Magnus Gottfried Lichtwer (1719 – 1783), der städtischen Einrichtung zwei randvolle Pakete mit 73 Einzelstücken geschickt. Zum Beispiel zwei Merian-Stiche mit der Stadtansicht Wurzens, Handschriften, Urkunden, Münzen und Bücher. Auf der Lichtwer’schen Familienchronik entdeckte Jung seinerzeit eine Grafik aus der Hand Püttners. In einem Dankschreiben an den Spender informierte die promovierte Kunsthistorikerin natürlich gleich über ihren Zufallsfund. Nur ein halbes Jahr später bedachte der Mäzen das Museum mit einer neuerlichen Fracht. Diesmal trennte sich Zimmermann zu Gunsten des Museums von vier Skizzenbüchern Püttners und weiteren 15 Zeichnungen – insgesamt rund 200 Blätter aus 1870 und Folgejahren.

Die mittlerweile dritte Sendung beinhaltete laut Jung einen Prachtband „Rheinfahrt“ (1885) mit Arbeiten von 17 Kollegen des Künstlers. „Richard Püttner ist allein mit insgesamt 200 Drucken, zum Teil ganzseitigen Illustrationen, vertreten.“ Acht originale Zeichnungen von 1871 bis 1873, die wahrscheinlich als Vorlagen für Buchdrucke gedient haben, ergänzen das aktuelle Dossier.

Dank der umfangreichen Materialien, die jetzt das museale Inventar in der Domgasse 2 bereichern, plant Jung übrigens für April 2017 eine Ausstellung, die im Moment noch den Arbeitstitel trägt: „Richard Püttner – Ein Wurzener Maler zeichnet Idyllen und Landschaften. Zum 165. Geburtstag des Künstlers.“ Ergänzt werde die Schau durch Arbeiten, die Walter Püttner, Sohn von Richard Püttner, 1926 aus dem Nachlass seines Vaters der Stadt verkaufte. Jene 113 Originale bildeten einen Grundstock des 1927 eröffneten Museums. In der Muldestadt lebte zudem die Schwester des Künstlers – Helene. Sie heiratete den Wurzener Lithographen, Zeichner und Fotografen Wilhelm Kirst, der ebenfalls Zeichnungen Püttners dem Museum stiftete.

Von Kai-Uwe Brandt

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