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Wurzen Kurs Bundesliga: Wurzener Frauen-Achter sticht in See
Region Wurzen Kurs Bundesliga: Wurzener Frauen-Achter sticht in See
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00:21 20.03.2018
Der Wurzen-Achter mit Simone und Harald Dögnitz von der Vereinsspitze. Quelle: Foto: Leipziger Volkszeitung, Muldental
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Wurzen

Sie kommen aus ganz Mitteldeutschland. Die 18 bunt zusammen gewürfelten Frauen (manche kennen sich noch nicht) sitzen ab Sonnabend alle in einem Boot und wollen Wurzen groß rausbringen. Am 12. Mai startet ihr Achter erstmals in der Ruder-Bundesliga. Konnten sie bisher wetterbedingt allenfalls „Bootsmann auf der Scholle“ spielen, ist die Mulde endlich eisfrei, ab jetzt gilt’s, Sport frei!

Beim Trainingsauftakt in Schmölen mit dabei: Kapitänin Tina Eisold. Die 29-jährige gebürtige Dresdenerin lebt und arbeitet in Magdeburg. An Bord ist sie die einzige mit Wurzen-Bezug: „Mein Freund, Christian Lehne, ist Wurzener und rudert im hiesigen Achter der Männer, der aus der 1. Liga nicht mehr wegzudenken ist. Wir Mädels finden, was die Jungs können, schaffen wir auch.“ Gesagt, getan. Tina ließ ihre Kontakte spielen, verpflichtete zwischen Pirna und Berlin schlagkräftige Ruderinnen, die in ihren Vereinen nicht genügend Personal für einen eigenen Achter haben. Unter der schwarz-gelben Flagge der Wurzener Rudervereinigung wollen sie es nun gemeinsam wissen.

Vereinsvorsitzende Simone Dögnitz und ihr Mann Harald empfangen die „Legionäre“ mit offenen Armen. Trainiert werden sie von Sohn Franz Dögnitz, der auch die Jungs unter seinen Fittichen hat. Nachdem die Männer auf einen neuen Achter umstiegen, können die Frauen deren bestens eingefahrenes rotes Flaggschiff „Stadt Wurzen“ übernehmen. Zudem unterzeichneten die Ruderinnen am Freitag den Sponsorenvertrag mit Mario Maron, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Wurzen. „Wir sind fast alle Schüler und Studenten, unsere Jüngste, Kathi Lehmann, ist erst 17, wir brauchen das Geld“, holt die Leipzigerin Simone Haubner aus. „Allein für die Bundesliga-Startlizenz sind 2500 Euro zu berappen, Wettkampfshirt und Rudereinteiler kosten noch einmal 100 Euro, von Reparatur, Transport und Übernachtung ganz zu schweigen.“

Der Deutsche Ruderverband und Liga-Manager Boris Orlowski werden hoch erfreut über Wurzens Anmeldung sein. In der vergangenen Saison waren zehn Teams dabei, bis auf 16 könnte das Starterfeld noch anwachsen. Die Bundesliga gilt als die Formel I des Rudersports. Frankfurt, Minden, Werder, Leipzig und Bad Waldsee – von Mai bis September sind fünf Renntage angesetzt. Beim Sprint ist der Adrenalinkick am höchsten: Es geht um Hundertstelsekunden, bis zu 50 Schläge pro Minute und einen Puls von mindestens 180. Vieles wird von Steuerfrau Stephanie Rödel aus Halle abhängen. Das Leichtgewicht ist bekannt als Motivationskünstlerin, heizt ihren Teamkollegen über Mikro und Lautsprecher gehörig ein.

In der Woche trainieren die Mädels an ihren Heimatstandorten, an Wochenenden geht’s mit Schlafsack und Luftmatratze gen Wurzen – so wie am Sonnabend: „Die Bedingungen sind optimal“, triumphiert Tina Eisold, Teammanagerin vom Mulde-Achter Wurzener Land. „Das Wehr verlangsamt die Strömung, der Fluss ist breit, bis auf die Fähre gibt’s kaum Verkehr, so dass ungestörte Runden von jeweils sechs Kilometern möglich sind.“ Bäckerei Schwarze und Landgasthof Dehnitz sorgen fürs leibliche Wohl, übernachtet wird im Kraftraum. Nun brauchen die Neu-Wurzenerinnen nur noch Fans. Am 7. April gibt es Gelegenheit, Bekanntschaft zu schließen. 14 Uhr ist in Schmölen öffentliches Anrudern. Wer will, kann das Bootshaus besichtigen, den Achter besteigen und in die Bratwurst beißen.

Von Haig Latchinian

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