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Wurzen Laienschauspieler und Rockmusiker: Andreas Bunk aus Brandis
Region Wurzen Laienschauspieler und Rockmusiker: Andreas Bunk aus Brandis
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21:00 06.04.2016
Mime Andreas Bunk als Müller.Klaus Peschel
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Brandis/Machern

Nach einem Theater-Auftritt ist für Andreas Bunk unmittelbar vor dem nächsten auftritt. Gab sich der 51-jährige Brandiser Mitte März an der Seite der Dornreichenbacher Naturbühnen-Akteure im Leipziger Haus Auensee und am Ostersonntag auf der Schlosswiese in Dahlen ein Stelldichein, so wird er bereits am 28. Mai gemeinsam mit den übrigen „TheaterMacher(n)“ an der Ritterburg im Macherner Landschaftsgarten an der Premiere des Stückes „Sagenhaftes Muldental“ mitwirken.

Kein Zweifel, an Andreas Bunk ist ein Mime verloren gegangen. Zumindest einer, der auf den Brettern, die die Welt bedeuten sollen, seine Brötchen verdient. Eine Chance dazu bot sich dem Versicherungsfachmann Mitte der 1980er-Jahre. Damals, als er einen Termin für ein Vorsprechen an der Leipziger Schauspielschule bereits in der Tasche hatte, diesen dann aber doch nicht wahrnahm. „Als ich unter dem Schreiben die Worte ‚Mit sozialistischen Grüßen’ las, verlor ich jegliche Illusion“, erinnert sich Bunk. „Mit der Schauspielerei wollte ich ja gerade zumindest ein stückweit jener Enge des realsozialistischen Alltags entfliehen, die für mich in jenem Moment aus diesen drei Worten sprach.“ Knapp eineinhalb Jahrzehnte später fanden Andreas Bunk und die Schauspielerei dann doch noch zueinander. Und zwar in Gestalt der Laienspielgruppe TheaterMacher(n), die er 1999 mit aus der Taufe hob und als deren zweiter Vorsitzender er seit der Vereinsgründung vor zwölf Jahren fungiert.

„Dass ich damals meine Chance an der Schauspielschule nicht genutzt habe, bereue ich heute nicht, weil mir auch die Hobbyschauspielerei sehr große Freude bereitet“, sagt Andreas Bunk. Wobei das Wörtchen „auch“ sowohl im Sinne einer Gegenüberstellung zur Berufsschauspielerei zu verstehen ist als auch Bezug zu des Brandisers zweiter großen Leidenschaft, dem Musikmachen, nimmt.

Einer Leidenschaft, die er ebenso wie das Schauspielern mit in die Wiege gelegt bekommen hat. „Mein Vater hat Kabarett und Schlagzeug und mein Großvater Akkordeon gespielt“, so der Hobby-Musiker und -Schauspieler, der denn auch mit dem Handzuginstrument im Alter von zwölf Jahren seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte. Nach Engagements in diversen Leipziger Bands stieß der geborene Oschatzer vor fünf Jahren zur 2009 gegründeten Melodic-Rockband „Memory FX“, der er seitdem seine Stimme leiht.

„Wenn man einmal mit dem Musikmachen anfängt, kommt man nicht wieder davon los“, so Andreas Bunk, der auch für die Texte der Band verantwortlich zeichnet, die ebenso wenig gecovert sind wie deren Musik. „Eigene Songs zu produzieren ist eine ganz andere Geschichte“, betont der 51-Jährige, der mit sich und seinem Leben im Reinen zu sein scheint. „Ich arbeite, um zu leben, und nicht umgekehrt“, deutet Bunk an, dass ihm seine Zeit für das Theater- und Musikmachen heilig ist.

Von Roger Dietze

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