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Wurzen Landesverband ehrt Mitglieder der Bezirksgruppe Wurzen
Region Wurzen Landesverband ehrt Mitglieder der Bezirksgruppe Wurzen
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16:03 14.03.2019
Das Ehrenabzeichen mit Goldkranz gab es für die beiden 90-jährigen Erhart Krätzschmar (unten l.) und Joachim Liebmann (unten r.) vom VOS-Vorsitzenden für Sachsen, Frank Nemetz (l.). Organisiert hat die Feierstunde Horst Radigk (unten Mitte) mit Hartmut Brix (oben Mitte) und Altbürgermeister Jürgen Schmidt (oben r.). Quelle: Thomas Kube
Wurzen

Noch einmal lud Horst Radigk die verbliebenen Mitglieder der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), Bezirksgruppe Wurzen, in die Gaststätte „Zum Sportheim“ nach Großzschepa ein. „Es wird wohl unser letztes Treffen sein“, bedauert der Gastgeber. „Denn erst kürzlich verstarb Kamerad Helmut Janke.“

Von denen, die die Sowjets einst als Jugendliche und kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges unschuldig verhafteten oder die unter den Repressalien der DDR-Staatssicherheit leiden mussten, sind lediglich sieben Zeitzeugen übrig. „Und der Großteil feiert dieses Jahr den 90. Geburtstag“, so Radigk, der mit fast 80 Jahren zu den Jüngsten zählt.

Mitgliederzahl der Bezirksgruppe wird von Jahr zu Jahr weniger

Auf Grund der sinkenden Mitgliederzahl stellte die VOS-Bezirksgruppe bereits vor geraumer Zeit ihre Geschäftstätigkeit ein, da selbst die monatlichen Beratungstermine im Stadthaus Wurzen kaum mehr Resonanz fanden. Bei alledem hielt Radigk aber an den Zusammenkünften in ungezwungener Atmosphäre fest. Doch von Mal zu Mal werde es schwieriger, diese zu organisieren.

„Mir geht es einfach darum, dass die Bezirksgruppe so lange wie möglich am Leben erhalten bleibt. Und sei es mit einem Mittagessen und anschließendem Kaffeetrinken.“ Für die Kosten dieser Veranstaltung, dankt Radigk, sorgten einerseits die Spende der CDU Wurzen und andererseits ein Zuschuss von Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD).

Goldene Ehrennadeln für Joachim Liebmann und Erhart Krätzschmar

Gäste der Runde in Großzschepa waren diesmal Jürgen Schmidt, Wurzens Oberbürgermeister a. D., und Frank Nemetz vom VOS-Landesverband Sachsen. Nemetz reiste extra aus Dresden an, um Joachim Liebmann und Erhart Krätzschmar mit der Goldenen Ehrennadel auszuzeichnen. Beide eint das frühere Schicksal. Sie wurden 1945 ihren Familien entrissen und ohne Grund in das berüchtigte Lager Mühlberg verschleppt. Anfang 1947 gehörten Krätzschmar und Liebmann zu jenen 921 Personen, die im sogenannten Pelzmützentransport nach Anschero-Sudschensk, einer Stadt in Sibirien, kamen und erst im Mai 1950 beziehungsweise im Juni 1952 die Heimat wiedersahen.

Das Schweigen der Opfer dauert bis zur politischen Wende

Ihr Schweigen über die Gefangenschaft dauerte bis zur politischen Wende 1989/1990. Während die Vereinigung der Opfer des Stalinismus schon seit Februar 1950 in Westberlin existierte, gründete sich die Wurzener Bezirksgruppe erst 1991 auf Initiative von Otto Jacob. Nach dem Tod des Wurzeners 1995 übernahm der Bennewitzer Rolf Starke (1929 – 2014) die Leitung und ab 2014 dann Horst Radigk.

Von Kai-Uwe Brandt

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