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Landkreis hat jetzt die Schlüsselgewalt im ehemaligen Bornaer Finanzamt

Behörden-Konzept wird umgesetzt Landkreis hat jetzt die Schlüsselgewalt im ehemaligen Bornaer Finanzamt

Nach dem Weggang des Finanzamtes aus Borna hat der Landkreis die Immobilie gekauft. Nach Renovierungsarbeiten sollen mehrere Ämter des Kreises im ersten Quartal 2017 in das Behördenzentrum einziehen, so Landrat Henry Graichen (CDU).

Im Behördenzentrum hinter dem Bornaer Rathaus hat jetzt der Landkreis als Eigentümer das Sagen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna/Grimma. Der Kreis hat jetzt die Schlüsselgewalt im Bornaer Behördenzentrum. „Die Liegenschaft in der Brauhausstraße ist inzwischen in unseren Besitz übergegangen“, erklärte Landrat Henry Graichen (CDU). Nicht nur die Räumlichkeiten des bisherigen Finanzamtes gehören nunmehr dem Landkreis. „Auch die Mietverträge mit sämtlichen gewerblichen Mietern wurden von uns übernommen und werden weitergeführt“, so der Landrat. Das betreffe die Drogeriekette Rossmann, die Deutsche Telekom, MäcGeiz und die DEVK Versicherungen, die nunmehr ihre Miete nicht mehr an die bisherige Eigentümergemeinschaft aus München überweisen, sondern an die Kreisbehörde.

Die Weichen für den Kauf des Behördenzentrums hatte der Kreistag bereits im Februar gestellt. „Der Standort hat sich als Sitz einer Behörde bereits bestens bewährt. Die Anlaufstelle befindet sich mitten im Bornaer Zentrum, es gibt ausreichend Parkplätze und auch mit dem Bus ist die Adresse gut zu erreichen.“ Zudem sei es für die Stadt Borna eine gut Lösung, dass die langjährige Amts-Immobilie nun als solche weiter genutzt wird und kein Leerstand mit negativen Folgen für die Innenstadt droht. Vorrangig geht es der Kreisverwaltung aber darum, eigene Raumprobleme zu lösen. Vor- und Nachteile eines Kaufes gegenüber einer Anmietung des Objektes waren den Kreisräten Anfang des Jahres ausführlich dargelegt worden.

Sanierung soll ein halbes Jahr dauern

Allerdings, so Graichen, muss das Gebäude zunächst auf Vordermann gebracht werden. Immerhin hat das Büro- und Geschäftshaus mittlerweile über 20 Jahre auf dem Buckel. „Da sind Renovierungsarbeiten eine völlig normale Sache. Erneuerungsbedarf besteht etwa bei der EDV-Infrastruktur, die verständlicherweise nicht mehr zeitgemäß ist.“ Die notwendigen Kosten sollen aus dem Investitionsprogramm „Brücken in die Zukunft“ bestritten und zu 75 Prozent gefördert werden. Die Kreisverwaltung schätzt die Dauer der anstehenden Arbeiten auf ein halbes Jahr. „ Insofern ist davon auszugehen, dass wir die Büros im ersten Quartal 2017 beziehen werden“, kündigte Graichen an.

Mittlerweile steht auch fest, welche Ämter künftig in der Brauhausstraße anzutreffen sind. „Das Kommunale Jobcenter (KJC) wird hier ebenso zu finden sein wie das Sozialamt“, erläuterte Graichen. Die Sozialamtsmitarbeiter waren bislang in der Bornaer Stauffenbergstraße untergebracht, das KJC in der Deutzener Straße. Anlaufpunkt ist das Bornaer Behördenzentrum dann auch für Geithainer, da die dortige KJC-Außenstelle geschlossen wird.

Ämter werden an jeweils einem Standort konzentriert

Während das Jobcenter in der zweiten und dritten Etage untergebracht wird, zieht das Sozialamt im Erdgeschoss des Ex-Finanzamtes ein. „Nur sechs Mitarbeiter des Sozialamtes verbleiben noch in Grimma, um dort das Arbeitsgebiet Grundsicherung abzudecken.“ Mit dem neuen Unterbringungskonzept wurde generell die Zusammenführung von Jugendamt, Sozialamt und Gesundheitsamt, die bisher an beiden Standorten in Borna und Grimma untergebracht waren, an jeweils einem Ort empfohlen. Während das Jugend- und das Gesundheitsamt in Grimma zusammengefasst werden, wird das Sozialamt in Borna konzentriert. „Nach derzeitigem Stand werden 179 Mitarbeiter des Landkreises künftig ihren Arbeitsplatz in der Brauhaussstraße haben.“ Was aus dem freiwerdenden KJC-Gebäude in der Deutzener Straße in Borna wird, ist noch nicht entschieden. Es gebe schon länger Überlegungen, dort die Musikschule „Ottmar Gerster“ unterzubringen. „Das ist derzeit die wahrscheinlichste Option der Nachnutzung.“ Aber noch sei dazu keine Entscheidung gefallen, erläuterte Graichen.

Von Simone Prenzel

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