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Wurzen Landräte kritisieren Pläne zu ICE-Trasse zwischen Leipzig und Chemnitz
Region Wurzen Landräte kritisieren Pläne zu ICE-Trasse zwischen Leipzig und Chemnitz
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16:50 10.11.2018
Die Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz soll bald elektrifiziert werden. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

In dieser Woche kündigte das Bundesverkehrsministerium an, die Bahnstrecke von Leipzig nach Chemnitz auszubauen. Im Bundesverkehrswegeplan wurde das Projekt in die Top-Kategorie mit gesicherter Finanzierung hochgestuft. Durch die Elektrifizierung der Strecke kann Chemnitz wieder an das Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen werden. Der ausgebaute Abschnitt zwischen beiden Städten soll über Frohburg, Borna und durch den Citytunnel führen.

Aufgrund dieser Trassenführung kommt nun Kritik aus den Landratsamtsämtern. Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (CDU) und der Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen (CDU), bezeichnen die avisierte Streckenführung als „aktuell nicht realistisch". Emanuel, zugleich Verbandsvorsitzender des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), befürchtet deutlich verlängerte Fahrzeiten zwischen Geithain und Borna: Der Abschnitt sei in einem schlechten Zustand, teilweise nur einspurig ausgebaut und mit zahlreichen Tempolimits versehen. Derzeit sei hier keine Sanierung vorgesehen.

CDU-Landräte sehen Probleme mit S-Bahn-Verkehr

Die Streckenführung durch den Citytunnel bewertet Emanuel ebenfalls kritisch: „Die geplanten IC-/ICE-Züge würden im bereits stark frequentierten Leipziger City-Tunnel für eine Verknappung des regulären S-Bahn-Verkehrs sorgen.“ Da sie zudem im Hauptbahnhof auf dem Tiefbahnsteig halten sollen, erwartet Emanuel „erhebliche Umsteigezeiten zu den in der Haupthalle abfahrenden ICE nach Hannover oder Frankfurt."

Zusammen mit Graichen bevorzugt er eine Trassenführung über Geithain, Bad Lausick und Borsdorf – dabei verweisen die Politiker auf die seit 2013 laufende Variantenauswahl, in deren Zuge Gutachten zugunsten dieser Streckenführung ausfielen. Vorausgesetzt, es würde eine komplette Elektrifizierung des Abschnitts vorgenommen, wären Fahrzeiten von unter einer Stunde zwischen Chemnitz und Leipzig möglich, so die beiden Landräte. Zudem könnten fahrgastfreundliche Umsteigezeiten auf dem Leipziger Hauptbahnhof realisiert werden.

Route über Bad Lausick stand 2014 bereits in der Kritik

Aber auch die von Emanuel und Graichen favorisierte Streckenführung hat in der Vergangenheit bereits für Kritik gesorgt. 2014 hatten Mölkauer Familien eine Bürgerinitiative gegründet, um gegen eine mögliche Trassenführung über Bad Lausick zu protestieren. Neben hohen Kosten befürchteten sie eine erhöhte Lärmbelästigung sowie den Wertverlust von Grundstücken. Seinerzeit sollte der Trassenausbau der Zugstrecke Leipzig-Chemnitz über Mölkau, Holzhausen, Liebertwolkwitz, Großpösna und Bad Lausick führen.

Der Verkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. Für den Ausbau des Abschnitts von Leipzig nach Chemnitz beziffert das Bundesverkehrsministerium die Gesamtkosten mit 110 Millionen Euro. Fernzüge sollen den Plänen zufolge künftig von Chemnitz über Leipzig nach Berlin fahren. In dem Papier wird außerdem ein Ausbau auf der Parallelstrecke von Leipzig über Bad Lausick nach Geithain genannt, der über das Programm Deutschland Takt finanziert werden soll. Ein Termin dafür steht noch aus.

Von Maximilian König

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