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Wurzen Landrat auf Stippvisite bei Wurzens Kleingärtnern
Region Wurzen Landrat auf Stippvisite bei Wurzens Kleingärtnern
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17:45 29.09.2015

Der Kommunalpolitiker folgte damit einer Einladung von Verbandspräsident Frank Lichtenberger. Gemeinsam mit Peter Durin, Vorsitzender der Finanzprüfkommission, und den beiden Spartenchefs Wolfgang Meyer (Kleingartenverein Am Windmühlenweg) sowie Lothar Kohlschmidt (Wurzen Ost) schilderte Lichtenberger dem interessierten Gast die aktuellen Probleme in den grünen Oasen der Region.

Vor allem der wachsende Leerstand bewegt die Gemüter - nicht erst seit Kurzem. Denn bereits im April 2014, also wenige Wochen vor den damaligen Kommunalwahlen am 25. Mai, wandte sich der 47-jährige Verbandspräsident in einem offenen Brief an die Kreistagsfraktionen. Darin bat er die Parlamentarier im Namen der knapp 5000 Mitglieder in den 89 Vereinen um Aussagen zum "Stellenwert des Kleingartenwesens im Landkreis Leipzig, zu Fördermöglichkeiten und direkte Unterstützungsvorschläge". Schließlich, so Lichtenberger gegenüber Landrat Graichen, drohe mit der Vielzahl verwaister Parzellen "eine Verwilderung des öffentlichen Grüns". Die Leerstandsquote liegt laut offizieller Statistik zwischen Null bis 73 Prozent, im Schnitt um zehn bis 20 Prozent. Jener Trend habe überdies Folgen, merkte Lichtenberger an, da so mancher Pächter den Garten einfach mir nichts dir nichts verlässt. Jedoch müsse alles, was er Jahre zuvor darauf pflanzte oder baute, entfernt werden. "Mit den rechtlichen Konsequenzen danach wie Räumungsklage oder Schadenersatzforderung sind die Vorstände oft überfordert."

Ebenfalls Thema bei der Tour zu Fuß war der Einsatz von Ein-Euro-Jobbern über das kommunale Jobcenter. Lichtenberger und seine Mitstreiter lobten die Arbeit der Männer und Frauen, würden sich sogar gern mehr wünschen. Aber selbst bei ihrem Einsatz bedürfe es noch einigen Justierens an den Stellschrauben. So bewirtschaften die willkommenen Helfer zwar Tafelgärten, ernten Obst und Gemüse, das dann verteilt wird. "Rasen mähen oder Bäume beschneiden, ist ihnen allerdings verboten", sagte Lichtenberger zu Graichen mit Blick auf das kniehohe Gras in einer Parzelle. In Wurzen gibt es derzeit sieben Tafelgärten in den Anlagen Ost und Feldschlösschen. Dass die Initiative Früchte trägt, sei insbesondere den Sponsoren zu verdanken - dem Hagebaumarkt in Bennewitz, Obi sowie den Gärtnereien Kupsch und Schumann. "Sie stellten uns das Pflanzmaterial zur Verfügung."

Zuletzt erwähnte Lichtenberger noch die prekäre Lage in der einen oder anderen Spartengemeinschaft: "Wenn nichts passiert, wird es in Zukunft handlungsunfähige Vorstände geben, weil uns die Ehrenamtlichen fehlen." Ursache seien der Mangel an Nachwuchs gerade in den Vereinsspitzen und die überbordende Bürokratie. Landrat Graichen erwies sich während der anderthalb Stunden als guter Zuhörer und empfahl dem Regionalverband, jeweils mit den Kommunen nach Lösungen zu suchen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2015

Kai-Uwe Brandt

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