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Wurzen Lauter Leben – Geschichten aus dem Wurzener Land
Region Wurzen Lauter Leben – Geschichten aus dem Wurzener Land
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17:39 18.12.2015
Das Buch „Lauter Leben“ gibt es jetzt als Buch. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte aber nicht auf die Art und Weise, wie sie ihnen gefällt, sondern durch Umstände, die sie nicht selbst gewählt haben“ – Karl Marx. Zum Beispiel der Hohburger Hans-Joachim Kleinert, der die Nazi-Pläne für eine Raketenstartrampe am Löbenberg enthüllte. Oder Hans-Jürgen Moltrecht. Ihm verdankt Wurzen das Überleben und den Charakter des Kulturhistorischen Museums mit Ringelnatzsammlung in der Domgasse 2.

Kleinert und Moltrecht stehen für 100 Frauen und Männer, die Wulf Skaun über zwei Jahre hinweg interviewte und als Serie von Juli 2012 bis Juli 2014 in der LVZ Muldental veröffentlichte. Die Rubrik „Geschichte(n) aus dem Wurzener Land“ diente dem Autor und Diplom-Journalisten, der von 1992 bis 2010 als Redakteur in Wurzen arbeitete, quasi als Fortsetzung der Chronik von 2011 „Zeitreise. 1050 Jahre Leben in Wurzen und der Region“.

„Ich hatte, bereits Rentner, in der Zeitreise die Jahre 1945 bis 2011 dokumentiert und aus Platzgründen etliche Informationen aussparen müssen. Doch die gedachte Resteverwertung entwickelte sich sehr schnell als eigenständiger Selbstläufer.“ Die Reihe wurde länger und länger und Skaun nicht müde, durchzuhalten. Noch heute erinnert er sich gern zurück an einige unvergessene Extras. Das Gespräch im Juli 2013 mit der 104-jährigen Milda Richter – damals Wurzens Nestorin. Oder dem sage und schreibe Sechs-Stunden-Aufenthalt bei „Schokoladenmeister“ Heinz Remmler, der ihm nicht nur Histörchen kredenzte, sondern ebenso Kulinarisches auftischte. Die längste Recherchetour jedoch führte Skaun nach Heyrothsberge bei Magdeburg zu Gustav-Adolf „Täve“ Schur. „Zu den Begleitumständen der Serie gehörte auch die unterschiedliche Resonanz auf einzelne Folgen.“ Das Echo erfolgte meist telefonisch, wenn Texte und Fotos den Lesern gefielen. „Einige wenige, in der Regel anonym, warfen mir vor, die falschen Personen ins Rampenlicht geholt zu haben.“ Dazu, so der 70-Jährige, zählte Wilhelm „Helmi“ Wolf aus Wurzen. Sein Beitrag schlug die höchste Woge. Der vierte Wilhelm in der früheren Foto-Wolf-Dynastie, „der schrille Vogel und Bürgerschreck“, berichtete brühwarm und in Felix-Krull-Manier von seiner KGB-Mission und den Spitzeldiensten für die Staatssicherheit.

Nunmehr sind die Geschichten der Hundert auf 374 Seiten und mit 362 Bildern komprimiert im Buchhandel zu erhalten. Allein das Personenverzeichnis enthält 800 Namen. Das bibliophile Werk – Harteinband und Fadenheftung – mit dem Titel „Lauter Leben Geschichte(n) aus dem Wurzener Land“ ließ Skaun zu 500 Exemplaren in der Druckerei Bode GmbH herstellen und mit einem Geleitwort des Wurzener Stadtchronisten und Ehrenbürgers Wolfgang Ebert versehen. Dieser schreibt: „Was darin im Einzelnen erzählt wird, ergibt beim Lesen ein recht buntes, oftmals schillerndes, manchmal auch verwunderliches, ja sogar zuweilen skurriles und schier unglaubliches Bild von Menschen und Geschehnissen in einem kleinen und überschaubaren Lebensraum an beiden Ufern der Vereinigten Mulde im Nordwesten Sachsens.“

Erhältlich ist das Buch (ISBN 978-3-00-050519-5) in der LVZ-Geschäftsstelle Wurzen, Badergraben 2 c, der Druckerei Bode, Domplatz 12, in der Wenceslai-Buchhandlung Wurzen, Wenceslaigasse 13, sowie bei Buchstaben-Tempel Wurzen, Jacobsgasse 25.

Von Kai-Uwe Brandt

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