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Wurzen Lebenssituation für Hilfebedürftige verbessern
Region Wurzen Lebenssituation für Hilfebedürftige verbessern
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07:00 05.02.2017
Renate Schlegel koordiniert die Nachbarschaftshilfe Borsdorf. Quelle: Foto:
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Borsdorf

Unter dem Motto „Miteinander – Füreinander, Lebenssituation für Hilfebedürftige verbessern“ engagieren sich Borsdorfer seit zwölf Jahren für bedürftige Mitmenschen. Der Verein „Nachbarschaftshilfe Borsdorf“ besteht zurzeit aus vier Ehrenamtlichen und sucht dringend Verstärkung.

„Wir sind für Menschen da, die wirklich allein sind, oder Kinder haben, die sich nicht um ihre Eltern kümmern können“, erklärt Renate Schlegel die Arbeit des Vereins. Sie selbst koordiniert die Nachbarschaftshilfe und betreibt davon unabhängig seit 21 Jahren die „Häusliche Kranken- und Altenpflege Schwester Renate Schlegel“. Bei den Hausbesuchen habe die 61-Jährige und ihre Mitarbeiter immer wieder gemerkt, dass einige Patienten sehr einsam sind und nur darauf warten, dass der Pflegedienst wieder kommt“, erzählt Schlegel. „Ich kannte aus meinen Krankenhauszeiten noch die ‚Grünen Damen‘, erklärt die gelernte Krankenschwester weiter, „da dachte ich mir, so etwas muss doch auch privat möglich sein. Daraufhin haben wir dann die Nachbarschaftshilfe gegründet.“

Zur Erklärung: Die „Grünen Damen und Herren“ sind ein Hilfsangebot der 1969 gegründeten Evangelischen Krankenhaus- und Alten-Hilfe (eKH). Sie besteht bundesweit aus über 11 000 Ehrenamtlichen, die kranke und hilfebedürftige Menschen in mehr als 700 Krankenhäusern und Altenhilfe-Einrichtungen besuchen.

Die Nachbarschaftshelferinnen in Borsdorf sind für die Menschen für alles da, was über die professionelle Pflege hinaus geht. So gehen Bärbel Killus, Christel Bendrat und Margitta Eulenberger mit den Patienten spazieren, einkaufen, zum Arzt oder besuchen sie zu Hause und „reden einfach mal eine Stunde mit ihnen“, berichtet Schlegel. Während durch die professionelle Pflege beispielsweise Einkäufe immer nur mitgebracht werden könnten, gehen die Mitglieder der Nachbarschaftshilfe mit den Hilfebedürftigen in die Supermärkte, damit sie sich selbst einmal erkundigen können, was es denn so Neues gibt.

Auch regelmäßige Feiern und Sozialcafés richtet der Verein aus – größere Feste dann mit dem Pflegedienst zusammen. „Es treffen dabei immer viele, die sich von Borsdorf kennen, sich aber teilweise schon 20 Jahre nicht mehr gesehen haben“, berichtet Schlegel. „Dementsprechend viel gibt es dann zu erzählen.“

Der Verein stützt seine Arbeit auf die Beiträge der 20 Mitglieder und auf zahlreiche Spenden, auf die er auch weiterhin angewiesen ist, um auch in Zukunft abwechslungsreiche Aktivitäten auf die Beine stellen zu können. Zurzeit betreut die Nachbarschaftshilfe sechs Borsdorfer. Die Arbeit soll aber ausgebaut werden.

„Ich möchte gern wieder eine Sitzgymnastikgruppe beginnen“, gibt Renate Schlegel als eines der nächsten Ziele aus. „Claudia Seifert würde diesen dann übernehmen, sie ist ausgebildete Physiotherapeutin.“ Dafür sucht der Verein derzeit allerdings noch geeignete Räumlichkeiten. Dafür, aber auch wer sich gern ehrenamtlich engagieren möchte oder neue Ideen hat, kann sich jederzeit bei der Nachbarschaftshilfe melden. Denn „es ist nicht nur so, dass man etwas gibt, sondern es kommt auch viel zurück“, weiß Renate Schlegel.

Von Mathias Schönknecht

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