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Wurzen Leidenschaft für alte Traktoren
Region Wurzen Leidenschaft für alte Traktoren
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05:00 22.06.2011
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. Doch nicht allein in farblicher Hinsicht setzt der Traktor, der zu den Raritäten zählt, Akzente. Weltweit wurden nämlich nur 3000 bis 5000 Exemplare seines Modells gebaut.

„Der Pampa stammt aus einem kleinen Ort nahe Buenos Aires. Die Initialen I.A.M.E. stehen für die argentinische Militärfabrik, für die er damals seinen Dienst leistete", erzählt Fritzsche mit strahlenden Augen. Jahre später holte ihn sein holländischer Freund in völlig desolatem Zustand schließlich in die Niederlande. Kaum war er in Europa gelandet, kaufte Fritzsche den Pampa: „Sein Wert lässt sich nicht in Euro ausdrücken, für mich ist er unbezahlbar." Seit sechs Jahren werkelt der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser nun bereits an seinem Liebling. Nach der Arbeit nutzt er jede freie Minute, um sein Schmuckstück aufzumöbeln. Insgesamt 2000 Stunden investierte er bereits. In mühsamer Kleinarbeit war ihm besonders daran gelegen, als Markenzeichen den Original-Farbton und eine besonders dicke Esse beizubehalten.

Beim Restaurieren in der Scheune verging so manches Wochenende. Dabei konnte Fritzsche immer auf das Verständnis seiner Lebenspartnerin Carmen Miersch zählen. „Andere Männer sind in den Fußball vernarrt, Klaus-Dieter hat seine Traktoren. Mein Hobby hat vier Beine, steht hinter dem Haus und frisst", lacht sie. „So hat jeder seinen Ausgleich." Und dennoch gehen die Interessen der beiden nicht gänzlich auseinander. „Zu den traditionellen Traktorentreffen bin ich mit von der Partie, wenn es nicht zu weit weg ist, und wenn es die Arbeit zeitlich zulässt", betont Miersch.

Die Fans der knatternden Motoren sind zu einer festen Gemeinschaft zusammengewachsen, die sie nicht missen möchte. Fritzsche betont, wie sehr ihm enger Kontakt und reger Austausch mit Gleichgesinnten am Herzen liegt. „Wenn einer mit seinem Projekt Schiffbruch erlebt, leiden die anderen mit. Dann wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, ganz gleich wieviel Uhr es ist." Der Zschornaer bedauert sehr, dass ihm die Zeit fehlt, um ein aktives Mitglied der Lanzfreunde Sachsen zu sein. „Sie sind oft unterwegs, in ganz Europa. Aber die größte Dampfmaschinenausstellung in England habe ich mir auch nicht entgehen lassen."

Landmaschinentechnik hat es Fritzsche schon immer angetan. Deshalb schlug er auch seine berufliche Laufbahn in diese Richtung ein. „Seit meiner Lehrzeit in den siebziger Jahren habe ich inzwischen vier Traktoren komplett zerlegt, mit Motor und Getriebe sowie einigen Extras neu aufgebaut", resümiert er.

Neben dem Pampa mit seiner „fetten Esse" gibt es noch den Lanz Bulldog und den Kramer. Eigentlich wollte er aufhören, als der Pampa in voller Pracht auf dem Hof stand. Doch der Virus, der in ihm stecke sei erneut ausgebrochen: 2008 kaufte er den Kramer von 1958. „Wir sind ein Baujahr", lacht Fritzsche. An der neuen Errungenschaft mit Originalpapieren werkelte er 800 Stunden.

Damit keine Langeweile aufkommt, geht der 53 -Jährige noch einem zweiten Hobby nach – Standmotoren. Hier widmet er sich vor allem Aufbau und Wiederherstellung. „Dieses seltene Modell, mit Namen München-Sendlingen, wurde 1934 gebaut. Ich habe es in Torgau erworben. Ursprünglich trieb der Motor eine Wasserpumpe an", erklärt der Zschornaer eines seiner Lieblingsstücke.

Einen Traum, den möchte er sich noch erfüllen: Er will seine Technik mit einem Stationärmotor aus den 1930er Jahren von der Firma Deutz oder Modate komplettieren. Dann soll es eigentlich genug sein. Aber bei Fritzsche weiß man das nie so genau. Schließlich ist seine Begeisterung für alte Technik wie ein tropischer Virus, den man einfach nicht mehr loswird...

Friederike Spröh

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