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Wurzen Leipziger Straße in Bennewitz erhält kein Grün
Region Wurzen Leipziger Straße in Bennewitz erhält kein Grün
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00:33 21.05.2018
Wenn beidseitig vor der Bäckerei geparkt wird, kommt nur noch ein Auto durch. Parkbuchten sollen Abhilfe schaffen. Begrünung wird es aber auch dann nicht geben. Foto: Ines Alekowa
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Bennewitz

Zweite Runde für die Neugestaltung der Leipziger Straße in Bennewitz. Einen ersten Planentwurf hatte das Leipziger Ingenieurbüro für Siedlungswasserwirtschaft und Tiefbau ISW & T im Februar vorgestellt. Die überarbeitete Variante lag am Mittwoch auf dem Tisch.

Umgestaltung soll fünf Jahre dauern

Der Wunsch, die Straße umzugestalten, besteht schon, seit die ehemalige Bundesstraße 6 mit Inbetriebnahme der Umgehung 2007 zur Ortsstraße umgewidmet wurde. Sie soll schmaler, damit fußgängerfreundlicher werden. Jetzt nutzt die Gemeinde ein Bauvorhaben des Abwasserzweckverbandes (AZV) Muldenaue, um sich anzuschließen. Der will auf 1300 Meter, von der Tankstelle bis kurz vor die Muldenbrücke, und auf 500 Metern in der Dorfstraße bis zur Kläranlage, den Kanal erneuern. Die Arbeiten werden voraussichtlich fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Fahrbahn wird schmaler

In seinen Grundzügen gleicht der zweite dem ersten Entwurf für den Abschnitt B 107 bis Dorfstraße, modifiziert nach Hinweisen aus dem Gemeinderat: Die Fahrbahn wird schmaler. „6,50 Meter sind ein übliches Maß“, so Ingenieur Röder. Die Fußwege werden so 2,50 m breit, können, entsprechend beschildert, auch von Radfahrern genutzt werden. „Für separate Radwege reicht der Platz nicht.“

Kein Radweg, aber Parkplätze

Der Radwegverzicht eröffnet die Möglichkeit für Parkplätze. Die Planer kommen damit vor allem den Einzelhändlern und deren Kunden entgegen. Vor der Bäckerei, besonders frequentiert, werden die Buchten jetzt sogar länger und breiter als das Mindestmaß, um zügiges Ein- und Ausparken zu gewährleisten und den Verkehr von der B 107 nicht zu behindern. Mehr noch: ISW & T griff die Anregung auf, die Parkbuchten nicht durch Grün zu begrenzen. „Die Flächen werden gepflastert, so dass sie auch überfahren werden können“, erläuterte Röder.

Verzicht auf Grün

Letzteres ist ein Ansatz, der nun auch im Rest der Straße verfolgt wird. „Wer soll die Grünflächen pflegen?“, argumentierte der Planer. Widerspruch blieb aus. Und so wird zugunsten von Stellfläche für Radständer ebenso vorm Fahrradladen gepflastert. Auch vorm Alten Gasthof entfallen die Grüninseln. Mit größeren Parkbuchten berücksichtigt das Ingenieurbüro die Transport- und Notfallfahrzeuge zum entstehenden betreuten Wohnen. Warum auch neue Baumpflanzungen nicht möglich sind, erläuterte Röder anhand eines Regelquerschnittes. In diesen sind sämtliche Leitungen eingetragen. „Besonders dramatisch sieht es auf der Südseite aus. Hier ist alles voll“, zeigte er. „Wir würden auch gern Bäume haben, aber die Wurzeln beschädigen die Leitungen.“

Größerer Eingriff an der Albert-Kuntz-Straße

Der größte Eingriff erfolgt in Höhe der Albert-Kuntz-Straße, die einen halben Meter unter Niveau der Leipziger Straße liegt. Zu deren Anbindung wird die Leipziger Straße rechts und links aufgerissen, um sie allmählich zur Kuntzstraße abzusenken. Der Straßenentwässerung werde an dieser Stelle besondere Aufmerksamkeit gewidmet, betonte Röder. „Aber machen wir uns nichts vor: Wenn die Abflüsse voll sind, läuft das Wasser runter in die Kuntzstraße.“ Man werde aber „baulich das Mögliche tun, um eine Überflutung auszuschließen“, versicherte er. Klaus-Dieter Kaschmierzeck (Linke) sprach sich trotzdem gegen Absenkung aus: „Der Aufwand ist nicht gerechtfertigt.“ Außerdem entstehe eine Gefahrenquelle für zum Bus laufende Schulkinder. Das wollte Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) nicht gelten lassen. Die Kuntzstraße aufmerksamer zu benutzen, werde schnell Gewohnheit, außerdem eine 30er-Zone ausgeschildert. Siegfried Pohl (CDU) hatte offenbar auch Bedenken. „Die Entscheidung, die Kuntzstraße anzubinden, beruht nicht auf einem Gemeinderatsbeschluss“, betonte er.

Wasserabfluss ist auch Grund für ein Gefälle der Gehwege. Ihr bis zwölf Zentimeter hohes Bord wird bei Einfahrten und Querungen auf drei Zentimeter abgesenkt. „Das benötigen wir zur Wasserführung“, verwies Röder auf den Starkregen erst tags zuvor. Mit Rollstuhl und Rad ist es zu überwinden“, ergänzte Laqua nach Einwänden von Ina Adler (Linke).

Zeit für weitere Details

Über weitere Details nachzudenken, ist noch Zeit. Der Start des Kanalbaus, dem der Straßenbau folgen soll, verschiebt sich um ein Jahr auf 2019, wie ein Vertreter des AZV anschließend informierte. Der Kanalbau soll am Klärwerk in der Dorfstraße beginnen, wo die großen Rohre auf wenig Platz verlegt werden müssen. Deswegen musste eine Baustraße mit Auffahrt auf die B 6 abgeklärt werden. 2018 wird nun lediglich zur Bauvorbereitung genutzt.

Von Ines Alekowa

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