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Leiterin des Tierheimes gekündigt

Leiterin des Tierheimes gekündigt

 


Wurzen. Die Leiterin des Wurzener Tierheimes, Heidrun Hesse, ist gekündigt worden. Nicht fehlende finanzielle Mittel, sondern offenbar vereinsinterne Querelen führten zum Zerwürfnis.

Mitglieder des Tierschutzvereins schrieben jetzt einem Brief an den Landesverband Sachsen und baten um Hilfe. Das Schreiben an den Landesverband ist brisant und ein Versuch die Ereignisse um die Kündigung der bisherigen Tierheimleiterin aufzudröseln. Da ist von gezielter Suche nach Fehlern in der Arbeit von Heidrun Hessel durch einige Vorstandsmitglieder die Rede. Zudem wird vermutet, dass der Vereinsvorsitzende René Dathe seiner Lebensgefährtin, die ihren Arbeitsplatz verlor, einen Job verschaffen wollte. Entrüstet sind die Vereinsmitglieder zugleich über den Umgang mit ihnen. Zutrittsverbot, Streikplakate. Beschimpfungen sollen so entgleist sein, dass gegen den Vereinschef Anzeige erstattet wurde. Die Vereinsmitglieder erhoffen nun vom Landesverband Unterstützung und dass die übergeordnete Stelle den Vorstand – bis auf zwei Ausnahmen – von seinen Aufgaben entbindet. Hier jedoch dürfte der Landesverband die Hände heben. „Eine Absetzung des Vorstandes liegt nicht in unserer Hand, sondern muss aus den Gemeinschaften selbst kommen“, reagiert Petra Backoff vom Landesverband. Dennoch würde das Gespräch in Wurzen gesucht. „Vielleicht können wir vermitteln“, hofft Petra Backoff. Doch die Fronten scheinen verhärtet. Domenika Dschiwulski, Schatzmeisterin des Vereins äußerte sich in Vertretung ihres Lebenspartners und Vereinsvorsitzenden René Dathe: „Frau Hesse wurde ordnungsgemäß gekündigt. Sie hat eine Betriebsanweisung erst spät unterzeichnet und sich dann auch nicht an die Vorschriften gehalten. So wurde weiterhin Katzenmilch verfüttert, obwohl die Tiere davon Duchfall bekommen. Auch kaufte sie das teure Aldi-Futter und nahm Tiere aus Kommunen auf, mit denen wir gar keinen Vertrag hatten.“ Mit Heidrun Hesse sei nicht zu reden gewesen, betonte sie. Es wäre immer wieder versucht worden. „Doch dann stand sie auf und ging.“ In der Privatwirtschaft wüsste jeder, dass solches Verhalten eine Kündigung nach sich zieht. Heidrun Hesse indes sieht die Dinge aus einem anderen Licht. Ja, sie habe sich zunächst widersetzt, die Betriebsanweisung vom 27. Oktober zu unterzeichnen. Vorgeschrieben wurde unter anderem, nur noch Dosenfutter von der Baywa zu beziehen. Auf die Fütterung von Katzenmilch und Leckerlies sollte aus Kostengründen komplett verzichtet werden. „Das unterschrieb ich erst zwei Wochen später und hielt mich auch dran“, sagte die Frauwalderin. Auf den Vorwurf in einer Abmahnung vom 15. November, sie hätte sich den Anweisungen widersetzt und weiterhin teures Futter sowie Katzenmilch gegeben antwortete sie: „Das habe ich aus eigener Tasche gezahlt. Katzenwelpen können durch mit Futter für ausgewachsene Tiere sterben. Das widerspricht dem Tierschutz.“ Was das Einzugsgebiet betrifft, habe sie beim Vorstand mehrfach über dessen Ausprägung nachgefragt, jedoch nie konkrete Antworten bekommen. „Unser Tierheim hat nur Verträge mit Wurzen und der Gemeinde Falkenhain. Wir werden künftig nur Tiere aus diesen Kommunen aufnehmen. Wir bekommen keinen Cent für Tiere außerhalb unseres Zuständigkeitsgebietes. Und was die Milch betrifft, da ging es um Durchfall, den die Katzen davon bekamen. Aufzuchtmilch für kleine Katzen war nie ein Thema“, klärte Domenika Dschiwulski auf. Dass ihr durch die Kündigung von Heidrun Hesse ein Job verschafft werden soll, sei völlig aus der Luft gegriffen. Leiterin sei jetzt nicht sie, sondern die bisherige Stellvertreterin. Heidrun Hesse sieht dennoch Zusammenhänge, will indes über das Ziel des Verhaltens der Schatzmeisterin nicht spekulieren. Sie spricht von gezieltem Mobbing und begründet das unter anderem mit dem Inhalt der Abmahnung. Die haben keinen Nachweis schuldhafter Verletzung der Arbeitspflicht enthalten, sondern lediglich Dinge, die mit übler Nachrede zu bezeichnen wären. Einem Widerspruch ihrerseits folgte die außerordentliche Beurlaubung und anschließende Kündigung zum 15. Januar.  

Conny Hanspach

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