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Lichtblick für Machern: Abwasser soll weniger kosten

Gebühren Lichtblick für Machern: Abwasser soll weniger kosten

Michael Theis, kaufmännischer Chef der Leipziger Wasserwerke (KWL), hat sich auf einer Gemeinderatssitzung am Montag in Machern nun vehement für die vorzeitige Beendigung des Sondertarifgebietes ausgesprochen. 90 Prozent der Gebührenzahler könnten von niedrigeren KWL-Sätzen profitieren.

90 Prozent der Gebührenzahler könnten von niedrigeren KWL-Sätzen profitieren. (Symbolfoto)

Quelle: dpa-Zentralbild

Machern. In finanzieller Schieflage befand sich vor Jahren der Abwasserzweckverband (AZV) Lindelbach mit seinen Mitgliedskommunen Machern und Jesewitz. Zum 1. Januar 2010 schloss sich der AZV Lindelbach dem Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Leipzig-Land (ZV Wall) an. Die Entscheidung, sich einen stärkeren Partner zu suchen, ging mit der Festschreibung eines Sondertarifgebietes einher. Der höhere Lindelbach-Tarif blieb vorerst gültig. Er sollte längstens zehn Jahre – bis 2020 – gelten.

Michael Theis, kaufmännischer Chef der KWL, warb auf der Gemeinderatssitzung am Montag in Machern nun vehement für die vorzeitige Beendigung des Sondertarifgebietes. Die Kommunalen Wasserwerke Leipzig sind Betriebsführer des ZV Wall und haben somit die Macherner Abwasserhistorie geerbt. „Wie Sie alle besser wissen als ich, befand sich der AZV in schwierigem Fahrwasser. Die damals beschlossenen und noch heute geltenden Gebühren lagen unter den Preisen, die der AZV selbst vorkalkuliert hatte.“ Diese Unterdeckung bezifferte Theis auf etwa 30 Prozent. Um wirtschaftlich zu überleben, hatten die Mitgliedsgemeinden Machern und Jesewitz damals den Beitritt zum ZV Wall beschlossen. Alles andere hätte eine Gebührenexplosion zur Folge gehabt, warnten die Verantwortlichen vor sechs Jahren.

„Nunmehr sehen wir die Chance, den Sondertarif schon ab 2017 zu beenden“, erklärte Theis. „Die Anlagen sind in einem schlechteren Zustand, als erwartet.“ Mit der Vereinheitlichung hätten die KWL die Möglichkeit, nötige Arbeiten früher in ihr Investitionsprogramm aufzunehmen, versicherte der Gast. Ein Kredit bei der Sächsischen Aufbaubank, mit dem die Lindelbach-Altschulden abgestottert werden, könne zudem früher abgelöst werden. „Das käme auch der Schuldenstatistik von Machern zugute“, unterstrich Andreas Berthold, Geschäftsführer des ZV Wall. Vor allem aber ergäben sich für die meisten Kunden niedrigere Gebühren - und zwar schon ab 2017 und nicht erst ab 2020. „Für rund 90 Prozent der Kunden sinken die Kosten“, rechnete Theis vor. Unterm Strich würde es für rund 2000 der knapp 2200 Macherner Kunden billiger. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass im KWL-Gebiet die Ableitung von Regenwasser teurer ist. „Vor allem auf Betroffene, die über große versiegelte Flächen verfügen, kommen höhere Belastungen zu.“ Für die meisten derer, die mit dem KWL-Modell schlechter fahren, betrage die jährliche Mehrbelastung aber nur maximal 50 Euro – sei also verkraftbar, so der kaufmännische Geschäftsführer.

Anhand einer Beispielrechnung legte Theis den positiven Normalfall dar. Für ein Einfamilienhaus mit zwei Personen, einem Frischwasserverbrauch von 65 Kubikmeter und 120 Quadratmeter Niederschlagsfläche seien aktuell 337 Euro im Jahr zu zahlen. „Nach der Vereinheitlichung wären es nur noch 205 Euro.“ Auch zu den immerhin 270 dezentralen Anlagen lieferte der KWL-Mann einen Überblick. Für Versickerungsgruben gebe es eine leichte Steigerung, für abflusslose Gruben und Anlagen mit Überlauf würden die Preise hingegen sinken.

Auch die Kommune käme billiger, denn der Anteil aus den Gewinnausschüttungen der KWL würde nicht mehr wie bisher für den SAB-Kredit draufgehen. Für Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) lagen die Vorteile auf der Hand. Petra Puttkammer (CDU) regte an, dass Betroffene mit viel versiegelter Fläche nach Lösungen suchen sollten, ihre Gebührenlast zu reduzieren. Theis sagte zu, dass die KWL bei Bedarf beraten. „Dann werde ich mir einen Badeteich auf dem Firmengelände zulegen“, zog Gemeinderat Robert Steinbauer (FWG) schon mal sein persönliches Fazit.

Jesewitz hat der Aufhebung des Sondertarifgebietes bereits zugestimmt. Machern will das Thema noch einmal im Ausschuss vertiefen, bevor es zur Entscheidung kommt.

Von Simone Prenzel

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