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Wurzen Lieder: Neue Struktur soll Rathaus-Krise lösen
Region Wurzen Lieder: Neue Struktur soll Rathaus-Krise lösen
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14:19 19.05.2015

Seit Januar 2014 arbeite man daran, eine effektivere und nachhaltige Struktur und Aufgabenverteilung zu installieren, erklärte die Rathauschefin. Sie setze weiter auf partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Wie berichtet, wandten sich Mitarbeiter des Macherner Rathauses vertrauensvoll an Landrat Gerhard Gey (CDU) und baten um ein persönliches Gespräch. 20 von 24 Mitarbeitern der Kernverwaltung unterzeichneten den Brief, der im Ort heftig diskutiert wird. Trotz des inzwischen begonnenen Coachings der 41-jährigen Rathauschefin hegen die Betroffenen erhebliche Zweifel, dass sich die Situation durch die begonnenen Maßnahmen ändert. Die Amtsführung der Juristin steht seit längerem in der Kritik. Die gebürtige Machernerin war im Vorjahr als CDU-Kandidaten auf den Chefsessel gewählt worden. Sympathien genoss sie aber auch bei SPD und Linkspartei, die beide auf die Nominierung eigener Bewerber verzichteten.

Doreen Lieder verweist in ihrer Erklärung darauf, dass Coaching und Mediation laufen. "Am 25. April 2013 habe ich das Amt der Bürgermeisterin der Gemeinde Machern übernommen, nachdem ich mit breiter Unterstützung unterschiedlicher Parteien von den Bürgern der Gemeinde gewählt worden bin. In den folgenden Monaten", so Lieder weiter, "haben sich Spannungen im Rathaus entwickelt, die dazu führten, dass der Gemeinderat, der Personalrat, das Landratsamt und die Landesdirektion einbezogen worden sind. In der Folge wurde unter anderem beschlossen, dass ein Führungskräftecoaching, eine Mediation im Team sowie eine Beratung von außen durch einen erfahrenen Verwaltungsfachmann erfolgen soll." Coaching und Mediation hatte das Landratsamt, wie LVZ berichtete, per Verwaltungsakt erzwingen müssen.

Lieder schildert weiter, dass der Gemeinde seit Januar mit Klaus-Jürgen Linke der ehemalige Grimmaer Bürgermeister und Ex-Beigeordnete des Landrates als ehrenamtlicher Berater zur Seite stehe. Mit ihm sowie den Führungskräften der Gemeinde arbeite die Rathauschefin zusammen, um eine effektivere Verwaltungsstruktur zu installieren. "Der Personalrat wurde einbezogen", berichtet Doreen Lieder. Linke habe auch mit den Mitarbeitern Gespräche geführt.

"Am 7. März wurde das Ergebnis, wonach eine Dreiämterstruktur eingeführt werden soll, dem Personalrat vorgestellt. Es erfolgte dazu ein Austausch. Ich meine, dass wir mit der neuen Schaffung des dritten Amtes Liegenschafts- und Bauverwaltung eine erhöhte Qualität und auch Quantität erreichen werden." Am 10. März sei in beiden Ausschüssen die neue Struktur, mit der sich auch der Personalrat einverstanden erklärt habe, erläutert worden und auf breite Zustimmung der Gemeinderäte gestoßen, gibt die Bürgermeisterin den Inhalt der nichtöffentlichen Debatte wieder. "Am 11. März erhielt ich über den Posteingang ein an den Landrat von der Belegschaft gerichtetes Schreiben zur Kenntnis, von dem die LVZ am 21. März berichtete. Dieses Schreiben vom 7. März steht im Widerspruch zu den erreichten Ergebnissen vom 7. März." Lieder weiter: "Die in dem Schreiben geschilderten Unterstellungen kann ich nicht stehen lassen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werde ich einzelne Sachverhalte nicht öffentlich ansprechen."

Gemeinsam mit der Belegschaft und dem Gemeinderat wolle sie "die Zukunft der Gemeinde Machern positiv gestalten und die anstehenden Aufgaben partnerschaftlich und kollegial lösen", so Lieder in ihrer gestrigen Erklärung. "Probleme bewältigen wir nur, wenn wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Ich wünsche mir eine offene Kommunikation als Grundlage für ein gesundes und vertrauensvolles Arbeitsklima." Ein Dank gelte den unterstützenden Nachbargemeinden, "die zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meiner Verwaltung helfen, die schwierige Situation von mehreren Langzeiterkrankungen gemeinsam zu meistern". Abschließend erklärt Lieder: "Wir sind alle in der Verwaltung der Gemeinde Machern gefordert, alles zu tun, um die volle Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen und lösungsorientiert und erfolgreich unsere Zukunft in die Hand zu nehmen."

Die Einführung der neuen Ämterstruktur sei richtig, dürfe aber nicht überbewertet werden, erklärte hingegen Vize-Bürgermeister Robert Steinbauer (CDU). "Noch wichtiger scheint mir, dass das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus wieder hergestellt wird." Dazu müssten vertrauensbildende Maßnahmen initiiert und forciert werden. "Hier ist primär die Bürgermeisterin gefordert, insbesondere im Umgang mit den Beschäftigten, die momentan ein Klima der Angst und Enttäuschung erleben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.03.2014
Simone Prenzel

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