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Wurzen Lieder räumt nun doch ihr Büro
Region Wurzen Lieder räumt nun doch ihr Büro
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14:18 19.05.2015
Wird ihr Dienstzimmer im Rathaus nun doch verlassen: Doreen Lieder zieht ins Schloss. Quelle: Archiv

igen Tätigkeit als Bürgermeisterin der Gemeinde Machern aus?

Doreen Lieder: In der aktuellen Phase eine Bilanz des letzten Jahres zu ziehen, verbietet sich. Es gilt, in der aktuellen Situation wieder auf Kurs zu kommen und konstruktiv und gemeinsam für unsere Gemeinde zu arbeiten.

Die Bestellung eines Beauftragten ist ein ziemlich einmaliger Vorgang. Betrachten Sie diese drastische Maßnahme der Rechtsaufsicht nicht als Armutszeugnis für sich als Bürgermeisterin?

Da ich persönlich das Landratsamt um Unterstützung für die Arbeit im Rathaus gebeten habe, kann es schwerlich als Armutszeugnis gewertet werden. Es geht um ein Miteinander in der Arbeit der Verwaltung - hier ist jede helfende Hand willkommen. Die Wahl der Mittel oblag allerdings dem Landratsamt - dies möchte ich nicht werten.

Thema war zuletzt immer wieder das angespannte Arbeitsklima im Rathaus und der immens hohe Krankenstand. Wie ist es aus Ihrer Sicht zu dieser Situation gekommen?

In der Öffentlichkeit werden bislang unbewiesene Anschuldigungen thematisiert. Dennoch kann und werde ich mich zu personellen Themen im Rathaus aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht äußern. Ein Grund hierfür sind geltende Datenschutzbestimmungen, an die ich gebunden bin.

In einem Leserbrief wurde Unverständnis geäußert, dass das Landratsamt in der Periode Ihres Amtsvorgängers nicht eingegriffen habe, obwohl auch dort nicht alles glatt lief. Ist das auch Ihre Meinung?

Die Handhabung von Sachverhalten vor meiner Amtszeit entzieht sich meiner Kenntnis und es obliegt mir nicht, diese zu bewerten.

Landrat Gerhard Gey äußerte, dass ein Bürgermeister in so einer Situation, wo ihm die Verwaltung entzogen wird, normalerweise selbst Konsequenzen zieht, warum kommt für Sie ein Rücktritt nicht in Frage?

Nicht der Landrat, sondern die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Machern haben mich mit großer Mehrheit zur Bürgermeisterin gewählt. Denen bin ich in dieser Weise verpflichtet. Der anhaltende Zuspruch aus dem Gemeinderat und aus der Gemeinde selbst bestärken mich in diesem Wählerauftrag. Diesen möchte ich für das Wohl der Gemeinde erfüllen.

Welchen Aufgaben widmen Sie sich aktuell vor dem Hintergrund, dass Sie sich mit den laufenden Angelegenheiten der Verwaltung gar nicht mehr befassen dürfen?

Zunächst stehe ich dem Beauftragten des Landrates für Fragen und Hilfestellungen zur Seite. Zudem arbeite ich selbstverständlich an inhaltlichen und konzeptionellen Themen für die Gemeinde. Außerdem komme ich repräsentativen Pflichten nach und bin in vielen Gesprächen mit Bürgerinnen, Bürgern, Unternehmern und Amtskollegen.

Der Landrat hatte Sie aufgefordert, Ihr Dienstzimmer zu räumen. Wie ist der aktuelle Stand?

Dass ich mein Büro räumen soll, habe ich aus dem Interview des Landrates vom 3. Mai in der LVZ erfahren. Am 15. Mai erhielt ich per Email die Aufforderung des Landrates, dies unverzüglich zu vollziehen. Dem werde ich nachkommen, andernfalls drohen mir disziplinarische Maßnahmen. Seitens Herrn Dietze lag mir bis zum 15. Mai Dienstschluss keine konkrete schriftliche Aufforderung vor, welches adäquate, funktionierende, alternative Büro er mir zur Verfügung stellen möchte. Die Art und Weise des Vorgehens durch den Landrat ist sicher nicht der richtige Weg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.05.2014
Simone Prenzel

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