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Wurzen Lieder wollte Campingplatz offenbar im Alleingang verpachten
Region Wurzen Lieder wollte Campingplatz offenbar im Alleingang verpachten
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15:24 01.11.2018
Das Naherholungsgebiet an den Lübschützer Teichen ist Eigentum der Gemeinde. Bisher fehlte allerdings ein schriftlich fixierter Pachtvertrag. Quelle: LVZ
Machern

Die Lübschützer Teiche am Rande des Tresenwaldes galten schon zu DDR-Zeiten als beliebtes Naherholungsgebiet. Viele Jahre zehrte das Areal von dieser Bekanntheit. Am Montagabend hatte der Gemeinderat über die Verpachtung des Campingplatzes zu entscheiden. Dabei sorgte die Machernerin Nicole Thenau, Geschäftsführerin der Firma Eastside Security LE, durchaus für erstaunte Gesichter. Sie habe einen Vorvertrag über den Campingplatz in der Tasche, ließ die Geschäftsfrau im Rahmen der Bürgerfragestunde verlauten. Dieser sei nach Gesprächen mit Bürgermeisterin Doreen Lieder zustande gekommen. „Davon hören wir zum ersten Mal“, rieb sich Gemeinderat Detlef Keller (CDU) verwundert die Augen. Zum Vertragsabschluss, berichtete Thenau den verdutzten Gemeinderäten weiter, sei es aber nicht mehr gekommen. Die Bürgermeisterin sei dann bekanntlich erkrankt und im Rathaus habe man keinen richtigen Ansprechpartner mehr gefunden.

In der Tat müht sich die Kommune, für das Camping-Eldorado eine Lösung zu finden. Erst vor wenigen Wochen hatten sich Gemeinderäte zur Besichtigung an den Lübschützer Teichen eingefunden. Vor allem Dauercamper stören sich nicht am etwas betagten Charme der Anlage.

„Wir befinden uns bei dem Thema im Zugzwang“, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister Karsten Frosch (CDU). „Aktuell gibt es einen vertraglosen Zustand.“ Nach der Wende bewirtschaftete die Macherner Service GmbH, eine Tochtergesellschaft der Gemeinde, die etwa acht Hektar. Ab 2005 habe die Gerichshainer Bau- und Wohnungsgesellschaft (GBW) als Gebäudeeigentümer die Bewirtschaftung mittels Pachtvertrag dann in die Hände der Familie Meding gelegt. Diese bewirtschaftet gleichzeitig ihre eigene Gaststätte am See. Im Jahre 2013 habe die GBW ihre Gebäude aus ihrem Vermögensbestand entnommen, so dass die Anlage in die Hände der Gemeinde fiel.

Seit diesem Zeitpunkt habe sich das Rathaus – allerdings bisher ergebnislos – bemüht, einen Pachtvertrag mit Andrea Meding abzuschließen. Nachdem diese zwischenzeitlich erklärte, die Bewirtschaftung des Platzes Ende 2018 einzustellen, wendete sich inzwischen das Blatt. Dem Gemeinderat lag nunmehr ein Pachtvertrag vor, auf dessen Grundlage das Gelände für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2020 an Andrea Meding verpachtet werden soll. Dieses Vorgehen segnete das Ortsparlament am Montag einstimmig ab. In beiderseitigem Einvernehmen soll auch eine kürzere Laufzeit möglich sein.

Wie es perspektivisch mit dem Campingplatz weiter geht, ob die Gemeinde das Gebiet selbst entwickeln oder sogar veräußern will, dazu fiel vorerst keine Entscheidung. „Mit der Verpachtung an Frau Meding haben wir uns lediglich Zeit erkauft“, stellte Uwe Richter (Freie Wählergemeinschaft) klar.

Dennoch erging auch an Nicole Thenau, die sich ihrer Sache schon sicher glaubte, die Bitte, sich mit ihrem Konzept in die weitere Debatte einzubringen. Die Geschäftsführerin zumindest ließ keinen Zweifel daran, an einem längerfristigen Engagement interessiert zu sein.

Von Simone Prenzel

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