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Wurzen Lindenallee in Posthausen: Gemeinde setzt die Säge an
Region Wurzen Lindenallee in Posthausen: Gemeinde setzt die Säge an
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00:17 16.01.2018
Etwa 40 Linden säumen die Posthausener Dorfstraße. Das von der Gemeinde Machern in Auftrag gegebene Gutachten sagt: Etliche Bäume sollen gefällt werden. Quelle: Foto:
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Machern/Posthausen

Die geplante Fällung der Posthausener Lindenallee erhitzt derzeit die Gemüter. Nachdem bei einem Herbststurm Ende Oktober zwei Bäume umgestürzt waren, hatte die Kommune einen Gutachter beauftragt. Die Expertise zeichnet ein trauriges Bild vom Zustand der Bäume: Laut Rathaus müssten alle 36 Linden gefällt werden. Es gebe Wurzelschäden durch den vor Jahren erfolgten Straßenbau, außerdem abgestorbene Kronen und Risse.

Ein Ergebnis, das der Macherner Frank Neumann nicht akzeptieren will. „Es kann nicht sein, dass gleich die ganze Allee der Säge zum Opfer fällt“, kritisiert der sachkundige Einwohner den Umfang der geplanten Maßnahmen. „Die Einschätzung der Bürgermeisterin, hier sei Gefahr im Verzug, ist unredlich“, erklärt der Macherner weiter. Der Baumfrevel sei nicht hinnehmbar – schon gar nicht, wenn möglicherweise noch freie Haushaltsmittel der Grund seien. Erst auf hartnäckiges Drängen hin wurde Neumann überhaupt erst gestattet, in das Gutachten Einblick zu nehmen. Dies empfiehlt er übrigens auch allen Posthausener Bürgern, um beurteilen zu können, „ob der Naturaspekt ausreichend berücksichtigt wurde“.

Die Gemeinde hat aus ihrer Sicht gute Gründe für den Kahlschlag: „Unsere Entscheidung, die Bäume fällen zu lassen, wurde auf fachkompetenter Grundlage getroffen“, reagierte Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) auf die Vorwürfe. „Wir gehen keinesfalls leichtfertig mit dem Baumbestand um. Das Gutachten sagt aber eindeutig aus, dass die Standsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben ist.“ Für 24 Linden auf der nördlichen Seite werde ein radikaler Kronenschnitt beziehungsweise eine Fällung empfohlen. Für die 14 Exemplare auf der Südseite raten die Gutachter zur Radikalkur. Hier helfe nur, die Bäume komplett zu entfernen. „Wir wissen natürlich, dass die Linden für das Ortsbild von Posthausen prägend sind“, sagte Doreen Lieder. Aber letztlich sei es auch eine wirtschaftliche Entscheidung, gleich die komplette Allee zu fällen und nicht erst nur eine Seite. „Würden wir an 24 Bäumen nur die Kronen stutzen, wäre das Problem in einigen Jahren wieder akut – ganz abgesehen von der sicher gewöhnungsbedürftigen Optik, wenn nur noch Stummel in den Himmel ragen. Dann ist es schon sinnvoller, gleich rigoros die Säge anzusetzen und die Allee danach neu anzulegen.“ Diese Nachpflanzung stehe freilich noch unter dem Vorbehalt der bevorstehenden Etat-Gespräche. Ob die Gemeinde zudem verpflichtet sei, das Gutachten komplett offenzulegen, müsse im Zweifelsfall von der Rechtsaufsicht geklärt werden.

Von Simone Prenzel

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