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Linke im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen blasen für Orchester in das gleiche Horn

Musik Linke im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen blasen für Orchester in das gleiche Horn

Die Linken blasen in das gleiche Horn: Nachdem die Finanzlücke für Leipziger Symphonieorchester und Sächsische Bläserphilharmonie noch immer nicht geschlossen ist, fordern sie jetzt die CDU-Landräte Henry Graichen und Kai Emmanuel auf, Tacheles zu reden.

Das Leipziger Symphonieorchester im Konzert.

Quelle: Andreas Doering

Landkreis. Die Linken im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen blasen in ein Horn: Auf einer gemeinsamen Sitzung der Linksfraktionen in Espenhain stimmten die Politiker einen Chor zum Erhalt der Sächsischen Bläserphilharmonie und des Leipziger Symphonieorchesters an. Wie Markus Heide, Fraktionsgeschäftsführer im Kreistag Nordsachsen, sagte, sei an den Solidargedanken appelliert worden. „Beide Fraktionen sind sich einig, dass der im Kulturraumgesetz verankerte Solidargedanke im gemeinsamen Kulturraum dringend gestärkt werden muss“, so Heide. Deshalb würden sich Kreisegoismen verbieten. Schwerpunkte der Förderung müssten im Konsens abgesprochen und dürfen nicht einseitig aufgekündigt werden.

Wegen des Millionen schweren Lochs in der Finanzierung der Orchester schwebt seit Monaten das Damoklesschwert über den Musikern. Nachdem die Mitglieder eine am Tarif orientierte Bezahlung geltend gemacht haben, offenbart sich eine erhebliche Unterdeckung im Etat, den der Kulturraum Leipzig für beide Ensemble veranschlagt. Diese Lücke müssen sowohl die Kommunen, in denen die Orchester beheimatet sind, als auch die beiden Landkreise schließen. Während sich der Kreistag des Leipziger Landes auf seiner Sitzung im Mai 2016 für den Erhalt beider Orchester ausgesprochen und eine um rund 700 000 Euro höhere Finanzierungssumme zugesichert hat, wurde ein analoger Beschluss durch den Kreistag Nordsachsen mit einem Zuschuss an die Orchester in Höhe von rund 300 000 Euro weder auf dessen Juni- noch auf dessen Septembersitzung behandelt.

Ein Kompromiss scheint in Nordsachsen in weiter Ferne. „Vielmehr zeichnet sich hier eine Mehrheit des Kreistages ab, die die Orchesterfinanzierung auf dem bisherigen Stand einfrieren und damit einen Tod auf Raten für wenigstens eines der beiden Orchester in Kauf nehmen will“, so Heide weiter. In dieser dramatischen Situation fordern Peter Müller, Stellvertretender Fraktionsvorsitzer der Linken im Kreistag Leipzig und Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag Nordsachsen, die Landräte Henry Graichen (CDU) und Kai Emanuel (CDU) auf, die versprochene gemeinsame Sitzung der Ältestenräte beider Landkreise dringend einzuberufen, um doch noch Möglichkeiten für einen Kompromiss zur Orchesterfinanzierung auszuloten. Für beide Fraktionen sei klar, dass das Leipziger Symphonieorchester und die Sächsische Bläserphilharmonie keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden dürfen.

„Die Linksfraktion Nordsachsen erwartet darüber hinaus, dass die Orchester ihre Präsenz in Nordsachsen unbedingt erhöhen“, ergänzte Heide. Voraussetzung dafür sei nicht nur für die Lokalpolitiker, sondern auch für den Geschäftsführer der Sächsischen Bläserphilharmonie Heiko Schulze die Bereitschaft vor Ort , die entsprechende Aufgeschlossenheit und das notwendige Engagement zu zeigen, denn geeignete Spielstätten seien ausreichend vorhanden. „Kultur darf nicht sterben; gerade in diesen Zeiten ist sie wichtiger denn je“, so Heide.

Das Leipziger Symphonieorchester ist derzeit mit dem Londoner Singer-Songwriter und Musikproduzent Albert Hammond auf Tour und wird dabei auch im Leipziger Haus Auensee gefeiert. Hammond hatte mit Hits wie „It Never Rains in Southern California“, „The Air That I Breathe“ und „One Moment in Time“ einen Namen gemacht. Von der Tour des Orchesters mit dem hochkarätigem Gast soll es einen Live-Mitschnitt geben, der ab Februar zu haben sein wird. Auch über diesen Weg will das Orchester Einnahmen generieren.

Von Birgit Schöppenthau

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