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Linke reagieren auf Kritik der CDU-Landtagsabgeordneten Dietzschold

Integrationsbeauftragter Linke reagieren auf Kritik der CDU-Landtagsabgeordneten Dietzschold

Als „durchsichtigen Versuch, das Klientel besorgter Bürger anzusprechen“ bewertete Jens Kretzschmar, Fraktionschef der Linken im Stadtrat, die Kritik von CDU-Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold. Dietzschold monierte unlängst, dass Wurzen immer noch keinen Integrationskoordinator beantragt habe.

Jens Kretzschmar, Fraktionschef der Linken im Stadtrat (li.), hat die Kritik von Hannelore Dietzschold als „unsachgemäß“ bezeichnet.

Quelle: Thomas Kube

Wurzen. Als „unsachgemäß und sehr durchsichtigen Versuch, das Klientel besorgter Bürger anzusprechen“ hat Jens Kretzschmar, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat, die jüngste Kritik der CDU-Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold bezeichnet. Wie berichtet, monierte die 63-jährige Politikerin erst kürzlich, dass die Stadtverwaltung über vier Wochen nach dem Gespräch mit der Ministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping (SPD), immer noch keinen sogenannten Integrationskoordinator für Wurzen und Hohburg beim Landratsamt beantragt habe. Eben darauf verständigten sich aber am 2. September Köpping und Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos).

Anlass des ministerialen Besuches im Büro des Stadtoberhauptes waren seinerzeit die Vorkommnisse mit Asylbewerbern in der Muldestadt, insbesondere der Überfall auf das Pizzahaus in der Bahnhofstraße, Ecke Beethovenstraße, am letzten Augustwochenende. Bereits montags darauf am 29. August demonstrierten knapp 400 Personen auf dem Bürgermeister-Schmidt-Platz, darunter zahlreiche mittelständische Unternehmer. Aus Sorge, dass die Situation in Wurzen eskalieren könnte, wandte sich Röglin damals an Köpping. Beim Treffen, an dem ferner Lossatals Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) und DRK-Vorstand Bettina Belkner teilnahmen, empfahl die Ministerin den künftigen Einsatz eines kommunalen Integrationskoordinators, der zum Beispiel Vereine und ehrenamtliche Helfer besser vernetzt, bei der Bewältigung der Unterbringung von Flüchtlingen hilft sowie Integrationsangebote vor Ort bündelt.

Da sich jedoch ein Monat nach dem Termin nichts tat, meldete sich Dietzschold öffentlich zu Wort und sagte an die Adresse von Oberbürgermeister Röglins gerichtet: „Es reicht nun einmal nicht, lediglich Forderungen an andere zu stellen und dann ein konkretes Angebot auf die lange Bank zu schieben.“ Jene Bemerkung hält Kretzschmar für „absolut ungerechtfertigt“. Schließlich gab es am 20. September eine Zusammenkunft in der Kreisbehörde mit dem verantwortlichen Beigeordneten Thomas Voigt. „Die Einladung hierfür erfolgte übrigens an alle Fraktionen des Stadtrates, auch an die CDU.“ Allerdings blieben die Christdemokraten der Versammlung fern. „Wohl deshalb fehlte Frau Dietzschold der Hintergrund zu ihrer Kritik.“ Denn als Quintessenz wünschten Wurzens Parlamentarier und Röglin vor allem einen Streetworker, also Sozialarbeiter, weniger einen Integrationskoordinator. Kretzschmar dazu: „Diese Tatsache zeigt einmal mehr, dass ein Landtagsabgeordnetenbüro keine Fraktionsarbeit im Stadtrat ersetzt.“ Der Linken sei es darüber hinaus weitaus wichtiger, die aktuelle Lage zu entschärfen anstatt sie unnötig aufzuheizen. „Schon gar nicht nach dem jüngsten Zwischenfall in der Bahnhofsstraße, bei dem unlängst die Fensterscheibe einer Flüchtlingswohnung eingeschlagen wurde.“

Von Kai-Uwe Brandt

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