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Lob für Thallwitzer Amtsverweser

Lob für Thallwitzer Amtsverweser

Ereignisreiche Monate an der Spitze des Thallwitzer Rathauses gehen für Jürgen Schmidt zu Ende. Der CDU-Politiker übergibt am 31. Dezember 2013 den Staffelstab an den neuen Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos).

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Bürgermeister auf Zeit nimmt Abschied: Die Tätigkeit des Thallwitzer Amtsverwesers Jürgen Schmidt (r.) endet am 31. Dezember. Thomas Pöge dankte dem Großzschepaer für sein Wirken.

Quelle: Klaus Peschel

Thallwitz. Auf der jüngsten Sitzung dankten Gemeinderat und Verwaltung dem Großzschepaer für sein Wirken. "Sie waren für uns eine große Stütze", gab Kämmerin Heike Tretschok dem scheidenden Amtsverweser mit auf den Weg. Vize-Bürgermeister Gerhard Wilhelm (Freie Wählervereinigung Thallwitz-Nischwitz) lobte Schmidt ebenfalls: "Du hattest immer ein offenes Ohr und hast den Bürgern das Gefühl gegeben, dass du ihre Anliegen ernst nimmst."

Am 1. März 2013 übernahm Jürgen Schmidt das Zepter. Der Gemeinderat hatte ihn nach der Erkrankung des damaligen Gemeindeoberhauptes Kurt Schwuchow einstimmig gewählt. "Dass ich in dieser Zeit zwei Haushalte auf den Weg bringen werde und auch noch eine Flut zu bewältigen ist, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten", zog Schmidt eine Bilanz seiner Arbeit. Er dankte dem Rat und der Verwaltung für das große Engagement, das alle gezeigt hätten. "Wir hatten auch die Rückendeckung der Bürger und viele Einwohner haben mir in unzähligen Gesprächen Hinweise gegeben und ihre Sorgen mitgeteilt." Er sei gern in Thallwitz gewesen, hielt der ehemalige Wurzener Oberbürgermeister nicht hinterm Berg. "Auch wenn ich nicht allen helfen konnte, so habe ich doch immer mein Bestes versucht." Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit habe Thallwitz den Haushalt für 2013 auf den Weg gebracht. Und auch das glückte Schmidt: Als Abschiedsgeschenk legte er dem Gemeinderat einen Etat für 2014 vor, der am vorigen Freitag beschlossen wurde und Thomas Pöge den Start erleichtert. In Sachen Doppik sei Thallwitz über die "Experimentierphase" hinaus, wies Schmidt auch auf die hervorragende Arbeit von Kämmerin Heike Tretschok hin.

"Im Juni", erinnerte der Lossataler, "kam das Hochwasser und hat in unserem Gemeindegebiet große Schäden verursacht. Das Wasser der Mulde hat Deiche brechen lassen und große Verwüstungen angerichtet." Respekt zollte der Amtsverweser den Betroffenen, deren Häuser zum zweiten Mal in den Fluten versanken. "Ihr Wiederaufbauwille verdient meine Hochachtung." Thallwitz habe sich frühzeitig entschlossen, zur Beseitigung der Schäden in Vorleistung zu gehen. 100 000 Euro wurden auf Beschluss des Rates in die Hand genommen. "Leider müssen wir konstatieren, dass zwar 1,5 Millionen Euro Wiederaufbauhilfe für Thallwitz bestätigt sind, aber noch kein einziger Euro auf dem Konto eingegangen ist." Er hoffe, dass die Zuweisung nicht mehr lange auf sich warten lässt. Auch in Sachen Deichsicherung wird die Kommune einen entscheidenden Schritt vorangekommen, ist Schmidt überzeugt. "Die Landestalsperrenverwaltung weiß, was sie zu tun hat. Der gesamte Schutzwall von Nischwitz bis Kollau wird in Ordnung gebracht."

Dass nicht alles bei seinem Amtsantritt in Butter war, ließ Jürgen Schmidt nur kurz anklingen. "Ein paar Ordner haben wir nicht so vorgefunden, wie man sich das gewünscht hätte." Auch innerhalb des Rathauses habe es Sorgen gegeben, auf die wolle er allerdings nicht näher eingehen.

Umso umfangreicher würdigte der Kommunalpolitiker das Wirken der Vereine, die in seinen Augen eine wichtige Rolle für die Heimatverbundenheit spielen. Zu einem überregionalen Anziehungspunkt habe sich das Thallwitzer Erntedankfest gemausert. Auch in Röcknitz, Böhlitz, Zwochau und anderen Ortsteilen wurde gefeiert und fanden zahlreiche Höhepunkte statt. Um die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen weiter zu unterstützen, leistet sich Thallwitz im kommenden Jahr 27 000 Euro für die Heimatpflege. Dem Gemeinderat obliege es, öffentlich über die Verteilung der Mittel zu debattieren. Hier habe es in der Vergangenheit an der nötigen Transparenz gefehlt.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.12.2013
Simone Prenzel

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