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Lossataler Gemeinderat gibt grünes Licht für Elektro-Mobilitätskonzept Wurzener Land

Parlamentstagung Lossataler Gemeinderat gibt grünes Licht für Elektro-Mobilitätskonzept Wurzener Land

Mit einem klaren Votum hat der Gemeinderat Lossatal der Erarbeitung eines Elektro-Mobilitätskonzeptes für das Wurzener Land zugestimmt. Jedoch nicht ohne Zweifel, wie sich in der parlamentarischen Diskussion zeigte. Die Studie soll bis Ende 2018 erstellt werden und kostet 100 000 Euro.

Mittels der Studie soll den Grundlagen für künftige Akkuladestationen im Wurzener Land geschaffen werden. Derzeit gibt es nur zwei – in Bennewitz vorm Rathaus und in Wurzen am Stadthaus.

Quelle: Archiv

Lossatal/Falkenhain. Mit einer klaren Mehrheit, aber nicht ohne Zweifel hat der Gemeinderat Lossatal zur jüngsten Sitzung in Falkenhain sein Ja-Wort für das Erstellen eines Elektro-Mobilitätskonzeptes gegeben. Zuvor erläuterte Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) den Mandatsträgern das aktuelle Vorhaben. Demnach folgte Lossatal im Auftrag der Kommunen des Wurzener Landes Anfang des Jahres dem Förderaufruf des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und reichte bis zum 31. Januar einen Antrag ein.

Im Juni erhielt das Rathaus dann den Zuwendungsbescheid über 80 000 Euro. Allein 100 000 Euro soll die Studie zur E-Mobilität im Wurzener Land allerdings kosten. Die restliche Summe müssen demnach Wurzen (10 592 Euro), Bennewitz (3175), Thallwitz (2306) und das Lossatal (3925) aufbringen. Weigelt zufolge gehe es in der Expertise vor allem um künftige Standorte für Akkuladestationen. Momentan verfügt die Region über zwei – in Bennewitz vorm Rathaus und in Wurzen am Stadthaus. Doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Um den Bedarf zu analysieren, wollen die Verantwortlichen natürlich alle möglichen Akteure einbinden, betonte der Verwaltungschef. „Die Politik, Bürger, Gewerbetreibende, Genehmigungsbehörden und Energieversorger.“ Daher basiere das Konzept zunächst auf einer Grundlagenermittlung und Standortbetrachtung sowie einer Bürgerbefragung. Schließlich verfüge gerade der ländliche Raum über eine hohe Fahrzeugdichte. „Uns interessieren vor allem die Wege und ebenso die Entfernungen.“ Voraussichtlich neun Monate dauert es laut Weigelt, bis das Grundgerüst fürs Gutachten steht, vier Wochen benötigen die Fachleute, um Bilanz zu ziehen und zwei Monate Karenzzeit seien für mögliche Änderungen angedacht. Ende 2018 könnte der Schlussstrich gezogen werden.

Als ein Skeptiker der E-Mobilität outete sich Winfried Kluge in der Debatte danach. Aus seiner Sicht sei das Thema im Allgemeinen unausgegoren. „Wer kann sich schon als Otto-Normalverbraucher ein E-Auto leisten? Und was hat der einzelne Bürger davon, wenn wir jetzt 100 000 Euro Steuergeld ausgeben?“ Lutz Otto hingegen sieht angesichts der von den Konzernen verursachten Dieselaffäre und der damit einhergehenden Kritik an den Motoren die Bundesregierung in der finanziellen Pflicht, da sie eine große Mitschuld trägt. Gemeinderat Helmut Lischke bezeichnete die E-Mobilität als Übergangsphase und fragte: „Warum müssen das eigentlich die Kommunen leisten?“ Zum Fürsprecher eines Ratsbeschlusses machten sich Angela Hübner, die über ihre durchweg positive Erfahrung im Urlaubsland Norwegen berichtete, sowie die Falkenhainer Ortsvorsteherin Christiane Hörnig: „Hier geht es doch erst einmal nur um eine Studie.“

Trotz kontroverser Diskussion fiel das Votum des Gremiums deutlich aus. Zwölf Volksvertreter inklusive Bürgermeister Weigelt stimmten für das „Elektro-Mobilitätskonzept Wurzener Land“ und Winfried Kluge dagegen. Zwei Räte enthielten sich.

Von Kai-Uwe Brandt

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