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Wurzen Lübschützer Wehr: Schlussstrich nach 162 Jahren
Region Wurzen Lübschützer Wehr: Schlussstrich nach 162 Jahren
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08:58 18.03.2019
Noch im Jahr 2016 feierten die Lübschützer das 160-jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr. Seitdem ging die Zahl der Einsatzkräfte noch weiter zurück, so dass die Wehr nun aufgelöst wird. Quelle: privat
Machern/Lübschütz

Schlussstrich nach 162 Jahren: Weil der Lübschützer Ortsfeuerwehr Mitglieder fehlen, muss die Truppe nun aufgelöst werden. Damit kommt für eine der ältesten Feuerwehren in Sachsen das Aus. „Zu dieser schweren Entscheidung gab es keine Alternative“, bedauert der Macherner Gemeindewehrleiter David Kolodziej. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich angedeutet, dass die kleine Wehr keine Zukunft hat, bereits bei der Aufstellung des Brandschutzbedarfsplanes im Jahr 2009 hatte Lübschütz zur Debatte gestanden. „Doch damals hat man sich noch einmal entschlossen, nicht an der Ortswehr zu rütteln“, erinnert sich Kolodziej.

Nur noch acht Kameraden

Inzwischen aber sei die Zahl der Mitstreiter weiter gesunken. Wenn es brennt, können die Lübschützer aus eigener Kraft nicht mehr ausrücken. „Zuletzt zählte die Einsatzabteilung noch acht Kameraden, davon wohnten nur fünf in Lübschütz“, nennt der Gemeindewehrleiter die Zahlen. Durch Wegzug und Arbeit habe sich der Personalbestand auf ein Minimum reduziert. Der Anstoß, über die weitere Zukunft zu sprechen, sei von Ortswehrleiter Steffen Bernhardt selbst gekommen. „Daraufhin haben wir uns auch mit der Leitung der benachbarten Püchauer Wehr zusammengesetzt, um nach Lösungen zu suchen.“ Diese sieht jetzt so aus, dass drei Kameraden nach Püchau und ein Mitglied nach Machern wechseln werden. „Über die Auflösung der Lübschützer Wehr muss der Gemeinderat noch beschließen. Dies soll rückwirkend zum 1. Januar 2019 erfolgen.“

Noch im September 2016 feierte Lübschütz das 160-jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr – auch mit hübschen Ideen am Wegesrand. Quelle: privat

letzten Höhepunkte

Brandsicherheitswache im Schloss nach 50 Stunden Sturmeinsatz

Insgesamt zählt die Macherner Gemeindewehr aktuell 166 Mitglieder in den inzwischen nur noch drei Ortswehren Machern, Gerichshain und Püchau/Plagwitz. „Wir brauchen allerdings mindestens 20 Mann mehr, um die Aufgaben zu erfüllen“, schätzt Kolodziej ein. Besonders vor dem Hintergrund

Versammlung der Macherner Gemeindewehr im Sportpark Tresenwald. Quelle: Feuerwehr Machern

der Einsatzflut, die im Vorjahr zu bewältigen war. „2018 wurden wir zu 101 Bränden und Hilfeleistungen gerufen. Das ist ein Drittel mehr als noch im Jahr zuvor.“ Das Orkantief Friederike beschäftigte die Kameraden über mehrere Tage, aber auch Feld- und Bahndammbrände waren im heißen Sommer zu löschen. Dabei sei die Wertschätzung für das Ehrenamt nicht immer gegeben, kritisiert der Wehrchef.

Zu wenig Anerkennung

So mussten die Kameraden bei einer Veranstaltung im Schloss Machern noch Brandsicherheitswache schieben, obwohl sie bereits 50 Stunden Sturmeinsatz hinter sich hatten. Um die Arbeit der Brandschützer gebührend anzuerkennen, müsse die Politik endlich handeln. Die Macherner haben dafür einen Vorschlag: „Vielleicht bringt eine Aufwandsentschädigung für jede Einsatzkraft mehr Anerkennung als bisher. Damit würde wenigstens der immense Zeitaufwand in geringem Umfang honoriert.

Langjährige Kameraden wurden in Machern geehrt. Quelle: Feuerwehr

Von Simone Prenzel

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