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Wurzen Lüptitz - ein Dörfchen mit Humor
Region Wurzen Lüptitz - ein Dörfchen mit Humor
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05:00 21.06.2010
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. Hier wird gemeinsam gelacht, werden Unwegsamkeiten des dörflichen Lebens auf die Schippe genommen, wird mit Humor verpackt, was andernorts als klagende Weltuntergangsstimmung um sich greift.

Unkritisch sind die Lüptitzer deshalb keineswegs. Doch sie verpackten in ein Liedchen, was ihnen auf den Nägeln brennt: „… keine Schule mehr im Ort, das Kulturhaus das ist fort, viele Häuser die stehn leer, auch den Konsum gibt’s nicht mehr. Lüptitzer Leut, die fahr’n heut sehr weit, in die Schule mit dem Bus und zum Geld hol’n, wenn man muss. Um zu essen was zu kaufen, in die Kneipe, um zu saufen…". Das Festzelt brodelte am Sonnabend und viele stimmten bei den letzten Zeilen ein: „Sie bleiben froh, so oder so." Wie froh, das zeigten insgesamt 72 Akteure in einem Bühnenprogramm, mit dem die Lüptitzer allen Dörfern rundum die Messlatte für Ähnliches gewaltig hoch legten. Da waren schon allein die beiden „alten" Damen ein Genuss, die auf mitreißende Art durchs Programm führten und Lüptitzer Geschichte(n) zum Besten gaben. Andrea Nejedly und Sabine Fehre machten klar, dass die Einwohner nicht nur das Herz, sondern auch die Gusche auf dem richtigen Fleck haben. In der Bühnenshow reihte sich ein Höhepunkt an den nächsten. Viele Besucher lachten Tränen, als Mönche auf ihre Weise an die Weihe der Kirchturmglocken in den 60er Jahren erinnerten. Ebenso kam die Feuerwehr zum Einsatz. „De Brunzen" musste wegen Hochwassers am Dorfteich aus ihrem Haus gerettet werden. „Gultur hattn mir hier in Lipz, gansch euch sachen", erinnerte Sabine Fehre nicht nur an Tanzabende im Kulturhaus, sondern auch ans Theateranrecht, bei dem aufgehübscht nach Leipzig in die Musikalische Komödie oder Oper gondelt wurde.

Um internationale Kontakte zu haben, brauchten die Lüptitzer nicht weg zu fahren. Denn der Übungsplatz der in Wurzen stationierten Sowjets lag in unmittelbarer Nachbarschaft. „Die ham mir sozusachen mit ernährt", stellte Sabine Fehre fest und forderte für die Abordnung auf der Bühne zweifachen Applaus. Für den Einmarsch und zweitens dafür, dass sie weg sind. Nicht in Vergessenheit geriet hingegen ein Lüptitz-Lied, das Klaus Teuber mit einem Extra für das Fest zusammengestellten Chor erklingen ließ. Und mit Tele-Lotto kamen schließlich die großen Stars aufs Land. Nina Hagen war dabei und im Fernsehballett des Friedrichstadtpalastes schwangen vier Lüptitzerinnen „genz nett und gar nicht fett" die Beine.

Cornelia Hanspach

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