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Wurzen Machern: Bürgermeister tritt nicht wieder an
Region Wurzen Machern: Bürgermeister tritt nicht wieder an
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05:00 14.09.2012
Der Chefessel im Macherner Rathaus wird am 3. Februar 2013 neu vergeben. Quelle: Andreas Röse
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Machern

Frage: Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung den Termin für die Bürgermeisterwahl in Machern festgesetzt. Nachdem Sie vor längerer Zeit eine erneute Kandidatur in Aussicht stellten, haben Sie in den vergangenen Tagen um Ihre Zukunftspläne ein Geheimnis gemacht. Herr Lange, treten Sie wieder an?

Frank Lange: Am 3. Februar nächsten Jahres wird in Machern entschieden, wer für die nächsten sieben Jahre die Geschicke unserer Gemeinde führt. Ich werde für diese Wahl als Kandidat nicht mehr zur Verfügung stehen. Warum dieser Sinneswandel? Ich habe mir die Entscheidung über eine erneute Kandidatur nicht leicht gemacht. Letztlich haben aber familiäre Gründe den Ausschlag dafür gegeben. Ich habe immer zum Ausdruck gebracht, dass die Frage einer erneuten Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von meiner familiären Situation und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie abhängig ist. Meine langjährige Lebensgefährtin und baldige Ehefrau ist seit zwei Jahren und auch zukünftig als Rechtsanwältin für Energiewirtschaftsrecht erfolgreich in Düsseldorf tätig. Dies würde auch für die nächsten Jahre eine Fernbeziehung bedeuten und Zeiten, die ich nicht vor Ort in Machern zur Verfügung stehen kann. Das Amt des Bürgermeisters verlangt es aber, sich rund um die Uhr für die Belange seiner Gemeinde einzusetzen. Wir haben deshalb beschlossen, unseren zukünftigen familiären Mittelpunkt im Rheinland aufzubauen. Zudem sind 38 Jahre ein gutes Alter, um noch einmal etwas Neues zu wagen.

Wie fällt eine Bilanz Ihrer Amtszeit aus?

In den letzten zehn Jahren hat sich in Machern viel bewegt. Von einer Gemeinde am finanziellen Abgrund konnte sich Machern fast ausschließlich aus eigener Kraft wieder zu einer Kommune mit Wirtschaftskraft und seit sieben Jahren ausgeglichenem Haushalt entwickeln. Auch wenn wir den Bürgern, bedingt durch die schwere Zeit der Haushaltskonsolidierung, einiges zumuten mussten, konnten Investitionen an unseren sozialen Einrichtungen wie Kindergärten und Grundschule, aber auch dem Kinder- und Jugendhaus realisiert und mit der Anbindung des Gewerbegebiets Gerichshain auch die kommunale Infrastruktur weiterentwickelt werden. Der Landschaftsgarten konnte in seinem Pflegezustand als Aushängeschild für die Gemeinde erhalten werden. Durch den Runden Tisch der Vereine sind die Menschen näher zusammengerückt und durch das jährliche Fest der Vereine konnte ein neuer Höhepunkt im kulturellen Leben geschaffen werden.

Nachdem Sie die Entscheidung getroffen haben, nicht wieder zu kandidieren: Werden Sie in der Kommunalpolitik oder eher in der Wirtschaft eine neue Tätigkeit suchen?

Für eine Antwort darauf ist es noch zu früh.

Was sagt die Macherner CDU, deren Vorsitzender Sie sind, zu dem Entschluss?

Es hat schon länger Gespräche zu diesem Thema gegeben. Die CDU hat das mit Verständnis für meine persönliche Situation aufgenommen.

Die Christdemokraten, die in Machern traditionell immer stark abschneiden, werden kaum ohne eigenen Kandidaten in die Wahl um den Chefsessel im Rathaus gehen. Wird die CDU, deren Vorsitzender Sie noch sind, einen eigenen Bewerber aufstellen?

Ich gehe derzeit davon aus. Aber mit Einzelheiten kann ich noch nicht dienen.

Wann wird die CDU Ihren Bewerber oder Ihre Bewerberin für die Wahl des Bürgermeisters küren?

Nach derzeitigem Stand Anfang Oktober.

Spekuliert wird, dass die Machernerin Doreen Lieder ihren Hut in den Ring wirft und von der CDU unterstützt werden soll...

Wer letztlich von der CDU unterstützt oder nominiert wird, ist schlussendlich eine Entscheidung der Mitgliederversammlung, dieser möchte ich nicht vorgreifen.

Welche Vorhaben möchten Sie bis zum Ende ihrer Amtszeit am 17. März 2013 noch zu einem guten Ende führen?

Allen voran die Wohnanlage Tauchaer Weg. Bis zum Jahresende sollten wir es schaffen, den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu fassen. Desweiteren brennt mir das Thema Hochwasserschutz auf den Nägeln. Zehn Jahre nach der Flut ist in Püchau und Dögnitz noch nicht viel passiert, lediglich der Altdeich wurde saniert. Die Betroffenen haben ein berechtigtes Interesse zu erfahren, wann die angekündigten Schutzmaßnahmen endlich umgesetzt werden.

Mit den Highland Games hat Machern in Ihrer Amtszeit eines seiner wichtigsten Aushängeschilder verloren. Am Wochenende findet die Großveranstaltung erstmals im Schloss Trebsen statt. Sehen Sie für Machern und für Ihren Nachfolger Chancen, dass sich die Veranstalter eines Tages wieder anders besinnen?

Wer auch immer ab März kommenden Jahres hier sitzen wird, er muss mit den Organisatoren im Gespräch bleiben und alle Möglichkeiten ausloten. Ich bin nach wie vor der Meinung: Die Highland Games gehören nach Machern.

Simone Prenzel

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