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Machern: CDU büßt ein, bleibt aber die Nummer eins

Machern: CDU büßt ein, bleibt aber die Nummer eins

Machern. Ein langer Wahlabend endete am Sonntag für die Macherner um 23.15 Uhr. Erst über fünf Stunden nach Schließung der Wahllokale stand das vorläufige Endergebnis der Gemeinderatswahl fest.

Trotz Stimmenverlusten bleibt die CDU stärkste Kraft und holt sechs Sitze im 16-köpfigen Parlament. Die Linke behält drei, die SPD ihre bisherigen zwei Sitze. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Machern kann deutlich zulegen und ist künftig mit drei Abgeordneten im Ortsparlament vertreten. Die FDP fliegt raus. Die neu gegründete Wählervereinigung Wir sind Macher(n) schafft mit zwei Frauen auf Anhieb den Einzug in den Gemeinderat.

Im Rathaus hatten etliche Kandidaten bis zuletzt ausgeharrt, um den Eingang der Zahlen aus den sechs Wahllokalen zu verfolgen. Immerhin noch vor Mitternacht konnte CDU-Spitzenkandidat und Wahlgewinner Karsten Frosch seine Mitstreiter, die sich im benachbarten Kavalierhaus versammelt hatten, erlösen. Bei den Christdemokraten herrschte durchaus Freude über ihr Abschneiden. "In Anbetracht der Situation ist es ein gutes Ergebnis, auch wenn wir künftig mit zwei Leuten weniger im Rat vertreten sind. Schließlich mussten wir auch den Verlust von zwei ehemaligen Zugpferden kompensieren", bilanzierte Petra Puttkammer, die zu den Neuen im Parlament gehört. "Unser Konzept, mit einer jungen Mannschaft einen Neuanfang zu wagen, ist vom Wähler honoriert worden", erklärte der ebenfalls gewählte Dirk Strehle. Von den sechs CDU-Räten machen fünf erstmals Ortspolitik. Das Nachsehen hatten unter anderem langjährige Gemeinderäte wie Horst Kretzschmar, Winfried Roßdeutscher oder Wolfgang Herfurth. Nach Frosch das zweitbeste Ergebnis aller Kandidaten fuhr Jana Strehle (nicht verwandt mit Dirk Strehle) für die neue Wählervereinigung Wir sind Macher(n) ein. An dritter Stelle landete Robert Steinbauer, der der CDU den Rücken gekehrt und sich der Freien Wählergemeinschaft (FWG) angeschlossen hatte. Deren bisheriger Frontmann Uwe Richter leitete aus dem Wahlabend eine Pflicht zur Kooperation mit allen Kräften im Gemeinderat ab: "Wir sind aufgefordert, miteinander zu reden und um die besten Argumente zu wetteifern. Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg ist das Gebot der Stunde." Für den Gerichshainer steht fest: "Alleingänge der CDU wird es in Zukunft nicht mehr geben." Rückenwind für Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) vermag Richter aus den Zahlen ebenfalls nicht abzuleiten.

"Für die Linkspartei sind die drei Plätze ein tolles Ergebnis", meinte Andreas Holtz, der seinen Sitz ebenso wie Gunter Bergt verteidigte. Angesichts der neuen politischen Kraft hätten alle Parteien Federn lassen müssen. Dies habe ihn nicht überrascht: "Erfreulich ist, dass unsere Spitzenkandidatin so gut abgeschnitten hat." Mit insgesamt vier Frauen gehört der bisherige Männerklub der Vergangenheit an.

Für die SPD kommentierte Valentin Theil: "Es wird auf jeden Fall spannend, wie sich die künftige Arbeit im Gemeinderat gestaltet. Es gibt schließlich viele neue Gesichter. Und im Fall ihrer Rückkehr dürfte das Regieren für Frau Lieder nicht einfacher werden." Das Resultat spiegele die zwei Lager wider, die sich in Machern gebildet hätten, so Theil.

Die Wahlbeteiligung lag bei 55 Prozent. Die NPD, zuletzt mit einem Sitz vertreten, hatte keine Kandidaten aufgestellt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2014

Simone Prenzel

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