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Wurzen Machern: Kita-Gruppen sollen in Schule umziehen
Region Wurzen Machern: Kita-Gruppen sollen in Schule umziehen
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14:39 26.09.2018
Im Jahr 2010 wurde die neue Kindereinrichtung der Diakonie in der Macherner Goethestraße eröffnet und später erweitert. In der Kommune herrscht aber weiterhin ein akuter Bedarf an Betreuungsplätzen. Quelle: Diakonie
Machern

Massive Gegenwehr erntet das Vorhaben der Gemeinde, Vorschulgruppen in die Macherner Grundschule auszulagern. Zahlreiche Eltern der Kindertagesstätte „Knirpsenhaus“ füllten die Zuhörerreihen der montäglichen Gemeinderatssitzung, um ihrem Ärger Luft zu machen. Ihre Kritik entzündete sich vor allem daran, dass schon Fakten geschaffen würden. „Welche Beschlüsse gab es zu dem Thema bereits und welche Genehmigungen stehen noch aus?“, fragte Christoph Knöfel, Vorstandsmitglied im Kita-Förderverein. In Elternabenden sei kommuniziert worden, dass der Wechsel bereits zum 1. Januar 2019 erfolgen soll und zwei Vorschulgruppen dann in die Einrichtung am Schlosspark wechseln würden. Zudem machte die Botschaft die Runde, die Kinder müssten auf ihre gewohnten Erzieher verzichten.

Akute Not an Betreuungsplätzen

Karsten Frosch, stellvertretender Bürgermeister, erläuterte das Dilemma, in dem sich die Kommune befindet. Es herrsche akute Not an Betreuungsplätzen. „Der Kreis hat uns aufgefordert, endlich zu handeln.“ Um kurzfristig Kapazitäten in der Kita freizulenken, sei die Grundschule ins Spiel gekommen – so wie vor Jahren schon einmal diskutiert. Einen Ratsbeschluss dazu gebe es noch nicht, allerdings habe Machern beim Landesjugendamt einen entsprechenden Antrag gestellt. Um Vorschulgruppen am Schlosspark unterzubringen, sei die Meinung etlicher Ämter gefragt. So müssten Jugend- und Gesundheitsamt noch gehört werden. „All diese Einschätzungen“, konstatierte Frosch, „stehen noch aus.“ Nichts desto trotz habe man sich mit Schule, Kita und Hort bereits an einen Tisch gesetzt, um Möglichkeiten zu erörtern, so der stellvertretende Bürgermeister. „Uns ist bewusst, dass es Bedenken gibt“, ergänzte Karsten Frosch. Allerdings, fügte auch Gemeinderat Valentin Theil (SPD) hinzu, habe man derzeit keine andere Wahl. Im Übrigen sollte auch der Solidargedanke zählen, appellierte Theil an die teilweise aufgebrachte Elternschaft. „Ihre Kinder haben einen Platz. Viele andere nicht.“ Der Gemeinderat allerdings müsse die Interessen aller im Blick haben.

Schule nur Übergangslösung

Gemeinderätin Thérèse Goritzka bemängelte, dass die Verwaltung nicht wie angekündigt ein Konzept vorgelegt habe. „Stattdessen wurde in den Ferien schon ein Schulraum leergeräumt – ohne weitere Beratung mit uns Gemeinderäten.“ Die Vertreterin von Wir sind Machern plädierte deshalb dafür, sowohl mit den Kita- als auch Schuleltern noch einmal zu sprechen. „Wir sind uns bewusst, dass die Unterbringung in der Grundschule nur eine Übergangslösung sein kann.“ Schließlich sei absehbar, dass die Schule bald selbst mehr Platz braucht und in Zukunft womöglich sogar dreizügig laufen muss. Frosch sagte zu, sich wieder mit den Eltern zu konsultieren, sobald belastbare Rückmeldungen des Landesjugendamtes vorliegen.

Weitere Pläne

Uwe Richter (Freie Wählergemeinschaft) wies zudem auf Gespräche zum neuen Wohngebiet Gartenstadt II hin: „Wir verhandeln mit dem Investor auch darüber, dass der Interessent einen neuen Kindergarten baut.“ Zudem wurde bekannt, dass auch seitens des Macherner Kinderheims Interesse besteht, Betreuungsplätze zu schaffen. „Das Vorhaben steht aber noch ganz am Anfang“, bestätigte Geschäftsführer Sebastian Kalamorz gegenüber LVZ Ambitionen. In den nächsten Tagen wolle man gemeinsam mit dem Vize-Bürgermeister und dem neuen Beauftragten Andreas Dietze Möglichkeiten abklopfen.

Von Simone Prenzel

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