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Wurzen Machern: Mobbing-Vorwürfe gegen Bürgermeisterin vorm Arbeitsgericht
Region Wurzen Machern: Mobbing-Vorwürfe gegen Bürgermeisterin vorm Arbeitsgericht
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13:56 19.05.2015

Der Jurist, der inzwischen eine neue Aufgabe in der Gemeinde Niederau bei Meißen gefunden hat, wirft seiner ehemaligen Chefin Mobbing vor. "Mein Mandant macht Ansprüche wegen Gesundheitsverletzung und Verletzung seines Persönlichkeitsrechtes geltend", erklärte dessen Anwalt Daniel Jurochnik auf Anfrage.

Reichel fährt schwere Geschütze auf. Die Rede ist von "ständigen systematischen Anfeindungen, Schikanierungen und Diskriminierungen", denen er seit dem Amtsantritt von Bürgermeisterin Doreen Lieder im April 2013 ausgesetzt gewesen sei. Die Geschehnisse seien verantwortlich dafür, dass der Kläger psychisch erkrankte und in einer Klinik behandelt werden musste.

Auch andere Mitarbeiter hatten den Führungsstil der Ortschefin bereits in ungewöhnlich deutlichen Worten kritisiert. 19 von insgesamt 23 Rathaus-Angestellten hatten in persönlichen Briefen an Landrat Gerhard Gey (CDU) und die Gemeinderäte ihre Sicht der Dinge geschildert (die LVZ berichtete). In den Schreiben wurden unter anderem Demütigungen, denen sich einzelne Mitarbeiter ausgesetzt sahen, beklagt.

Der Landrat hatte bereits im April die Notbremse gezogen und der parteilosen Bürgermeisterin mit dem ehemaligen Brandiser Stadtoberhaupt Andreas Dietze einen Beauftragten vor die Nase gesetzt. Bis Ende Oktober war der 41-Jährigen damit die Verwaltung entzogen. Seitdem führt Doreen Lieder im Rathaus wieder die Geschäfte.

Ronny Reichel hatte im Frühjahr seinen letzten Arbeitstag im Macherner Rathaus. Ein Gütetermin, der zwischen beiden Parteien vorm Arbeitsgericht bereits stattfand, verstrich ohne Annäherung.

"Ich weise die Mobbingvorwürfe von Herrn Reichel zurück", erklärte Doreen Lieder im Vorfeld des anstehenden Zivilprozesses gegenüber LVZ. Zur aktuellen Situation im Rathaus meinte die 41-Jährige: "Die Amtsleiter engagieren sich sehr in ihren Fachbereichen und wir arbeiten gut zusammen. Es ist der Kraftanstrengung aller zu verdanken, dass wir einen von der Rechtsaufsicht bestätigten Doppelhaushalt 2014/2015 haben und damit gut ins neue Jahr starten können."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.12.2014
Simone Prenzel

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