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Wurzen Machern: Stolperfallen auf dem Hof und schwarze Flecken an der Fassade
Region Wurzen Machern: Stolperfallen auf dem Hof und schwarze Flecken an der Fassade
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00:22 20.10.2017
Baulich liegt an der Macherner Grundschule einiges im Argen. Der Hof muss dringend saniert werden, um Gefahren abzuwenden. Quelle: Foto: Archiv
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Machern

Am seidenen Faden hängt derzeit die Sanierung des Macherner Schulhofs. Seit Jahren wird über die dringend nötige Behebung massiver Stolperfallen diskutiert. Baumwurzeln haben den Belag angehoben, so dass weite Teile des Areals bereits abgesperrt sind. Als am Montagabend endlich der Bauauftrag vergeben werden sollte, gab es jedoch eine unangenehme Überraschung: Der Punkt flog – auch zum Entsetzen von Grundschulleiterin Beatrix Kühn – von der Tagesordnung.

Sechs Gemeinderäte von CDU, Freier Wählergemeinschaft (FWG) und Linkspartei stellten den Antrag, den Punkt zurück in den Ausschuss zu verweisen. „Mir ist derzeit nicht klar, woraus sich die Mehrkosten von rund 75 000 Euro ergeben“, sah sich CDU-Gemeinderat Karsten Frosch nicht ausreichend über Hintergründe informiert. Insgesamt würden sich die Ausgaben damit auf rund 280 000 Euro belaufen. „Bevor uns dazu keine vernünftige Erklärung vorliegt, sehe ich mich außer Stande, darüber seriös zu entscheiden.“

Zudem wurden in der Beratung Zweifel am Vergabeverfahren laut. „Die Gemeinde steht dazu bereits unter Beobachtung“, ließ Ratsmitglied Uwe Richter (FWG) aufhorchen. Aus der Ausschreibung war eine Leipziger Firma als Sieger hervorgegangen, wie aus der abgesetzten Beschlussvorlage hervorgeht.

Obwohl der wichtigste Punkt des Abends damit nicht zur Abstimmung stand, wurden annähernd eine Stunde Schuldzuweisungen ausgetauscht. Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) kritisierte unter anderem, dass die Antragsteller nicht vorher das Gespräch gesucht hätten. Dass an der Grundschule noch einiges mehr im Argen liegt, wurde am Montagabend allerdings deutlich. „Auf der Wetterseite hat sich ein schwarzer Belag gebildet. Würde ich so etwas an meinem Privathaus feststellen, gingen bei mir die Alarmglocken an“, machte Manfred Schubert (FWG) deutlich. „Ich bin kein Experte, aber niemand kann ausschließen, dass wir es hier mit Schimmel zu tun haben“, warnte er. Von dem gehe möglicherweise eine größere Gesundheitsgefahr aus als vom holprigen Schulhof. Schulleiterin Beatrix Kühn hatte erklärt, dass es inzwischen nicht mehr möglich sei, ohne Sturzgefahr den vorderen Eingang zu betreten. Die Schäden hätten weiter zugenommen. Zudem umgrenze giftiger Liguster den Hof, der auf öffentlichen Flächen nichts zu suchen habe. Eingangstüren, die im Alarmfall nicht schließen, seien ein weiteres Problem. Größte Sorge der Schulchefin ist allerdings, dass die Hofsanierung nun scheitern könnte.

Die Zweifler ließen sich nicht als Blockierer abstempeln. „Stellen, die schadhaft sind, müssen beseitigt werden. Das stellt niemand in Frage“, bekräftigte Richter. Es müsse aber auch abgeklärt werden: „Was ist mit anderen Schäden, zum Beispiel Löchern in der Schul-Fassade?“ Große Fragezeichen setzt der Gerichshainer vor allem hinter die Ausschreibung. Gemeinsam mit den anderen fünf Antragstellern fordert er Aufklärung darüber, ob die Vergabe überhaupt fortgeführt werden kann. Zudem verlangen die Unterzeichner, die fachliche Eignung der Firma nachzuweisen und zu klären, ob alle Spielregeln eingehalten wurden. Richter geht davon aus, dass dies nicht der Fall ist. Bürgermeisterin Lieder hingegen ist von Verstößen nichts bekannt: „Ich gehe davon aus, dass wir das auch belegen können.“ Die Gemeinderäte Michael Bachmann (SPD) und Klaus Zaspel (CDU) warnten derweil davor, dass die Zeit davon laufe und schlimmstenfalls Fördermittel verloren gehen könnten. Über die weitere Verfahrensweise soll am 6. November entschieden werden. Zuvor gehen die Ausschüsse am 23. Oktober in medias res.

Von Simone Prenzel

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