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Machern denkt über Verkauf von 100 Schloss-Exoten nach

Palmen und Oleander Machern denkt über Verkauf von 100 Schloss-Exoten nach

In Machern reifen nicht mehr alle Blütenträume. Nachdem schon seit Jahren an der Parkpflege gespart werden muss, soll es jetzt den pflanzlichen Exoten rund ums Schloss an den Kragen gehen. Im Rathaus wird darüber nachgedacht, sämtliche Pflanzen der Orangerie zu verkaufen.

Werden die Macherner Pflanzen zur letzten Ruhe gebettet? In der Kommune wird darüber diskutiert, rund 100 pflanzliche Exoten zu verkaufen. Rund ums Schloss sorgen sie in den Sommermonaten für ein exotisches Flair. Horst Goldammer von der Firma Macherner Grünprofis bugsierte die Gewächse mit seinem Radlader jetzt ins Winterquartier. Große Zimmertannen, Oleander, Zitrusbäume, Magnolien und Dutzende Palmen sind in der Orangerie vor Frost geschützt - sind sie es auch vorm Sparzwang der Kommune?

Quelle: Thomas Kube

Machern. Als mögliches Einsparpotenzial hat die Kämmerei die Kübelpflanzen entdeckt. "Unter dem Stichwort Konsolidierungsmaßnahmen ging es auf einer Sitzung im September bereits um dieses Thema", räumte Vize-Bürgermeister Klaus Zaspel (CDU) kürzlich ein. Die Diskussion ist damit eröffnet: Kann sich Machern seine gärtnerischen Aushängeschilder weiter leisten? Oder werden Oleander und Co. bald verscherbelt?

Schon die Schloss-Grafen hatten auf derlei Zierde in früheren Jahrhunderten Wert gelegt. Sollte es also zum Verkauf kommen, wäre das ein herber Verlust für die Macherner Tradition. Vor über zehn Jahren wurde auf Initiative der damaligen Parkverwaltung subtropisches Flair nach Machern geholt. Damals, als so hässliche Begriffe wie Sparzwang oder Konsolidierung noch weit weg waren, wurde die alte Orangerie am Schlossplatz wiederbelebt. Rund 200 Jahre ist das Gebäude alt. Die Kommune nahm damals extra Geld in die Hand, wandelte die zwischenzeitlich als Turnhalle genutzte lichtdurchflutete Halle wieder in einen Gewächs-Hort um.

Die Orangerie diente fortan als Winterquartier für rund hundert Kübelpflanzen. In der warmen Jahreszeit sorgen sie für eine besondere Atmosphäre, die Besucher des Macherner Zentrums zu schätzen wissen. Was vielen Gästen sicher nicht bewusst ist: Zitrusbäumchen, Oleander und andere Gewächse gehören der Gemeinde. Auch die Pflege der Pflanzen geht auf Kosten der Kommune.

So gerieten die pflanzlichen Exoten auch in den Fokus aktueller Sparbemühungen. "Laut Vertrag mit der Macherner Grünprofi GmbH werden die 96 Kübelpflanzen ins Winterquartier gebracht und noch bis zum 31. Dezember 2015 gepflegt", hieß es auf der jüngsten Ratssitzung. Die Verwaltung bat den Gemeinderat darum, sich zur Zukunft der Bäumchen eine Meinung zu bilden. "Um den Verkauf der Kübelpflanzen möglich zu machen, ist eine weitere Pflege bis Ende Mai 2016 notwendig", hieß es in der Vorlage. Der Gemeinde würde die Pflege für diese Zeit etwa 4000 Euro kosten. Da es für das kommende Jahr aber noch keinen beschlossenen Haushalt gebe, so Bürgeramtsleiter Frank Rübner, brauche man jetzt ein Votum des Rates. Viele Mitglieder störten sich allerdings an der Endgültigkeit des Beschlusses, der die Winterpflege gleich mit einem Ja zum Verkauf des gesamtes Bestandes verknüpfte. "Die Frage ist doch: Sind wir überhaupt gewillt, die Pflanzen abzugeben", wandte Michael Bachmann (SPD) ein. Auch andere Redner wollten es nicht so weit treiben und dem Sparzwang das exotische Flair rund ums Schloss opfern.

Als Geschäftsmann stellte der Gerichshainer Thomas Reißaus (CDU) die Frage: "Würde denn der Verkauf der Pflanzen überhaupt die Kosten decken, die uns jetzt durch die weitere Pflege entstehen?" "Ich bin kein Gärtner", bekannte Vize-Bürgermeister Klaus Zaspel an dieser Stelle. "Auf jeden Fall lässt sich die Frage der Pflege nicht aufschieben, sonst können wir die Pflanzen im Mai wegschmeißen." Mit großer Mehrheit beschloss der Rat, die Palmen, Sukkulenten und Zitrusbäumchen über den Winter zu bringen. Ein Beschluss zum Verkauf wurde vorerst vertagt.

Von Simone Prenzel

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