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Wurzen Machern erteilt Klinik eine Abfuhr
Region Wurzen Machern erteilt Klinik eine Abfuhr
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05:00 01.02.2012

. Beobachter überraschte indes, wie deutlich die Ablehnung ausfiel.

In einer ersten Stufe plant das Sigma-Zentrum die Umnutzung des bisherigen Hotels Kavalierhaus. „Nur über diese Bauvoranfrage hat der Gemeinderat heute zu befinden", machte Bürgermeister Frank Lange (CDU) deutlich. Die Anfrage, über die letztlich das Landratsamt entscheidet, ziele nur auf die Frage ab, ob in einem Mischgebiet wie dem Ortszentrum die Umnutzung des bisherigen Hotels in eine Privatklinik möglich sei. Neun Gemeinderäte verweigerten dem Beschluss, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, ihre Zustimmung. Selbst Parlamentarier, denen bislang eine Affinität zu dem Projekt nachgesagt wurde, konnten sich nicht zu einem positiven Votum durchringen. Es gab vier Enthaltungen, darunter auch die von Ortschef Frank Lange. Im Beschlusstext selbst heißt es, dass nach Prüfung aller relevanten Gesichtspunkte derzeit keine Versagensgründe vorlägen.

In teilweise emotionalen Statements hatten Bürger noch einmal deutlich gemacht, dass sie sich die Klinik in Machern vorstellen können, aber eben nicht an diesem zentralen Standort. Die Entscheidung der Gemeinderäte wurde denn auch mit Applaus quittiert. Florian Woitek (CDU-Fraktion) hatte seine Ablehnung damit begründet, dass er rund um das Kavalierhaus kein Erweiterungspotenzial für die Klinik sehe. Bekanntlich wurde das ursprünglich für ein Bettenhaus ins Auge gefasste Konsum-Grundstück von einem bislang unbekannten Investor erworben. „Ich halte es zudem nicht für sinnvoll, das Ensemble von Schloss und Kavalierhaus aufzubrechen", so Woitek weiter. Er sehe auch einen Konflikt mit der strategischen Ausrichtung der Gemeinde, die sich Familien- und Kinderfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben habe. Uwe Richter (Freie Wählergemeinschaft) bedauerte, dass der Investor nicht auf die Anregungen des Rates eingegangen sei, andere Standorte ernsthaft zu prüfen. Die Klinik, so Richter weiter, sei unmittelbar am Schlossplatz nicht im Sinne der Ortsentwicklung.

Der Eigentümerfamilie des Kavalierhauses räumte der Rat am Montagabend Rederecht ein. Eveline Heigel, die gleichzeitig das benachbarte Schloss von der Gemeinde gepachtet hat, schilderte ihre Bemühungen, im Macherner Zentrum Kommerz und Kultur unter einen Hut zu bringen. Gegenüber der Kommune sparte sie dabei nicht mit Vorwürfen: „Seit über zehn Jahren hat sich die Gemeinde aus dem Schloss zurückgezogen." Der Boden des Gebäudes sei seit Jahren ungenutzt, besonders dafür sei man auf der Suche nach langfristigen Mietern gewesen. Nunmehr gehe es aber nur noch um die Umnutzung des Kavalierhauses, machte Heigel deutlich. Eine Ablehnung der Klinik-Ansiedlung sei aus ihrer Sicht „wirtschaftlich nicht nachvollziehbar", Machern verzichte damit auf einen immensen Wachstumsfaktor.

Nun liegt der Ball im Feld des Landratsamtes, das die Bauvoranfrage auf dem Tisch hat. Ortschef Frank Lange wies vorsorglich darauf hin, dass das gemeindliche Einvernehmen auch ersetzt werden könne, wenn die Argumente der Kommune nicht stichhaltig sind.

Simone Prenzel

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