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Wurzen Machern hadert mit Mitgliedschaft im Tourismusverein
Region Wurzen Machern hadert mit Mitgliedschaft im Tourismusverein
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06:00 06.11.2016
Unter der Dachmarke Leipzig Region wird auch das Leipziger Neuseenland, das Sächsische Burgen- sowie das Heideland vermarktet. Quelle: LVZ
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Machern

Schlösser, Burgen, Teiche und das Ganze eingebettet in eine abwechslungsreiche Wald- und Parklandschaft. Die Macherner wissen: Ihr Ort hat für Touristen einiges zu bieten. Doch offenbar bestehen Zweifel, ob dies alles richtig vermarktet wird. Der Wunsch nach einer stärkeren Anbindung an die Region Leipzig hatte Machern vor drei Jahren den Entschluss fassen lassen, dem Tourismusverein Leipziger Neuseenland beizutreten. Ähnlich wie es im benachbarten Brandis geschah, in dem sich Bürgermeister Arno Jesse als überzeugter Neuseenländer bezeichnet.

Zuletzt waren in Machern allerdings Stimmen laut geworden, die den Nutzen der Mitgliedschaft hinterfragen. Gabriela Lantzsch, Vorsitzende des Vereins Leipziger Neuseenland (LNS), sowie Geschäftsführerin Sandra Brandt unternahmen deshalb den Versuch, die Macherner von den Vorteilen eines weiteren Verbleibs im Verbund zu überzeugen.

Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Vereins Leipziger Neuseenland. Quelle: LVZ

Die beiden Fachfrauen stellten den Gemeinderäten kürzlich noch einmal die Hintergründe und Anliegen der Tourismusstrategie Sachsen vor. „Um die Pläne und Forderungen des Freistaates umzusetzen, mussten die Kräfte konzentriert und gebündelt werden“, erklärte Gabriela Lantzsch, die im Hauptamt Bürgermeisterin der Gemeinde Großpösna ist. Die Organisationsstruktur sehe vor, dass neben dem Verein Leipziger Neuseenland auch die anderen regionalen Vereine Sächsisches Burgenland sowie Sächsisches Heideland ihre Mitgliedsbeiträge in der Leipziger Tourismus- und Marketing GmbH (LTM) bündeln. „Und für jeden Euro, den die Region hier einzahlt, legt die Stadt Leipzig noch einmal einen Euro drauf“, verdeutlichte Lantzsch. Die beiden Vertreterin bezweifelten, ob Machern auf sich allein gestellt bessere Karten hätte, um deutschlandweit oder gar auf internationalen Messen auf sich aufmerksam zu machen. Erfolgreich könne man nur sein, wenn die gemeinsame Vermarktungsstruktur für die Stadt und die Region Leipzig weiter mit Leben erfüllt werde. „Ob Machern jetzt Mitglied im Neuseenland bleibt oder sich doch eher dem Sächsischen Burgenland anschließt, ist dabei zweitrangig“, meinte Lantzsch. Gerade für kleine Orte sei es aber wichtig, von der Markenkraft Leipzigs zu profitieren.

Sandra Brandt erläuterte die umfangreichen Marketingaktivitäten, die bei LTM laufen. Diese reichen von Werbespots im Radio über die Präsenz in einschlägigen Magazinen wie „Wanderlust“ sowie „Bike & Travel“ bis zu Messeauftritten in Utrecht, Wien oder Amsterdam. Das Internet spielt eine immer größere Rolle. Darauf wurde unter anderem mit einer eigenen Homepage zum Mulderadweg oder der Betreuung von Blogger-Reisen reagiert. Zudem sei seit dem Vorjahr ein neues Internetportal der Marke Leipzig Region mit der Stadt, dem Neuseenland sowie dem Heide- und Burgenland online.

Erste Erfolge der gemeinsamen Vermarktung unter der Dachmarke Region Leipzig würden sich einstellen. Nach Angaben von Sandra Brandt habe der Bekanntheitsgrad der Leipzig Region inzwischen national einen Wert von 62 Prozent erreicht. „Das ist sehr ordentlich.“ Wichtigster Erfolgsmesser seien die Übernachtungszahlen, die ebenfalls einen steigenden Trend aufweisen.

Ein weiteres Argument, um im Verbund zu bleiben: Nur als Mitglied eines Tourismusvereins habe eine Kommune Anspruch auf Förderung für bestimmte Vorhaben, argumentierte Gabriela Lantzsch. Der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos) bestätigte zum Beispiel, dass es für den Bau des neuen Rastplatzes „Fred Porphyrstein“ in Röcknitz von grundlegender Bedeutung sei, dass Thallwitz seit 2014 dem Tourismusverein Sächsisches Burgenland angehört. „Ohne Mitgliedschaft würden die Fördermittel nicht in der Höhe fließen.“

Von Simone Prenzel

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