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Machern hat Jubiläum im Visier

Machern hat Jubiläum im Visier

Auf ein bedeutsames Datum steuert die Gemeinde Machern zu: Im nächsten Jahr wird der Ort tausend Jahre alt. Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) hat Einwohner und Vereine aufgerufen, sich aktiv in die Vorbereitungen einzubringen.

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Rückblick auf die 1000-Jahrfeier von Lübschütz: Witzig und kreativ erinnerte der Ort 2004 in einem großen Festumzug an Episoden der Dorfgeschichte. Auch Machern denkt übers Jubiläum nach.

Quelle: Archiv

Machern. "Wir möchten gern wissen, was gewünscht wird: Können sich die Macherner eine Festwoche mit verschiedenen Veranstaltungen vorstellen oder soll es lieber ein Festtag sein", hofft die Gemeindechefin auf Rückkoppelung aus der Einwohnerschaft. Nachdem im Dezember ein entsprechender Aufruf im örtlichen Amtsblatt zu lesen war, sei bisher noch keine Nachricht von Bürgern eingegangen.

Dabei sitzt den Akteuren die Zeit im Nacken. Gemeinderat Klaus Zaspel (CDU) berichtete kürzlich im Ortsparlament von der langen Vorbereitungszeit, die sich der Ortsteil Lübschütz für sein Jubiläum gegönnt hat. "Als wir unsere 1000-Jahrfeier in Angriff nahmen, wurden die ersten Gespräche anderthalb Jahre vorher geführt. Ein Festkomitee wurde gebildet, bei dem alle Fäden zusammenliefen." In der Tat hinterließ das Festwochenende, das die Lübschützer 2004 auf die Beine stellten, Eindruck. Tausend Jahre auf 500 Metern - das war auf den Punkt gebracht die Arithmetik des gewaltigen Festumzugs, der sich am 5. September 2004 durchs Dorf schlängelte. "Wir sind nur 220 Einwohner - am Umzug aber haben 400 Leute teilgenommen", benannte Zaspel Respekt einflößende Dimensionen. In rund 30 Bildern ließen die Dörfler vor zehn Jahren ihre Geschichte Revue passieren. Liebevoll, detailbesessen, witzig und mit viel Aufwand hatte der 220-Seelen-Ort den Jubiläumshöhepunkt in Stuben, Höfen und Garagen vorbereitet. Angeführt wurde der Umzug damals geschichtsgetreu von einem Leichenwagen. Im Sarg verborgen - Graf Esiko, der 1004 in Lübschütz starb und dem der Ort seine Ersterwähnung verdankt. Zahlreiche Schaulustige säumten damals die Straßen und zu sehen gab es in der Tat jede Menge: Aufpolierte Lanz-Bulldogs glitzerten in der Sonne. Bäuerinnen schwenkten volle Körbe. Schmied und Sattler waren auf Umzugswagen in Aktion zu erleben. Viel Beifall erntete der Beitrag der Lübschützer Fischer, die in ihrem Ölzeug frische Sprotten unters Volk brachten. Selbst an die Geschichte der Mühle wurde mit leicht bekleideten Damen humorvoll erinnert. Sogar ein Prominenter - Radler-Legende Bernhard Eckstein - hatte sich in den Sattel geschwungen. Der gebürtige Zwochauer verbrachte seine Kindheit an der Mulde, bevor er Friedensfahrt-Champion und Amateur-Weltmeister wurde. Das Umzugsbild mit Eckstein ging als gelungene Überraschung in die jüngere Dorfgeschichte ein.

Ob auch Machern einen derartigen Festumzug auf die Beine stellen kann? Klaus Zaspel ist davon überzeugt: "Wir haben gezeigt, dass es geht! Und Machern kann das genauso gut wie Lübschütz", ermunterte er die Einwohner.

Ein Datum für die Feierlichkeiten hat man zumindest schon im Visier. Im Zeitraum 15. bis 21. Juli 2015 könnte eine wie auch immer geartete 1000-Jahrfeier von Machern stattfinden. "Wir brauchen allerdings jemanden, der sich den Hut aufsetzt", appellierte Doreen Lieder an die Bürger. Nachdem man von der Idee, einen Eventmanager zu engagieren, Abstand nahm, solle die Lösung nun "aus der Gemeinde heraus" gefunden werden, erklärte die Ortschefin. Sie ergänzte, dass es aus dem Gemeindeetat keine finanzielle Unterstützung geben könne. Vielmehr müssten Partner und Sponsoren gewonnen werden. Auch dazu steuerte Klaus Zaspel wieder eine Größenordnung bei: "Unser Fest in Lübschütz hat damals 24 000 Euro gekostet. Das Geheimnis war, dass sich viele engagiert und gemeinsam etwas auf die Beine gestellt haben."

Ob auch die Macherner Festivitäten groß aufgezogen werden, entscheidet sich in den kommenden Wochen. "Es wäre wünschenswert, wenn wir bis März eine Entscheidung herbeiführen könnten", meinte Doreen Lieder. Vielleicht, gab Gemeinderat Uwe Richter von der Freien Wählergemeinschaft zu bedenken, könne man sich auch darauf einigen, dass jährlich stattfindende Vereinsfest 2015 als 1000-Jahrfeier zu begehen - "sozusagen als Vereinsfest 2.0".

In diesem Jahr steht das Fest "Macherner für Machern" übrigens am 28. Juni ins Haus, dann im Ortsteil Plagwitz.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2014
Simone Prenzel

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