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Wurzen Machern streicht im Leipziger Neuseenland die Segel
Region Wurzen Machern streicht im Leipziger Neuseenland die Segel
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00:19 23.06.2017
Quelle: Archiv
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Machern

Einen neuen Weg schlägt die Gemeinde Machern beim Thema Tourismus ein: Der Gemeinderat stimmte am Montagabend mit großer Mehrheit dafür, dem Tourismusverein (TV) Sächsisches Burgenland beizutreten. Gleichzeitig streicht Machern im TV Leipziger Neuseenland die Segel.

„Ich maße mir nicht an zu beurteilen, in welchem Verein Machern besser aufgehoben ist“, erklärte der Wurzener Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos), stellvertretender Vorsitzender im Sächsischen Burgenland. „Allerdings würde die Kommune mit ihren Schlössern in Machern und Püchau, den Parks und der Mulde optimal in die Gesamtstruktur passen und das Sächsische Burgenland sinnvoll ergänzen“, warb Röglin vor den Gemeinderäten. Der Tourismusverein sei 2013 aus der Taufe gehoben worden, nachdem etliche Mitgliedskommunen vorher in Sachen Vermarktung ein weißer Fleck auf der Landkarte waren und der Freistaat auch seine Tourismusstrategie umstellte. Die Option, dem damals professioneller aufgestellten Neuseenland-Verein beizutreten, habe für Wurzen nicht wirklich bestanden. „Das hätte thematisch nicht gepasst.“

Röglin sieht die Stärken der Seen im Leipziger Norden und Süden eher bei Action und Fun. „Wir hingegen setzen eher auf Kulturtouristen und Naturliebhaber“, so der Wurzener OBM. Alte Kulturlandschaften stünden entlang der Mulde im Fokus- im Gegensatz zu den ehemaligen Tagebauseen im Leipziger Südraum. „Wir spekulieren also schon von vornherein auf eine andere Zielgruppe“, befand Röglin. Gefragt nach den Effekten der Mitgliedschaft im Burgenland räumte der Wurzener ein, dass ihm vieles noch zu langsam gehe. „Tourismus ist ein hartes Geschäft, man braucht einen langen Atem.“ Der Vereins-Vize warnte die Macherner d

Die Pyramide im Macherner Landschaftsgarten zählt zu den Sehenswürdigkeiten, die Touristen anlocken. Quelle: Archiv

eshalb auch vor der Illusion, dass sich mit dem Wechsel zum Burgenland automatisch Scharen von Besuchern einstellen. „Der Beitritt kann bestenfalls ein erster Schritt sein.“ Dreh- und Angelpunkt seien die touristischen Dienstleister. „Diese müssen Produkte wie Bootstouren auf der Mulde oder Schlossführungen entwickeln“, betonte Röglin. Der Thallwitzer Ortschef Thomas Pöge (parteilos) verwies auf Bestrebungen, den Wurzener Bahnhof als Tor in die Region zu profilieren. „Auch das würde Machern zugute kommen.“ Mit Püchau als ältestem urkundlich erwähnten Ort Sachsens gehöre Machern historisch betrachtet ohnehin eher ins Burgenland – statt im Neuseenland „nur Anhängsel“ zu sein.

Macherns Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) sah die Gemeinde im Burgenland ebenfalls besser aufgehoben. „Ich gehe davon aus, dass uns über diese Struktur eine bessere Vermarktung gelingt.“ CDU-Gemeinderat Winfried Roßdeutscher wollte wissen, ob die Entscheidung mit dem künftigen Schlosspächter Konrad Obermüller zuvor diskutiert wurde. „Das nicht. Ich gehe aber davon aus, dass auch Herr Obermüller ein großes Interesse daran hat, dass Machern touristisch vorankommt. Schließlich orientiert sich sein Konzept an der Vermarktung des Schlosses“, erklärte Lieder. Insofern würden sich viele Anknüpfungspunkte ergeben. Auch CDU-Fraktionssprecherin Petra Puttkammer verknüpft mit der Neuausrichtung die Hoffnung, mit Pfunden wie Schloss und Landschaftspark künftig besser wuchern zu können.

Vollzogen werden soll der Wechsel zum 1. Januar 2018. Wie im Neuseenland auch kostet Machern der Mitgliedsbeitrag im Burgenland einen Euro pro Einwohner – also rund 6700 Euro.

Von Simone Prenzel

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