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Wurzen Machern will Bündnis mit Brandis und Borsdorf
Region Wurzen Machern will Bündnis mit Brandis und Borsdorf
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00:34 09.04.2018
Machern verfügt über hervorragende Anbindung an Bahn, Bus, Staats- und Bundesstraßen. Quelle: Andreas Röse
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Machern

Machern findet seine Potenziale bei der aktuellen Fortschreibung des Regionalplans nicht ausreichend berücksichtigt. „Machern kann erheblich dazu beitragen, die Aufgaben für das Umfeld mit zu übernehmen“, argumentiert die Kommune in ihrer Stellungnahme. Insbesondere was die Schaffung von Bauland anbelangt, verfüge die Kommune über erhebliche Reserven und könne Leipzig dadurch entlasten.

Im Entwurf des Regionalplans werde Machern bei der Festlegung der Grundzentren übergangen, so der indirekte Vorwurf. Die Planung sieht zwei grundzentrale Verbünde vor. Direkt vor der Nase von Machern sollen Brandis-Borsdorf sowie Naunhof-Großpösna zu neuen Bündnissen verschmelzen. Der bestehende grundzentrale Verbund Brandis-Naunhof, an dem insbesondere Brandis zu hängen scheint, soll aufgelöst werden (die LVZ berichtete).

400 Baugrundstücke in der Kommune

Machern geht nun seinerseits in die Offensive: Die Kommune beantragt die Schaffung eines grundzentralen Verbundes Brandis/Machern oder Brandis/Borsdorf/Machern. Die Gemeinde, so Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos), strebe eine enge Zusammenarbeit mit ihren zwei Nachbarn an. „Obwohl eine Expertise, die der Regionale Planungsverband erstellen ließ, die Verbünde Großpösna/Naunhof und Brandis/Machern vorschlägt, weicht der Entwurf des Regionalplans unter dem Hinweis davon ab, dass mit der guten Anbindung und Erreichbarkeit zum Oberzentrum Leipzig der Gemeinde Borsdorf Potenziale als Ergänzungsstandort Wohnen bescheinigt werden“, so die Macherner Sicht. „Diese Funktion kann Borsdorf sicherlich zukommen, jedoch verfügt Machern über höheres Potenzial“, betont Lieder. In der Schublade hat die Kommune aktuell 400 Baugrundstücke, für die es einen genehmigten B-Plan gibt. Das Wohngebiet Machern Nord II wartet nur darauf, von einem Investor wachgeküsst werden. Das Verfahren zur Auswahl laufe, heißt es. Ein weiteres Wohngebiet sei im Tauchaer Weg mit rund 32 Bauplätzen gerade an den Start gegangen.

Kurze Wege zu Bahn und Bus

Beide Gebiete zeichnen sich durch ihre Lage im Macherner Ortskern aus und weisen kurze Wege zum Bahnhof beziehungsweise zu Buslinien auf. Auch damit würden sie den Zielen der Planung entsprechen.

Für weitere Industriebetriebe gebe es ebenfalls ausreichend Fläche – auf rund 24 Hektar bestehe im Gewerbegebiet Gerichshain noch Baurecht. Punkten könne Machern mit weiteren Vorzügen, insbesondere der guten ÖPNV-Anbindung. „Machern ist mit seiner Lage an der S-Bahn-Strecke Wurzen-Leipzig bestens geeignet, Funktionen im grundzentralen Verbund mit Brandis oder mit Brandis/Borsdorf wahrzunehmen.“ Auch Aufgaben der öffentlichen Verwaltung, von Tourismus, Kultur und Sport, Bildung und ärztlicher Versorgung ließen sich auf Grund der guten Anbindung erfüllen.

Machern als Zugpferd beim Tourismus

In ihrer Stellungnahme geht die Kommune ins Detail. So fehle in der Planung die sehr gute Busverbindung, die es dank Muldental in Fahrt zwischen Gerichshain und Brandis gebe. „Die Buslinie 689 verkehrt zwischen den beiden Orten im Halbstundentakt, eine derart gute Anbindung gibt es zwischen Borsdorf und Brandis derzeit nicht.“ Der größte Pluspunkt aber seien die durch B-Plan gesicherten Baugrundstücke, die sich laut Gemeinde zeitnah entwickeln lassen. Weitere Felder der Zusammenarbeit würden sich im Bereich Tourismus ergeben, hier könne Machern mit seinen touristischen Aushängeschildern als Zugpferd agieren. Auch im Bildungsbereich würden sich die Kommunen mit zwei Grundschulen in Machern und Püchau, der Oberschule Brandis, den Gymnasien in Brandis und Borsdorf sowie dem Bildungs- und Technologiezentrum gut ergänzen.

Dass ein Übergehen Macherns für die weitere Ortsentwicklung hinderlich wäre, davon ist die Rathausspitze überzeugt. Schon jetzt würde Aldi dem Ort den Rücken kehren, weil der Discounter seine Neubaupläne nicht verwirklichen könne. „Auch Discounter gehen mit der Zeit und brauchen mehr als 1000 Quadratmeter, um ihre neuen Konzepte umzusetzen.“ Diese Größenordnung wäre Machern aber verbaut, wenn man nicht den Status eines Grundzentrums erhält.

Von Simone Prenzel

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