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Machern will attraktive Bauplätze am Rande des Tresenwaldes vermarkten

Wohngebiet Machern will attraktive Bauplätze am Rande des Tresenwaldes vermarkten

Andere Kommunen beneiden die Gemeinde Machern um die Möglichkeit, rund 60 attraktive Bauplätze zu schaffen. Doch die Kommune tut sich schwer damit, auf Grund der komplizierten Eigentumsverhältnisse die 1997 genehmigten Flächen zu vermarkten.

Machern hat attraktive Bauplätze. Die Erschließung bereitet derzeit allerdings noch Probleme.

Quelle: dpa

Machern. Machern sitzt auf einem Schatz, hat aber Mühe, diesen zu heben. Seit Jahren liegen Pläne für ein Wohngebiet – die Gartenstadt II - in der Schublade. Bereits 1997 hatte das damalige Regierungspräsidium grünes Licht für ein riesiges Areal zwischen Tresenwald, Peritzschberg und Macherner Ortskern gegeben. In einem ersten Schwung wurden rund 60 Parzellen für den Bau von Eigenheimen verkauft. Doch dann kam die Vermarktung ins Stocken.

Der Rest des Gebietes, offiziell als Machern-Nord betitelt, liegt seit fast 20 Jahren brach. Damit sitzt die Kommune auf der Bewilligung für 60, 70 attraktive Bauplätze, ohne das bislang ein Bagger in Sicht ist.

Im vorgestrigen Gemeinderat stellte Anwältin Sophia Pommer ein Gutachten vor, welches das Vorhaben voranbringen soll. Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) hatte die Expertin für öffentliches Bau- und Planungsrecht ins Boot geholt, um die Bedingungen für die Erschließung des Areals klären zu lassen. „Wegen des steigenden Bedarfs sollen die Wohnbauflächen im noch nicht erschlossenen Teil des Bebauungsplangebietes Machern-Nord realisiert werden“, skizzierte die Anwältin die Ausgangsposition. Da die Kommune selbst finanziell nicht in der Lage sei, die Erschließung zu stemmen, bedürfe es hierfür eines privaten Investors. Sieben Interessenten hätten Interesse bekundet, ließ Lieder durchblicken.

Problematisch seien die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse, unterstrich Pommer bei ihren Ausführungen. „Ein großer Teil gehört der Gerichshainer Bau- und Wohnungsgesellschaft (GBW), einem kommunalen Tochterunternehmen, weitere Flächen sind im Besitz der Gemeinde und der ebenfalls kommunalen Gartenstadt Machern Liegenschaftsgesellschaft mbH. Darüber hinaus sind auch die Kirchgemeinde, die Wasserwerke und private Grundstücksbesitzer involviert.“ Dieser Mix mache die Sache schwierig, da, so Pommer, kommunale Tochtergesellschaften anderen vergaberechtlichen Anforderungen als private Grundstückseigentümer unterliegen würden. Die Expertin stellte ihr Gutachten vor, das vier Varianten untersucht. Am Ende stand die Empfehlung, die Flächen in einem strukturierten Bieterverfahren an einen Investor zu verkaufen. Dieser könne das Gelände dann erschließen und einen entsprechenden Vertrag mit der Kommune verhandeln.

Etliche Gemeinderäte verfolgten die Ausführungen mit Skepsis. Petra Puttkammer, Sprecherin der CDU-Fraktion, hatte Bauchschmerzen, ob die öffentliche Behandlung einem so sensiblen Thema überhaupt zuträglich ist. „Wenn private Grundstückbesitzer im Zuschauerraum sitzen und Sie Ihnen noch erzählen, dass wir gerade diese Grundstücke für das Gesamtvorhaben brauchen, ist das strategisch nicht besonders klug“, so die CDU-Frau an die Adresse von Doreen Lieder. Gunter Bergt (Linke) wollte wissen, wie viel das Gutachten gekostet hat. „5000 Euro“, gab die Bürgermeisterin Auskunft. Doreen Lieder verteidigte ihre Vorgehensweise, externen Sachverstand zu bemühen: „Es ging darum, grundsätzlich die Frage zu klären, ob und wenn ja welche Anforderungen bei Vergabe von Planung und Erschließung sowie der anschließenden Vermarktung der Grundstück bestehen.“

Robert Steinbauer (Freie Wählergemeinschaft) warnte davor, weitere Zeit zu verschlafen. „Wir müssen die Entwicklung des Marktes mitnehmen.“ Machern brauche keine Gutachten und keinen weiteren Stillstand, „sondern schnelle und pragmatische Lösungen“. Fraktionskollege Uwe Richter, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der GBW, erklärte, die Aufsichtsräte würden sich Ende Januar, Anfang Februar zum weiteren Vorgehen positionieren

Von Simone Prenzel

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