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Macherner Ärztin engagiert sich in Indonesien

Macherner Ärztin engagiert sich in Indonesien

Nur noch wenige Tage, dann wird Siegrun von Loh wieder nach Indonesien fliegen. Dorthin, wo sie insgesamt 13 Jahre gelebt hat, wo sie half ein Kinderzentrum aufzubauen, das sie weiterhin ehrenamtlich unterstützt.

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Die Plagwitzer Ärztin Siegrun von Loh engagiert sich mit einem Hilfsprojekt für indonesische Kinder. Muldentaler unterstützen die Medizinerin.

Quelle: Ingrid Hildebrandt

MACHERN/PLAGWITZ. In Gedanken werden viele Macherner dabei sein, wenn die Kinder- und Jugendärztin Dewi oder Rio trifft. Kranke Kinder, die auf die Hilfe von Förderern angewiesen sind, zu denen nun auch viele Muldentaler gehören.

Es war zum jüngsten Vereinsfest in Plagwitz, als die Medizinerin das Hilfsprojekt für indonesische Kinder erstmals öffentlich in der Region vorstellte, worauf viele Besucher mit einem kleinen Spendenbetrag den roten Glückskäfer füllten. Siegrun von Loh berichtete, wie vor 25 Jahren alles begann, wie sich das Kinderzentrum "Surya Kanti" (Sonnenstrahlen) in Bandung entwickelte, wie sie Einzelschicksale kennenlernte.

Unvergesslich sei ihr die erste Begegnung mit Dewi: "Ich trat in eine Hütte, wo eine junge Frau ein auf dem Boden liegendes Kind betreute. Das Mädchen war etwa fünf Jahre alt, mehrfach behindert und litt unter schweren epileptischen Anfällen. Dewi ist eines der Millionen Kinder in Indonesien, die durch Mangelernährung der Mutter schon untergewichtig geboren wurden. Darunter leidet auch die Hirnentwicklung. Mittlerweile kann Dewi durch die Hilfe des Kinderzentrums sitzen und hat keine Anfälle mehr." Sogar auf Fragen versuche das kleine Mädchen zu antworten. Aber Dewi braucht weiterhin Anfallsmedikamente. "Doch die Mutter kann weder regelmäßige Medikamente bezahlen noch Therapiestunden, denn der Verdienst des Vaters reicht knapp für die Ernährung der fünfköpfigen Familie", so die Medizinerin, die seit 1996 in Plagwitz lebt. "Indonesier sind sehr bescheiden und sagen ungern, dass das Geld nicht langt. Dabei erreicht schon eine kleine Spende viel: Mit drei Euro kann man in Indonesien ein Anfallsmittel, das Dewi zweimal täglich nehmen muss, über vier Monate lang bezahlen; von 30 Euro kann ein Kind einen Monat lang ärztlich-therapeutisch behandelt werden!"

Geholfen wird auch Rio. Der Siebenjährige wurde mit einer halbseitigen Lähmung geboren, seine rechte Körperseite blieb im Wachstum zurück. Er humpelte beim Gehen. Jetzt gleicht ein orthopädischer Schuh die Verkürzung des rechten Beines aus. Bewegend die Freude des Jungen: "Der Schuh passte noch gar nicht richtig, aber der kleine Kerl marschierte schon fröhlich drauflos." Auch Kinder mit Infektionskrankheiten begegnen der Ärztin häufig. "Mangel an sauberem Trinkwasser und Latrinen sowie das tropische Klima machen es schwer, Malaria, Cholera, Typhus oder Tuberkulose in den Griff zu kriegen." Hinzu kommen die schlechten Rahmenbedingungen: "Eine staatliche Krankenversicherung ist erst im Aufbau und nimmt Kinder mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen noch nicht auf. Darüber hinaus ist für etwa 13 000 Kinder nur ein Arzt da." Glaube mancher, die deutsche Hilfe sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, verweist die Kinderärztin auf einen Spruch von Konfuzius über ihrem Schreibtisch: "Es ist besser, ein einziges kleines Licht zu entzünden, als über die große Dunkelheit zu fluchen." Auch wenn die soziale Situation also im krassen Gegensatz zu einem Land stehe, das voller einzigartiger Kultur- und Naturschätze ist, gelte es, tatkräftig zu helfen.

Wie entstand nun die medizinische Zusammenarbeit? Eine indonesische Kinderärztin hatte Sozialpädiatrische Kinderzentren in Deutschland kennengelernt und meinte: So etwas brauchen wir für unsere Kinder in Indonesien! Gesucht wurde eine Fachkraft für den Aufbau des ersten Zentrums für behinderte und entwicklungsgestörte Kinder und das war die promovierte Oberärztin. "Deutsche Entwicklungszusammenarbeit bedeutet gründliche Planung: Ich stand also nicht als Abenteurerin mit einem Koffer im Urwald und sagte: ,Na, wo kann ich helfen?' Ich musste mich im Projektmanagement auskennen, fit in Englisch sein, klare Ziele nennen. Als ich 1987 eintraf, hatte ein kleines Team gerade mit seiner Arbeit begonnen. Bald saßen die wartenden Familien bis auf den Bürgersteig."

Jetzt, 2014, betreut das Zentrum 3000 Kinder pro Jahr mit 12 000 Behandlungen; das Projekt unterliege strenger Kontrolle, so von Loh, die als leitende Ärztin auch das Sozialpädiatrische Zentrum Leipzig aufbaute. Nach zehn ereignisreichen Jahren zum Wohle kranker Kinder und Jugendlicher folgte sie einer Bitte des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Tsunami-Hilfe in Indonesien. Daraus wurden noch einmal sechs Jahre. Unterstützt durch die staatliche Stiftung Senior Experten Service (SES) reist die sympathische Plagwitzerin seit ihrem Ruhestand weiterhin jedes Jahr nach Bandung, vermittelt Helfer, koordiniert Ärztegruppen, prüft, welche Kinder von den Spenden betreut werden. Die Muldentaler Unterstützer können gewiss sein, dass schon eine kleine Spende große Hilfe leistet, wenn es heißt - von Machern und Plagwitz in die Welt.

Kontakt für interessierte Förderer: Dr. Siegrun von Loh, Kinder- und Jugendärztin, Am Dreieck 4, 04828 Plagwitz (OT von Machern,) Tel. 03425/8 57 49 43; siegrun.vonloh@gmail.com, Treuhand-Spendenkonto Dr. Siegrun von Loh, Sparkasse Muldental, IBAN DE08 8605 0200 12410994 28; BIC SOLADES1GRM

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.10.2014
Ingrid Hildebrandt

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