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Macherner Bürgermeisterin kündigt Vertrag mit Sportverein

Tresenwald Macherner Bürgermeisterin kündigt Vertrag mit Sportverein

Böse Überraschung für den SV Tresenwald: Die Macherner Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) hat den bestehenden Vertrag mit dem Verein zur Nutzung des Sportparks Tresenwald überraschend gekündigt. Die Rechtsaufsicht prüft den Vorgang.

Schön, aber teuer: Um einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb des Sportparks Tresenwald wird in Machern seit Jahren gerungen.

Quelle: LVZ

Machern. Der weitere Sportbetrieb des SV Tresenwald hängt in der Luft. Eine Nutzungsvereinbarung mit dem Verein hat die Macherner Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) ohne jegliche Vorwarnung gekündigt. Wenige Tage nachdem die Sportler eigentlich mehr ideelle Unterstützung seitens der Kommune angemahnt hatten. Nunmehr sieht sich der SV Tresenwald mit seinen rund 840 Mitgliedern vor einer ungewissen Zukunft. Die Kündigung wurde zum 30. Juni 2017 ausgesprochen.

„Es ist durch die Gemeinde geplant, ab 1. Juli 2017 eine Sportstättennutzungsordnung in Verbindung mit einer Sportförderrichtlinie zu erlassen“, heißt es in dem Schreiben. „In diesem Zusammenhang muss der Sportpark auch anderen ortsansässigen Vereinen bei Bedarf grundsätzlich gleichberechtigt zur Verfügung stehen, so dass sich im Zusammenhang mit der langen Kündigungsfrist diese Kündigung notwendig macht“, so Lieder.

Schon diese Passage sorgt bei den Verantwortlichen für Rätselraten: Die Vereinbarung sehe eine Kündigungsfrist von drei Monaten vor. „Es ist schwer nachvollziehbar, wieso uns deshalb jetzt schon zum 30. Juni 2017 gekündigt wird“, erklärt Vorstandsmitglied Hans-Jörg Möhring. Am kommenden Mittwoch trifft sich der Vorstand mit allen Abteilungsleitern, um weitere Schritte zu beraten. Zumindest Möhring bemüht sich um eine diplomatische Sichtweise auf den Vorgang: „Die Kündigung kam zwar unerwartet. Aber damit hat sich die Bürgermeisterin auch dazu bekannt, dass endlich ein Sportstättenkonzept erarbeitet wird. Wir können nur hoffen, dass dabei alle Vereine, nicht nur der SV Tresenwald, einbezogen werden.“

Anderen Mitgliedern steht weniger der Sinn nach rhetorischer Zurückhaltung. Helmut Peuckert, Chef der Abteilung Tischtennis, wird deutlicher: „Die Kündigung seitens der Gemeinde zeigt erneut, welche Art von Wertschätzung unserem Verein entgegengebracht wird. Art und Zeit, das Überbringen durch einen Hausmeister und das über ein Jahr vor dem Kündigungstermin zeugen von Unkenntnis des bestehenden Vertragsinhaltes. Oder will man Tatsachen schaffen, die noch nicht bekannt werden dürfen“, orakelt Peuckert. Klar sei, dass zu einem möglichst wirtschaftlichen Betrieb des Sportparks alle ihr Scherflein beitragen müssen. „Deshalb fordern wir seit Jahren, dass als Maßstab alle Verbrauchszahlen auf den Tisch kommen. Passiert ist aber nichts“, moniert Peuckert. Auch die Leitung des Sportparks liege im Argen. „Die Stelle ist seit einem Jahr nicht besetzt und wird quasi im Nebenjob von der Kämmerin erledigt.“ Peuckerts ernüchterndes Fazit: Von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Verein könne derzeit keine Rede sein.

Trainings – und Wettkampfzeiten sind bei den Sportlern heiß begehrt

Trainings – und Wettkampfzeiten sind bei den Sportlern heiß begehrt. Die Gemeinde wiederum setzt auch auf kommerzielle Nutzer, die Geld einbringen.

Quelle: LVZ

Nicht nur den SV Tresenwald trifft das Schreiben von Doreen Lieder wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch etliche Gemeinderäte reagieren entsetzt. Noch drei Tage bevor die Kündigung raus ging, habe die Arbeitsgruppe Tresenwald, bestehend aus Doreen Lieder, einer weiteren Mitarbeiterin und Gemeinderäten, getagt. Dort sei die Idee, den Vertrag jetzt zu kündigen, alles andere als konsensfähig gewesen, heißt es. „Ich finde, dass so eine Entscheidung in den Rat gehört“, erklärt Gemeinderat Uwe Richter. Der Vertreter der Freien Wählergemeinschaft (FWG) sowie weitere Gemeinderäte schalteten inzwischen die Rechtsaufsicht ein. „Wir lassen prüfen, ob die Bürgermeisterin zu diesem Alleingang überhaupt befugt war.“ Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, vertröstete dazu: „Die Gemeinde hat bis 18. April Zeit für eine Stellungnahme.“ Erst dann könne geprüft werden, ob die Bürgermeisterin ihre Kompetenzen überschritten habe.

Von Simone Prenzel

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