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Wurzen Macherner Bürgermeisterin nimmt umstrittene Kündigung zurück
Region Wurzen Macherner Bürgermeisterin nimmt umstrittene Kündigung zurück
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07:00 20.05.2016
Bis Ende Juni 2017 soll jetzt eine neue Nutzungsordnung für den Sportpark Tresenwald erarbeitet werden. Quelle: Archiv
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Die Macherner Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) hat dem öffentlichen Druck nachgegeben und die Kündigung der Nutzungsvereinbarung mit dem SV Tresenwald zurückgezogen. „Zwischen dem Vorstand und der Bürgermeisterin besteht Einigkeit, dass der Sportbetrieb des SV Tresenwald nicht gefährdet werden soll“, teilte die Rathauschefin gegenüber LVZ mit. Damit kann der Verein vorerst aufatmen.

Im Alleingang hatte Doreen Lieder das Vertragswerk Ende März überstürzt gekündigt (die LVZ berichtete). Nicht nur die Vereinsführung fiel aus allen Wolken, schließlich stand damit hinter dem Trainings- und Wettkampfbetrieb für rund 840 Mitglieder urplötzlich ein großes Fragezeichen. Auch im Gemeinderat wurde die Entscheidung heftig kritisiert und von CDU-Fraktionssprecherin Petra Puttkammer sogar öffentlich als „unsäglich“ tituliert.

Kreisbehörde: Lieder hätte nie eigenmächtig handeln dürfen

Die Rechtsaufsicht rüffelte Lieder ebenfalls: Die Bürgermeisterin sei gar nicht befugt gewesen, die Kündigung auszusprechen. Jährlich zahlt der Verein derzeit ein Entgelt von 21 420 Euro, um den Sportpark an der B 6 zu nutzen. Die Bürgermeisterin sei laut Hauptsatzung aber nur für die Bewirtschaftung von Verträgen bis zu einem jährlichen Miet- oder Pachtwert von 1500 Euro zuständig. Bis 2500 Euro entscheide der Verwaltungsausschuss. Bei einem Wert von 21 420 Euro – wie im Fall Tresenwald – hätte Lieder nie eigenmächtig handeln dürfen. Verträge dieser Größenordnung seien ausschließlich Sache des Gemeinderates, musste sie sich vom Landratsamt belehren lassen. Inzwischen lag Doreen Lieder die Aufforderung der Kreisbehörde vor, zu der Angelegenheit einen Ratsbeschluss herbeizuführen. Nach der öffentlich gewordenen Kritik an ihrem Alleingang war davon auszugehen, dass das Parlament diese Eigenmächtigkeit nicht nachträglich zu sanktionieren gedachte.

Bürgermeisterin Doreen Lieder. Quelle: Klaus Peschel (Archiv)

Nun macht die Rathauschefin eine Rolle rückwärts. Da der Verein erklärt habe, unbedingt bis 1. Oktober Planungssicherheit zu benötigen, habe sie sich entschieden, die Kündigung zurückzunehmen. Schon mit Blick auf die Sommerpause sei es unrealistisch, eine neue Regelung bis Ende September zu erstellen, die letztlich auch im Gemeinderat beschlossen werden müsse, erklärte Lieder nunmehr.

Die bestehende Vereinbarung zur Nutzung des Sportparks durch den SV Tresenwald gelte damit weiter. Dies habe sie dem Vorstand um Vereinsvorsitzende Gabriele Möhring am Mittwoch in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Die Mitglieder wurden außerdem per Aushang über die freudige Nachricht informiert.

Neue Nutzungsordnung soll bis Juni 2017 stehen

Nunmehr gehe es um die gemeinsame Erarbeitung einer neuen Regelung für die Nutzung des Sportparks, die „sowohl für den Verein als auch für die Gemeinde Klarheit über Nutzungszeiten und -konditionen bringen soll“, ergänzte Lieder. Das bisherige Vertragswerk regele Einzelheiten nur unzureichend und führe schon seit Jahren zu Unstimmigkeiten auf beiden Seiten, die es im Sinne des Sports und des hohen ehrenamtlichen Engagements beizulegen gelte. Sie strebe dabei eine sozialverträgliche Lösung, insbesondere für Kinder und Jugendliche, an. Lieder erklärte: „Alle Beteiligten sollten jetzt mit vereinten Kräften daran arbeiten, damit die neue Nutzungsordnung des Sportparks Tresenwald bis Ende Juni 2017 steht.“

Von Simone Prenzel

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