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Macherner Künstler auf selten Pfaden

Macherner Künstler auf selten Pfaden

Einer fast vergessenen grafisch-fotografischen Mischtechnik haben sich die Macherner Künstler Maria und Vlado Ondrej gewidmet, dem Cliché verre. Seine (kurze) Blütezeit erlebte diese künstlerische Technik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich zunächst französische Landschaftsmaler darin ausprobierten.

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Blick auf eine Cliché-verre-Arbeit: Die Werke im Lindenau-Museum reichen von klassisch bearbeiteten Glasplatten hin bis zur digitalen Bearbeitung.

Quelle: Mario Jahn

Machern/Altenburg. Rasch aber verschwand die sogenannte Glasradierung, wie eine der möglichen Übersetzungen ins Deutsche lautet, wieder in der Versenkung. In seiner klassischen Form verbinden sich im Cliché verre Komponenten der Zeichnung, der Druckgrafik und der Fotografie. Eindrücke vermittelt eine Ausstellung der Macherner Künstler in Altenburg.

Maria und Vlado Ondrej entrissen das Cliché verre dem Vergessen. Sie gründeten 2008 auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei ihr Atelier für Radierung. Neben eigener künstlerischer Arbeit laden sie regelmäßig Kollegen ein, in der Technik des Tiefdrucks zu experimentieren und präsentierten diese Ergebnisse in verschiedenen Grafikeditionen.

Seit drei Jahren beschäftigen sich die Ondrejs mit der fast vergessenen Technik Cliché verre. Nach umfassenden Recherchen und vielen technischen Versuchen gelang es ihnen, Exponate in diesem Metier herzustellen. In einem ersten Projekt mit in Mitteldeutschland arbeitenden Künstlern entstanden Cliché verre für den Kunstkalender 2013 der EnviaM. Die jetzige Präsentation in Altenburg zeigt Ergebnisse eines zweiten, nunmehr internationalen Projektes. 13 europäische und nordamerikanische Künstler arbeiteten im Vorjahr mit Maria Ondrej in deren Atelier und stellten Glasradierungen her. 15 originale Blätter sind in einer inzwischen in kleiner Auflage herausgegebenen Mappenedition vereint, die Sonderausstellung zeigt weitere Clichés verre besagten schöpferischen Miteinanders.

Als erste hatten sich ab den 1830er-Jahren französische Landschaftsmaler wie Camille Corot oder Charles-Francois Daubigny der Technik des Cliché verre bedient, im 20. Jahrhundert experimentierten unter anderem Pablo Picasso oder der französische Fotograf Brassai damit. Den Initiatoren des Projektes und ihren Mitstreitern ging es bei ihren Versuchen der Neubelebung indes keineswegs nur um die Rekonstruktion der in Vergessenheit geratenen Verfahrensweise. Ihre Absicht bestand darin, das Cliché verre in die Gegenwart zu holen, heutige Inhalte und Themen einzubringen und ihre künstlerischen Intentionen mit zeitgenössischen Mitteln umzusetzen. "Die jetzt im Lindenau-Museum offerierten Exponate reichen technisch-formal gesehen von klassisch bearbeiteten Glasplatten über die Verwendung von Negativfilmen, übereinander gelegte Glasplatten und mehrfache Belichtungen, bei denen auch bewegte Schablonen eingesetzt wurden, bis hin zur Bearbeitung mit digitalen Medien", fasste Kuratorin Ulrike Weißgerber bei der kürzlichen Ausstellungseröffnung das Spektrum zusammen.

Lindenau-Museum Altenburg: 28. Februar, 19 Uhr, "Die Entstehungsgeschichte des Cliché verre", Vortrag von Agnes Matthias, Leiterin der Grafischen Sammlung; Samstag, 15. März, 15 Uhr, Finissage, Gespräch mit den Initiatoren des Projekts Maria und Vlado Ondrej.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2014
LVZ

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