Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Macherner Künstler auf selten Pfaden
Region Wurzen Macherner Künstler auf selten Pfaden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 19.05.2015
Blick auf eine Cliché-verre-Arbeit: Die Werke im Lindenau-Museum reichen von klassisch bearbeiteten Glasplatten hin bis zur digitalen Bearbeitung. Quelle: Mario Jahn

Rasch aber verschwand die sogenannte Glasradierung, wie eine der möglichen Übersetzungen ins Deutsche lautet, wieder in der Versenkung. In seiner klassischen Form verbinden sich im Cliché verre Komponenten der Zeichnung, der Druckgrafik und der Fotografie. Eindrücke vermittelt eine Ausstellung der Macherner Künstler in Altenburg.

Maria und Vlado Ondrej entrissen das Cliché verre dem Vergessen. Sie gründeten 2008 auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei ihr Atelier für Radierung. Neben eigener künstlerischer Arbeit laden sie regelmäßig Kollegen ein, in der Technik des Tiefdrucks zu experimentieren und präsentierten diese Ergebnisse in verschiedenen Grafikeditionen.

Seit drei Jahren beschäftigen sich die Ondrejs mit der fast vergessenen Technik Cliché verre. Nach umfassenden Recherchen und vielen technischen Versuchen gelang es ihnen, Exponate in diesem Metier herzustellen. In einem ersten Projekt mit in Mitteldeutschland arbeitenden Künstlern entstanden Cliché verre für den Kunstkalender 2013 der EnviaM. Die jetzige Präsentation in Altenburg zeigt Ergebnisse eines zweiten, nunmehr internationalen Projektes. 13 europäische und nordamerikanische Künstler arbeiteten im Vorjahr mit Maria Ondrej in deren Atelier und stellten Glasradierungen her. 15 originale Blätter sind in einer inzwischen in kleiner Auflage herausgegebenen Mappenedition vereint, die Sonderausstellung zeigt weitere Clichés verre besagten schöpferischen Miteinanders.

Als erste hatten sich ab den 1830er-Jahren französische Landschaftsmaler wie Camille Corot oder Charles-Francois Daubigny der Technik des Cliché verre bedient, im 20. Jahrhundert experimentierten unter anderem Pablo Picasso oder der französische Fotograf Brassai damit. Den Initiatoren des Projektes und ihren Mitstreitern ging es bei ihren Versuchen der Neubelebung indes keineswegs nur um die Rekonstruktion der in Vergessenheit geratenen Verfahrensweise. Ihre Absicht bestand darin, das Cliché verre in die Gegenwart zu holen, heutige Inhalte und Themen einzubringen und ihre künstlerischen Intentionen mit zeitgenössischen Mitteln umzusetzen. "Die jetzt im Lindenau-Museum offerierten Exponate reichen technisch-formal gesehen von klassisch bearbeiteten Glasplatten über die Verwendung von Negativfilmen, übereinander gelegte Glasplatten und mehrfache Belichtungen, bei denen auch bewegte Schablonen eingesetzt wurden, bis hin zur Bearbeitung mit digitalen Medien", fasste Kuratorin Ulrike Weißgerber bei der kürzlichen Ausstellungseröffnung das Spektrum zusammen.

Lindenau-Museum Altenburg: 28. Februar, 19 Uhr, "Die Entstehungsgeschichte des Cliché verre", Vortrag von Agnes Matthias, Leiterin der Grafischen Sammlung; Samstag, 15. März, 15 Uhr, Finissage, Gespräch mit den Initiatoren des Projekts Maria und Vlado Ondrej.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2014
LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Fast ein halbes Jahr ist der Spatenstich für den Ausbau der Staatsstraße (S) 23 mittlerweile her. Demnächst startet endlich die heiße Phase - für Bauarbeiter und Autofahrer gleichermaßen.

19.05.2015

Ein regelrechtes Eilzugtempo legte Klaus Zaspel bei der vorgestrigen Gemeinderatssitzung in Machern an den Tag. In Vertretung der im Urlaub befindlichen Macherner Ortschefin Doreen Lieder (parteilos) leitete der stellvertretende CDU-Bürgermeister die Zusammenkunft im Ratsaal.

19.05.2015

Am Sonnabend standen erstmals die Amtstuben im Rathaus Brandis von 9 bis 12 Uhr offen. Ein Service in Sachen Bürgernähe, den die Einwohner rege genutzt haben. "Seit 9 Uhr geht es ununterbrochen.

19.05.2015
Anzeige