Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Macherner Räte fordern Akteneinsicht
Region Wurzen Macherner Räte fordern Akteneinsicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 13.05.2016
Die Privilegierte Bürgerschützengilde aus Wurzen eröffnete im Vorjahr mit einem symbolischen Schießen die 1000-Jahr-Feier in Machern. Die Gemeinde selbst hat keine Schützenvereine. Quelle: Thomas Kube (Archiv)
Anzeige
Machern

Spannend wurde es am Montagabend unerwartet beim Thema Haushalt, der im Macherner Rat zur Abstimmung stand. „Wir können dem Etat heute leider nicht zustimmen“, erklärte CDU-Fraktionssprecherin Petra Puttkammer, „weil uns wesentliche Informationen fehlen.“ Erstmals in der Macherner Ortsgeschichte sieht sich ein Bürgermeister mit einem Antrag auf Akteneinsicht konfrontiert. Die Wissbegier der Gemeinderäte richtet sich auf eine Personal-Untersuchung, die seit längerem unter Verschluss gehalten wird. „Bislang war das Rathaus nicht bereit, uns die Unterlagen vorzulegen“, so Puttkammer. Sechs Gemeinderäte sahen sich daraufhin fraktionsübergreifend veranlasst, einen Ausschuss zur Akteneinsicht zu fordern. Dieses Recht ist in der Gemeindeordnung verankert. „Bevor wir dem Haushalt zustimmen, ist es für uns wichtig, die Empfehlungen der Beraterfirma B & P zum Personalkonzept im Rathaus und den anderen Einrichtungen zu kennen“, begründete die CDU-Frau. Denn diese seien auf Grund möglicher Gehaltsänderungen relevant. „Inzwischen hat auch die Kommunalaufsicht klargestellt, dass den Gemeinderäten dieses Recht zusteht“, betonte Puttkammer. Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) schlug vor, einen gemeinsamen Termin zu vereinbaren.

Hoffnung für Schulstraße und Dorfteich

Nachdem der Haushaltsbeschluss auf diese Weise ohnehin ausgebremst war, hatten weitere Änderungswünsche Hochkonjunktur. Uwe Richter (FWG) verwies auf ein Schreiben der Unfallkasse, das seit 2008 im Rathaus vorliege. Demnach bestehe auf dem Weg zum Püchauer Sportplatz für die Kinder eine erhebliche Unfallgefahr. „Wer möchte, dass wir für diese Arbeiten 50 000 Euro aus liquiden Mitteln noch in den Haushalt einplanen?“, fragte Doreen Lieder daraufhin in die Runde. Die übergroße Mehrheit wollte den Posten berücksichtigt sehen. Puttkammer warb zudem erfolgreich dafür, auch die Plagwitzer bei der Sanierung ihres Dorfteichs zu unterstützen. Auch diese rund 13 000 Euro wird Kämmerin Martina Schröter nun kalkulieren, wenn sie den Etat noch einmal aufschnürt. Geplant ist jetzt, im Juni über Ämterstruktur und Haushalt zu befinden.

Steinbauer: Diskussion für Machern unwürdig

Weil eine Entscheidung zur Verschwisterung mit Purgstall nicht so lange warten kann, befand der Rat im Vorgriff auf den Etat darüber, die 4000 Euro für das Fest Anfang Juni nunmehr freizugeben. Am Montagabend hatte die Ratsmehrheit ein Einsehen - mit 14 Ja und drei Nein wurde die Ausgabe durchgewunken. Im Vorfeld hatten sich die Mitglieder über Kosten und Konzept der Gemeinde-Hochzeit nicht ausreichend informiert gefühlt. Auch Montag hakte Gemeinderätin Monika Alexandrow erneut nach. Das Vergleichsschießen mit den Purgstallern müsse definitiv nicht sein, fand die Vertreterin der Linken. „Machern hat nicht mal einen eigenen Schützenverein, wer soll dann bitte schießen?“ Doreen Lieder erklärte, dass es Wunsch der Purgstaller gewesen sei, diesen Punkt einzuplanen. „Diesem Wunsch wollten wir gerne nachkommen.“ Auch aus Machern habe sie Interessenten angesprochen. Gemeinderäte würden teilweise auch mit Ehepartner an dem Schießen teilnehmen. „In Purgstall gibt es mehrere Schützenvereine, das hat dort Tradition“, begründete Lieder. Zur Verschwisterung würden rund 50 Purgstaller und acht weitere Gäste aus der Partnerkommune Linden (Hessen) erwartet. Für das Schießen auf der Anlage in Wurzen seien 800 Euro kalkuliert. „Weitere 370 Euro sind für zwei Ehrenscheiben geplant, die an die Verschwisterung erinnern sollen und von denen eine in Machern verbleibt“, ergänzte die Rathauschefin. Gemeinderat Robert Steinbauer (Freie Wählergemeinschaft) zeigte sich über die ganze Diskussion nicht glücklich. Die leidige Debatte um die Verschwisterung sei „Machern nicht würdig“ gewesen.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für den Bau der neuen Belgershainer Sporthalle steht jetzt ein zweiter Bewerber auf dem Plan. Im Gemeinderat stellte vorgestern Abend Rainer Kretschmer von der gleichnamigen Industriebau GmbH Döbeln sein Projekt vor. Die Räte müssen sich nun entscheiden müssen, ob sie ihm oder dem Entwurf des Borsdorfer Architektenbüros Strauß den Zuschlag geben.

10.05.2016
Wurzen Forschungsvorhaben Stadt-Parthe-Land - Durch die Parthe in Wathosen

Im Rahmen einer Sommerschule schwärmen 20 Studenten aus Dresden und Osnabrück in dieser Woche an 15 Orte in der Parthe-Region aus. Ziel ist ein Exkursionsführer zu erklärungsbedürftigen Orten entlang des Flüsschens.

10.05.2016

Kaffee und ein Dankeschön für die Unterstützung: Das DRK beteiligte sich am Weltrotkreuztag in Wurzen an der bundesweiten Kampagne „Zeichen setzen“. Dabei ging es auch darum, für die Vielfalt des Wohlfahrtsverbands zu werben.

10.05.2016
Anzeige