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Wurzen Macherner Räte wollen neuen Amtsleiter vor die Tür setzen
Region Wurzen Macherner Räte wollen neuen Amtsleiter vor die Tür setzen
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14:15 14.08.2017
Amtsleiter David Aloe Quelle: Foto: Gemeinde Machern
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Machern

Keine glückliche Hand hatte man in Machern offenbar mit der jüngsten Stellenbesetzung im Bürgeramt. Amtsleiter David Aloe trat erst im März seinen Posten an. Inzwischen herrscht aber eine große Unzufriedenheit mit der Arbeit des 37-jährigen Oschatzers.

Hinter verschlossenen Türen drehte sich am Dienstagabend alles um die pikante Personalie. Mehrere Gemeinderäte sahen sich gezwungen, die Krisensitzung außer der Reihe zu beantragen. Die Sächsische Gemeindeordnung regelt, dass dafür mindestens ein Fünftel der Räte einen entsprechenden Antrag stellen muss. Der Macherner Gemeinderat zählt 16 Mitglieder, zehn davon sahen einen sofortigen Gesprächsbedarf. Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) blieb daraufhin nichts anderes übrig, als die Sondersitzung einzuberufen.

Amtsleiter David Aloe. Quelle: Gemeinde Machern

Zitieren lassen möchte sich übrigens niemand, doch klar scheint: Offenbar ist man durch alle Fraktionen hindurch der Meinung, dass die Besetzung der Stelle ein Fehlgriff war. Diese Meinung, versichern Parlamentarier gegenüber LVZ, sei nicht aus der Luft gegriffen. Zahlreiche Mitarbeiter des Rathauses – die Rede ist von über der Hälfte – hätten sich vielmehr hilfesuchend an die Ortsparlamentarier gewandt und darauf hingewiesen, dass dringend gehandelt werden müsse.

Bürgermeisterin Doreen Lieder selbst sieht offenbar keine Defizite bei ihrem neuen Mitarbeiter. Sie habe sich am Dienstagabend verwundert gezeigt, berichten Teilnehmer der Beratung, dass es derartige Äußerungen gebe und sei zugleich erstaunt gewesen, dass diese Kritik nicht an sie als Verwaltungschefin herangetragen worden sei. Lieder habe für eine gemeinsame Aussprache mit dem Betroffenen und Gemeinderäten geworben. Doch ins Detail möchten die meisten Räte gar nicht gehen. Ihnen liege viel mehr daran, die Personalie möglichst geräuschlos und ohne Beschädigung des Amtsleiters in der Öffentlichkeit über die Bühne zu bringen.

Das Ergebnis der Sondersitzung lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und kommt einer Watsche für den Amtschef gleich: Eine klare Mehrheit habe die Empfehlung ausgesprochen, das Beschäftigungsverhältnis umgehend aufzulösen. Bei einer Abstimmung hätten sich am Dienstag neun Räte dieser Forderung angeschlossen, darunter seien Vertreter von CDU, SPD, Linker und Freier Wählergemeinschaft gewesen.

Aloe, von Beruf Diplomverwaltungswirt, war erst im März diesen Jahres befristet auf zwei Jahre eingestellt worden. In der Probezeit kann ihm der Stuhl vor die Tür gesetzt werden, ohne dafür Gründe anzuführen. Der Gemeinderat selbst kann den Rauswurf allerdings nicht erzwingen. Diese Entscheidung könne einzig und allein die Bürgermeisterin treffen, hieß es aus den Reihen des Gemeinderates.

Offen bleibt vorerst, ob die Ortschefin weiter an ihrem Amtsleiter festhält. Doreen Lieder war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Von Simone Prenzel

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