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Macherner Ritterburg: Grusel hinter dicken Mauern scheitert am Brandschutz

Tourismus Macherner Ritterburg: Grusel hinter dicken Mauern scheitert am Brandschutz

Mystisch mutet die Macherner Ritterburg an. Gern würden mehr Besucher die Kulisse für kleine Zusammenkünfte oder einen Sektempfang nutzen. Doch der Brandschutz und mangelnde Werterhaltung bereiten Probleme.

Machern würde die Ritterburg gern intensiver nutzen. Doch Brandschutzprobleme stehen dem im Weg.

Quelle: Archiv

Machern. Sie ist ein ungeschliffener touristischer Diamant, die Ritterburg im Macherner Park. Das mystisch anmutende Bauwerk würden gern mehr Neugierige besuchen, um sich dem Grusel hinter dicken Mauern hinzugeben. Doch der Brandschutz erweist sich als Hindernis.

Mit lautem Gerassel öffnet sich ein zweiflügeliges Eisentor am Eingang zur Ritterburg. Ins Innere gelangt man nur durch einen unterirdischen Gang. Dahinter beginnt ein 36 Meter langer Gang mit gruseligen Effekten. An den Wänden hängen Fesseln und Ketten. In Nischen lauern ein Totenkopf, ein betender Ritter und ein blankes Schwert. Ein Verlies, das von zwei zusätzlichen Falltüren verschlossen wird, beflügelt die Phantasie. Der Burgturm selbst ragt 26 Meter in die Höhe und beherbergt unter anderem ein Kaminzimmer. Von der Plattform aus reicht der Blick weit ins Land – bis nach Wurzen und zu den Hohburger Bergen. Überlieferte Dokumente bezeugen, dass die Ritterburg früher ein exclusiver Ort war und nur Freimaurern zugänglich, die ihre strengen Rituale hier abhielten.

Derzeit scheint es nicht weniger kompliziert, sich Zutritt zu verschaffen. Reguläre Öffnungszeiten gibt es nicht, obwohl sich Machern mit diesem touristischen Aushängeschild schmücken könnte. Zugänglich ist die Ritterburg nur im Rahmen von Parkführungen.

Geheimnisvoll

Geheimnisvoll: Nur durch einen dunklen Gang gelangen Besucher ins Innere der Ritterburg.

Quelle: Archiv

Petra Puttkammer, die mit ihrer Firma Macherner Grünprofi GmbH Erkundungen des Landschaftsgartens anbietet, bedauert sehr, dass die Ritterburg nur auf Sparflamme besucht werden darf. „Es gibt immer wieder Anfragen, die Räume für Sektempfänge oder auch Vorstandssitzungen zu nutzen. Das Mystische zieht viele Interessenten an.“ Doch der nötige Brandschutz macht den Akteuren einen Strich durch die Rechnung. „Nur für Teilnehmer von Parkführungen ist ein kurzer Aufenthalt in der Ritterburg möglich. Außerdem ist die Nutzung für museale Zwecke erlaubt.“

Das Bauwerk wurde 1796 als mittelalterlich anmutende Burgruine konzipiert. Nachdem die Ritterburg 1950 durch fahrlässige Brandstiftung tatsächlich zur Ruine wurde, blieb der Zugang Besuchern lange Zeit verwehrt. „Erst 1988 begannen aufwändige Restaurierungsarbeiten, die sich über 13 Jahre hinzogen und von der Gemeinde maßgeblich mit finanziert wurden“, erinnert Petra Puttkammer. Jetzt drohe diese Errungenschaft verloren zu gehen, schlägt die Machernerin Alarm. Mit Einnahmen, die aus den Parkführungen fließen, könnten an dem Denkmal nicht die erforderlichen Werterhaltungen gestemmt werden, gibt sie zu bedenken. Die Kommune als Eigentümer der Ritterburg sei hier gefordert.„Nicht nur für das Brandschutz-Problem muss eine Lösung gefunden werden“, mahnt Puttkammer. „Wenn nicht bald die nötigen Wartungsarbeiten erfolgen, ist der gesamte Restaurierungserfolg in Gefahr.“ Auch für das Schloss müsse dringend ein neuer Pächter gefunden werden. „Denn sonst gehen auch noch die Einnahmen aus den Parkführungen zurück, die sich zu 70 Prozent aus Feiern und Hochzeiten im Schloss speisen.“

Von Simone Prenzel

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