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Wurzen Macherner Schloss-Pflanzen brauchen Asyl
Region Wurzen Macherner Schloss-Pflanzen brauchen Asyl
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08:52 26.10.2018
Die Kübelpflanzen des Macherner Schlosses waren in den vergangenen Jahren stets in der Orangerie untergebracht und hier vor der Kälte sicher. Jetzt steht das Gebäude nicht mehr als Pflanzen-Hort zur Verfügung. Quelle: Röse
Machern

Der exotische Pflanzenbestand des Macherner Schlosses hat bislang kein Winterquartier. Deshalb schlägt Schlossmanager Robert Schmidt jetzt Alarm. Rechtzeitig vor den ersten Minusgraden zogen die empfindlichen Gewächse bislang stets in ihr frostfreies Domizil um. Doch die Orangerie wurde von der Gemeinde an neue Nutzer verpachtet und steht nun nicht mehr als Pflanzen-Hort zur Verfügung. Was also wird aus Oleander, Mandarinenbäumchen und Co?

Schon die Schloss-Grafen hatten auf derlei Zierde in früheren Jahrhunderten Wert gelegt und sich ein sogenanntes Kalthaus als frostfreie Behausung gegönnt. Die Kommune rief diese Tradition Anfang der 90er Jahre wieder ins L

Rechtzeitig vorm ersten Frost wurden die Macherner Kübelpflanzen in den Vorjahren ins Winterquartier gebracht. Doch die Orangerie steht dafür nicht mehr zur Verfügung. Quelle: Thomas Kube

eben und sanierte die Orangerie mit Hilfe von Fördermitteln. Die damalige Parkdirektion war es auch, die den Grundstock für ein prächtiges Blütenmeer legte, das Schlossbesucher und Spaziergänger seitdem in den Sommermonaten erfreut. Nun allerdings ist guter Rat teuer. Was in früheren Jahren reibungslos funktionierte, scheint jetzt zum Problem werden.

Noch vor zwei Jahren umfasste der Bestand rund hundert stattliche Kübelpflanzen – Zitrusbäumchen, Oleander, Feigen und andere Gewächse. Die Pflege ging auf Kosten der Kommune, der Unterhalt verschlang jährlich Tausende von Euro. Um die Kosten zu reduzieren, wurde gemäß Ratsbeschluss bereits ein Großteil der Pflanzen verkauft. Aktuell geht es noch um rund 25 Exemplare, die sprichwörtlich im Regen stehen. „Ohne eine schnelle Lösung sind die Pflanzen zum Tode verurteilt“, bangt der Schlossmanager. Dabei handele es sich um die wertvollsten und schönsten aus dem einstigen Bestand.

Orangerie-Pächter plant Kaffeerösterei

Orangerie-Pächter Holger Kirst jedenfalls möchte sich den Schwarzen Peter nicht zuschieben lassen. Der Macherner plant in der über 200 Jahre alten lichtdurchfluteten Halle im Macherner Ortskern eine Kaffeerösterei. Seit vorigen August hat er das Gebäude zusammen mit Geschäftspartnerin Madlen Mayer-Garitonov von der Kommune gepachtet. „Vor reichlich einem Jahr spielte die Unterbringung der Pflanzen noch eine Rolle.“ Doch in dieser Frage habe er nie wieder etwas von der Kommune oder Schlosspächter Konrad Obermüller gehört. „Man kann über alles reden“, sagt Kirsten. „Aber was nicht geht: dass der Pflanzenbestand ohne vertragliche Grundlage und von jetzt auf gleich wieder in der Orangerie unterkommt.“ Das würde vermutlich schon aus hygienischen Gründen ein Problem darstellen.

Gemeinde sieht Schlossherr Konrad Obermüller in der Pflicht

Konrad Obermüller. Quelle: Andreas Döring

Die Gemeinde ihrerseits stellt klar, dass die Verantwortung für die Kübelpflanzen mit der Verpachtung des Schlosses auf den neuen Pächter übergegangen ist. „Laut Vertrag ist Herr Obermüller damit auch für Pflege und Unterbringung der Pflanzen zuständig“, erläutert der stellvertretende Bürgermeister Karsten Frosch (CDU).

Von Simone Prenzel

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