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Macherner Schwanenfamilie: Acht Jungtiere tot

Landratsamt sieht Ursache in Infektion Macherner Schwanenfamilie: Acht Jungtiere tot

Nach dem Tod der Jungschwäne in Machern hatte es im Ort viel Gerede gegeben. Untersuchungen zufolge starben die Tiere an einer Infektion, teilte das Landratsamt mit. Gerüchte um einen großen Wels bezeichnete Gemeinderätin Monika Alexandrow als Blödsinn.

Ein Bild aus glücklichen Tagen der Schwanenfamilie aus Machern.

Quelle: privat

Machern. Es liegt zwar schon einige Wochen zurück, aber noch immer herrscht in Machern Unklarheit über die Todesursache von acht jungen Schwänen. Wie Gemeinderätin Monika Alexandrow besorgt informiert, sei der Nachwuchs von Familie Schwan auf dem Schwemmteich im Schlosspark am 27. Juni das letzte Mal gesehen worden. Kurz darauf bekam sie von einer Seniorin den Hinweis, dass die Schwanenkinder tot seien und zwischen dem Friedhof und Zufluss zum Schwemmteich gefunden worden.

Um den Tod der Vögel rankten sich seither üble Gerüchte und abenteuerliche Spekulationen. Zunächst wurde gemunkelt, Fischer hätten die Tiere getötet, weil sich die groß gewordene Schwanenfamilie beim Gründeln über Gebühr am Fischbestand in den Gewässern gütlich getan hätten. „Aber das ist purer Unfug. Die Schwäne haben jedes Jahr eine relativ große Kinderstube gehabt und auch groß gezogen, ohne den Fischbestand zu gefährden“, weiß Alexandrow. „Noch schlimmer ist aber der Blödsinn von und über einen großen Wels. Der soll die noch jungen Schwäne in die Tiefe gezogen und so getötet haben. Das hätten tatsächlich Leute so gesehen und verbreiten angebliche Beobachtungen von einer großen Welle im Teich, die der Wels bei seinem Beutezug verursachte“, schüttelt Alexandrow nur mit dem Kopf und kann sich eine ebenso abenteuerliche Frage nicht verkneifen. „Und der Wels hat dann seine Opfer selbst an Land gebracht und abgelegt – oder wie?“

Zumindest sind fünf der acht Jungtiere gefunden worden, deren Kadaver sich das Veterinäramt des Landkreises angenommen hat, um sie auf die Todesursache untersuchen zu lassen. „Nach ersten Erkenntnissen sind die Jungschwäne an einer Infektion verendet. Die endgültige Diagnose steht noch aus“, teilt Brigitte Laux vom Landratsamt (LRA) auf Nachfrage mit. Und: „Nach aktuellem Stand war es auch keine Vogelgrippe – nur falls dieser Verdacht neben dem Wels auch noch im Raum steht“, fügt die Behördensprecherin mit einem Seitenhieb auf die Fantasie mancher Leute an. „Dennoch werden derzeit vom benachbarten Ziegelteich noch Wasserproben genommen und entsprechend der Beprobung von Badegewässern analysiert. Wohl wissend, dass es sich nicht um ein Badegewässer handelt“, sagt Laux. In diesem Zusammenhang rät das LRA, „nur ausgewiesene Badegewässer zu nutzen und bittet um entsprechende Vorsicht bei der Nutzung solcher Naturgewässer.“

„Für realistisch denkende Einwohner von Machern ist der Verlust der Jungschwäne schon beachtlich“, weiß Alexandrow. „Die Schwäne haben zwar kein Statussymbol für Machern, aber dank ihrer majestätischen Erscheinung sind sie bei den meisten Einwohnern und Besuchern sehr beliebt. Deshalb gucken die Leute regelmäßig, ob es den Tieren gut geht, weil es – man will es gar nicht für möglich halten – in den letzten Jahren immer wieder vorkam, dass die Schwäne von Menschen attackiert wurden, etwa durch das Bewerfen mit Steinen oder Stöcken.“

Von Frank Schmidt

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