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Macherner Wohngebiete in der Warteschleife

Stillstand bei wichtigen Themen Macherner Wohngebiete in der Warteschleife

Längst sollten in Machern zwei wichtige Wohngebiete auf den Weg gebracht sein. Doch lange Entscheidungswege an der Rathausspitze würden die Vorhaben immer wieder verzögern oder sogar zum Stillsand bringen, kritisierten Gemeinderäte auf ihrer Sitzung am Montagabend.

Im Gemeinderat – hier ein Archivfoto – gibt es zunehmend Kritik an den langen Entscheidungswegen an der Rathausspitze. Auch die Bürger vermissen Fortschritte bei wichtigen Vorhaben wie der Entwicklung von Wohngebieten.

Quelle: Archiv

Machern. Es waren keine spektakulären Themen, die am Montagabend auf der Tagesordnung der Macherner Räte standen. Dennoch hatten sich mehr Bürger als sonst auf den Weg in den Sitzungssaal gemacht. Tuschelthema Nummer eins war noch immer der Weggang des Macherner Bürgeramtsleiters Frank Rübner (37), der ab 1. Juli Büroleiter von Landrat Henry Graichen (CDU) wird. Die Ratssitzung sowie die vorausgehenden zwei Ausschusssitzungen wurden von Jana Strehle, Mitglied der Fraktion „Wir sind Machern“, geleitet. Nachdem Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) erkrankt ist, hatte auch ihr erster Stellvertreter Klaus Zaspel (CDU) am Montagabend andere Verpflichtungen. Strehle, zweite Bürgermeister-Stellvertreterin, machte ihre Sache souverän.

In der Bürgerfragestunde wollte der Macherner Helmut Kommichau unter anderem wissen, wie es um zwei wichtige Infrastruktur-Vorhaben in der Kommune bestellt ist. „Beim Wohngebiet Tauchaer Weg sollte es im Frühjahr losgehen, wenn ich mich recht erinnere. Und auch die Gartenstadt II sollte doch eigentlich vorangetrieben und Grundstücke vermarktet werden. Wie ist hier der Stand der Dinge?“ Zu beiden Projekten, die für Bauwillige interessant sind und Machern attraktiv für neue Einwohner machen könnten, drängte es Gemeinderäte, sich zu äußern. Und in beiden Fällen fielen die Wortmeldungen wenig schmeichelhaft für die abwesende Rathauschefin aus. „ Mit dem Wohngebiet Tauchaer Weg könnten wir schon längst weiter sein. Aber Frau Bürgermeisterin ist eingefallen, dass mit dem Investor erst noch ein Erschließungsvertrag abgeschlossen werden muss, bevor der Bebauungsplan zur Genehmigung beim Landratsamt eingereicht werden kann“, machte Gemeinderat Gunter Bergt (Linkspartei) seinem Herzen Luft. Das werfe das Vorhaben erneut um Monate zurück. Der Investor habe nicht erst ein Wohngebiet erschlossen, berichtete Bergt weiter. „Aber solche Abläufe wie in Machern sind ihm noch nicht untergekommen.“ Durch die neuen Umstände werde es zu weiteren Verzögerungen kommen, befürchtet Bergt. „Wir werden sicher bis Ende des Jahres brauchen, um die Dokumente zu erstellen“, erklärte der Posthausener, der als Vertreter der Macherner Vermögensverwaltung GmbH & Co.KG die Entwicklung der Brache seit Jahren versucht zu forcieren.

Im Anschluss klagte gleich noch Gemeinderat Uwe Richter (Freie Wählergemeinschaft) sein Leid. Auch bei der geplanten Vermarktung der Gartenstadt II würden Verzögerungen auf das Konto der Bürgermeisterin gehen. „Wir hatten vor anderthalb Jahren einen ernsthaften Investor an der Hand, der hätte richtig Geld auf den Tisch gelegt; und Machern hätte vom Verkauf der Grundstücke profitieren können. Dann hat uns die Person, die heute fehlt, verboten, als Aufsichtsrat der Gerichshainer Bau- und Wohnungsgesellschaft Verhandlungen diesbezüglich zu führen.“ Seitdem herrsche bei dem Thema Stillstand. Damit würde Bauland für 50, 60 Grundstücke brach liegen, so Richter. „Inzwischen entwickelt der Investor ein Gebiet in Markranstädt.“

In kleinen Schritten geht es wenigstens beim Thema Kübelpflanzen und Breitbandausbau voran. Der Pflegevertrag für die Macherner Orangerie-Pflanzen wurde an die Macherner Grünprofi GmbH vergeben. Auch einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie mit Borsdorf zum Thema Breitbandversorgung stimmte der Rat mit großer Mehrheit zu. Außerdem gab es grünes Licht für die Einstellung von Markus Wege, der befristet auf zwei Jahre die Bauverwaltung verstärkt.

Von Simone Prenzel

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